Kultur

Mehr Offenheit für neue Formate

02.02.2021 • 17:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Theatermacherin Brigitte Walk. <span class="copyright">Mark Mosman</span>
Theatermacherin Brigitte Walk. Mark Mosman

Brigitte Walk fordert mehr Engagement von den Gemeinden.

Die Feldkircher Schauspielerin, Theaterpädagogin und Regisseurin Brigitte Walk bemängelt das Engagement der Gemeinden, Kunst und Kultur auch in Pandemie-Zeiten möglich zu machen und die Kunstschaffenden bei ihrer Arbeit zu unterstützen. „Wir würden als professionelles Theater gerne weitermachen, dazu müsste man sich aber auch in den Gemeinden und Städten vermehrt mit den Künstlern zusammensetzen und Möglichkeiten ausloten“, sagte die Leiterin vom walktanztheater gegenüber der Austria Presse Agentur.

Im vergangenen Sommer feierte "Rheindorf" vom walktanztheater erfolgreich Premiere. <span class="copyright">Sarah Mistura</span>
Im vergangenen Sommer feierte "Rheindorf" vom walktanztheater erfolgreich Premiere. Sarah Mistura

An Ideen mangle es der Theatermacherin nicht, wie sie betonte. So beschäftige sie sich gerade mit der digitalen Übertragung von Live-Performances. „Ich spiele, tanze in meinem Wohnzimmer und mache das per QR-Code an einem öffentlichen Gebäude zugänglich – warum nicht? Wir haben Ideen deponiert, aber finden keine Resonanz. Alles ist viel zu kompliziert und unflexibel“, meint Walk. Was die Entwicklung von neuen Corona-gerechten Formaten betrifft, sieht sie die Gemeinden zu wenig offen und aktiv beteiligt. Kunst werde „verwaltet, nicht ermöglicht“, meint die 60-Jährige. Neue Möglichkeiten, Kunst zu realisieren, würden aber dringend notwendig sein – Walk rechnet damit, dass die Auswirkungen der Pandemie noch bis ins kommende Jahr bestehen bleiben. „Aber wir rennen an Gewohnheitstore: Das geht nicht, das kostet zu viel“, hieße es.

Schaufenster-Performance

Walk arbeitet derzeit an einem Stück zu Hannah Arendt und an einer Schaufenster-Performance. „Uns fehlen, um es mit Hannah Arendt zu sagen, diese Zwischenräume, die wir bespielen können. Das gemeinsame Lachen, Feiern, Diskutieren, das fehlt uns allen. Wir knallen wie Knochen aufeinander“, beschreibt die Theatermacherin die Situation.

„Kunst wird verwaltet, nicht ermöglicht“.

Brigitte Walk

Aus dem SVS-Fonds beziehe Walk eine eher kleine Fördersumme. Durch die Jahresförderung, die ihr Theater vom Land erhält, gebe es kein Arbeitsstipendium. Die Stadt Feldkirch fühle sich gleich gar nicht verantwortlich, bemängelt die Theatermacherin. „Ich lebe jetzt von meinen Reserven, nicht von den Zuwendungen, das ginge sich nie aus“, sagt sie.