Kultur

„Jephtha“ muss noch warten

09.02.2021 • 19:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Heinz Ferlesch hat die musikalische Leitung bei "Jephtha" inne. <span class="copyright">Michael Inmann</span>
Heinz Ferlesch hat die musikalische Leitung bei "Jephtha" inne. Michael Inmann

„Jephtha“ verschoben, es gibt aber einen Vorgeschmack.

Die Nachricht, die am Dienstag vom Vorarlberger Landestheater ausging, war keine große Überraschung: Händels „Jephtha“, dessen Premiere für den 7. März geplant war, ist auf die kommende Spielzeit 2021/22 verschoben worden. „Im Sinne einer notwendigen Planungssicherheit können wir leider nicht auf den 15. Februar 2021, an dem die Bundesregierung Informationen über etwaige Öffnungen von Kulturveranstaltungen in Aussicht gestellt hat, warten“, hieß es in der Aussendung. Neben der geringen Vorlaufzeit, die eine Entscheidung Mitte Februar zur Folge hätte, gab es zudem aus Wien – inoffizielle – Signale, dass eine Öffnung der Theater erst Ende März möglich werde. Dies erklärte Intendantin Stephanie Gräve im Gespräch.

Michael Feyfar singt die Titelpartie. <span class="copyright">Basile Bornand</span>
Michael Feyfar singt die Titelpartie. Basile Bornand

Einen zumindest musikalischen Vorgeschmack auf die Operninszenierung wird es aber bald geben: Die Proben gehen derzeit weiter, die Generalprobe wird aufgezeichnet und in einer Übertragung am 7. März auf ORF Radio Vorarlberg zu hören sein.

„Buschfunk“

Durch das Aufkommen der Virus-Variante in Österreich ist Mitte Februar wohl nicht mit der Bekanntgabe einer baldigen Öffnung zu rechnen. Über den „Buschfunk“ der Kollegen aus Wien, so Gräve, war vergangene Woche zu erfahren, dass frühestens ab Mitte März gespielt werden könne. Diese Woche wurde jedoch kolportiert, dass eine Öffnung erst ab Ende März geplant sei. Offizielle Informationen seitens des Bundes gebe es aber nicht, betonte die Intendantin.

Auch Maria Lisa Huber ist Teil der Besetzung. <span class="copyright">Anja Köhler</span>
Auch Maria Lisa Huber ist Teil der Besetzung. Anja Köhler

Die benötigte Zuschauerzahl von 350 Personen, um das Abo-Publikum zu beherbergen und rentable Aufführungen zu spielen, sei im März unrealistisch. Auch die Vorlaufzeit, um die Oper angemessen zu kommunizieren, sei zu gering, meint Gräve. Froh ist sie aber einerseits, dass die Generalprobe der Oper für das Publikum hörbar gemacht wird. Außerdem könne ein Fachpublikum mit Medienvertretern bei der Aufführung anwesend sein und darüber berichten. Zudem ist die Intendantin zuversichtlich, dass alle Solisten und das Regie-Team auch in der kommenden Spielzeit dabei sein werden. Eine Rolle werde möglicherweise zur Sicherheit doppelt besetzt werden, sonst habe Gräve fixe Zusagen für 2022 erhalten.

„Tasso!“-Stream

Nach der Absage der Oper stellt sich nun die Frage, wann „Alle meine Söhne“ von Arthur Miller zu sehen sein wird – die nächste geplante neue Inszenierung. Hier warte man noch die Informationen Mitte Februar ab, so die Intendantin. Bis zur Öffnung des Hauses Streams von Produktionen anzubieten, scheitere entweder an den fehlenden Rechten – wie etwa bei „Woyzeck“ – oder am fehlenden Repertoire, das ein Haus mit diesen Ressourcen einfach nicht besitzen könne. Möglich sei jedoch ein Livestream der Theater-Version von „Tasso!“, verriet Gräve.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.