Kultur

Schrecklich schöner Landestheater-Start

22.03.2021 • 19:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Tom-Waits-Liederabend am Landestheater. <span class="copyright">Ellen Tiefenbacher</span>
Der Tom-Waits-Liederabend am Landestheater. Ellen Tiefenbacher

Songs von Tom Waits waren am Samstag zu hören.

“Wir spielen wieder!“ konnte man am Eingang des Landestheaters lesen, die Vorfreude auf diesen Neubeginn war sichtlich groß. Sowohl beim Publikum als auch beim Veranstalter. „It’s Memories That I’m Stealing“ umschrieb den Abend ganz gut. Tom Waits war in seinen Songs schon immer ein wortgewaltiger Geschichtenerzähler, der Erinnerungen evoziert, gleichzeitig wurde durch das Stehlen etwas beklemmendes ausgelöst, das den Liedern des Singer-Songwriters innewohnt. Das Spektrum an Musikrichtungen ist bei ihm groß: Blues, Folk, Avantgarde-Jazz und Theatermusik gehören zu seinem ureigensten Repertoire. Vor allem aber ist Waits einer der großen noch lebenden Singer-Songwriter. Eine Auswahl von Liedern aus seinem umfangreichen Songkatalog zu treffen war daher schwer, wie auch Luzian Hirzel eingangs erwähnte.

Authentisch

Waits kann man nicht imitieren, man muss ihn interpretieren. Genauso legte Ensemblemitglied Hirzel diesen Abend an. Seine schmeichelsanfte Stimme nahm den Waits-Songs ihren Schrecken und verwandelte sie in verdaubare Bissen. Ganz im Gegensatz zur instrumentalen Klangmalerei. Die aufwühlende Gitarre, gespielt von Oliver Rath, das nervöse Klavier (Rath und Hirzel) und einschüchternde Geräuschkulissen, eingespielt vom Computer, ergaben einen authentischen Klangteppich. Klassiker wie „Downtown Train“ oder „Jersey Girl“ wurden so Popsongs mit Tiefgang.

Einen weiteren Termin gibt es am Sonntag, den 28. März, um 17 Uhr. Infos: www.landestheater.org

Zwischen den Liedern erzählte Hirzel spannende Entstehungsgeschichten zu den Songs. Auch Waits selbst kam durch Tonaufzeichnungen zu Wort. Einer der Höhepunkte war das Lied „Satisfied“ aus seinem bislang letzten Albums „Bad As Me“ (2011), in dem auch Keith Richards im Text Erwähnung findet. Mit ihm hat er eine Studiosession abgehalten, das Duett „ Last Leef“ schaffte es schließlich aufs Album. Bei „Satisfied“ packt Hirzel seine raue und kratzige Stimme aus und bewies, dass er auch die rauchige Atmosphäre von Waits‘ Songs sehr gut kann. Zuvor ist dieses Talent auch schon durchgeblitzt. Der Abend war schrecklich schön und macht Lust auf mehr Musik und Theater!

Daniel Furxer