Kultur

Bruckner ist der neue rote Faden

14.05.2021 • 20:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Musikalische Einlage von SOV-Musikern beim Pressetermin im Festspielhaus. <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Musikalische Einlage von SOV-Musikern beim Pressetermin im Festspielhaus. Dietmar Stiplovsek

Die SOV-Saison 2021/22 zeigt sich üppig und mit neuen Inhalten.

Über die „turbulenten“ vergangenen Pandemie-Monate, sowie über die Hoffnung auf eine neue Saison mit vielen größeren Live-Konzerten berichteten die Verantwortlichen des Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) am Freitag bei der Programmpräsentation für die Spielzeit 2021/22. Da die Schweiz kürzlich ihre Einreisebestimmungen verschärft hatte, wie SOV-Vizepräsident Wolfgang Burtscher erklärte, konnte Chefdirigent Leo McFall nicht anwesend sein. Dafür war der Brite online zugeschaltet. Er sprach von seiner geglückten Rückkehr zum Orchester mit dem Konzert in der Kulturbühne Ambach, und von einer „bereichernden“ gemeinsamen Programmplanung mit Geschäftsführer Sebastian Hazod.

Chefdirigent Leo McFall war live zugeschaltet. <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Chefdirigent Leo McFall war live zugeschaltet. Dietmar Stiplovsek

Übernahmen aus der vergangenen Saison würden sich im Programm mit „vielen wunderbaren neuen Ideen“ vermischen, so der Chefdirigent. Der Bogen spannt sich von Werken des französischen Hochbarock bis zu neuen Klängen aus Vorarlberg. Und dass durch Verschiebungen neben Bruckners auch Mahlers neunte Symphonie 2021/22 Platz gefunden hat, sei ebenfalls  „nicht schlecht“, so McFall.

“Schwerer Moment”

Der Rückblick auf 2020 fiel weniger enthusiastisch aus als der Ausblick. Ein „schwerer Moment“ sei es etwa gewesen, als durch die Pandemie das erste Konzert der Saison einen Tag vorher abgesagt werden musste, erinnert sich Hazod. Es folgten zahlreiche weitere Absagen und Verschiebungen. Das finanzielle Volumen der verschobenen beziehungsweise abgesagten Konzerte zwischen März 2020 und April 2021 beträgt 460.000 Euro, wie SOV-Präsident Manfred Schnetzer informierte. Dank der Subventionen und der Treue des Publikums, das nur teilweise ihre Karten rückgefordert hatte, konnten dennoch über 350.000 Euro an Gagen an die Musiker des Orchesters überwiesen werden. Die Verantwortlichen betonten, dass darauf geachtet worden sei, dass so viele Mittel wie möglich direkt an die Künstler gelangten. Auch die Betreuung der Kunden sei ein großes Anliegen. Mit Stand Mai 2021 werden 1795 Abonnenten verzeichnet – rund 200 weniger als vor der Pandemie.

Geschäftsführer Sebastian Hazod. <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Geschäftsführer Sebastian Hazod. Dietmar Stiplovsek

Mit dem Blick in die Zukunft ließ sich eine vorsichtige, dennoch starke Zuversicht erkennen, dass sich Zuschauer und Orchester bald wieder „in fast normaler Umgebung“ treffen werden. Von 18. bis 20. Juli wird noch das sechste Abokonzert 2020/21 mit McFall nachgeholt. Dieser wird auch bei der Eröffnung des nächsten Zyklus am 18. und 19. September am Pult stehen. Neben Rachmaninow steht das Werk „Eirene“ des Vorarlberger Komponisten Herbert Willi auf dem Programm. Als Solisten sind Trompeterin Selina Ott und Pianist Nicholas Angelich zu erleben.

Die Werke des Künstlers Harald Gfader sind wieder Teil der Programmheftgestaltung.<span class="copyright"> Dietmar Stiplovsek</span>
Die Werke des Künstlers Harald Gfader sind wieder Teil der Programmheftgestaltung. Dietmar Stiplovsek

Österreich-Premiere. Am 2. und 3. Oktober kommt dann nach langem Warten mit Mahlers „Neunter“ der Zyklus mit Dirigent Kirill Petrenko zum Abschluss. Die Proben sind bereits fortgeschritten, wie Hazod informierte. Nach diesem Nachholtermin gelangt im Oktober das zweite Abokonzert zur Aufführung, das einen französischen Einschlag besitzt. Christoph Altstaedt dirigiert Werke von Jean-Philippe Rameau, Debussy und César Franck, die mit französischsprachigen Liedern von Benjamin Britten kombiniert werden. Sopranistin Ana Maria Labin wird dafür im Einsatz sein.

Zukünftiger Begleiter

Im dritten Abokonzert im November kehrt Gérard Korsten mit Werken von Mozart und Beethoven zurück ans SOV-Pult. Als Solist ist Hornist Daniel Loipold im Einsatz. Mit Antonín Dvorák setzte sich McFall intensiv auseinander, und so ist der Chefdirigent auch der Richtige für das vierte Abokonzert im Jänner. Dort stehen außerdem Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Emilie Mayer auf dem Programm – eine Österreich-Premiere. Zu Gast ist die norwegische Violinistin Eldbjørg Hemsing. Nach der Oper „Jephtha“ geht es weiter mit dem fünften Abokonzert im April. Dirigent und Violinist Kolja Blacher wird mit Werken von Beethoven, Haydn und Bernstein im Einsatz sein. Das sechste und letzte Abokonzert ist der Beginn eines neuen „roten Fadens“, meint FcFall: So wird mit dessen neunter Symphonie Bruckner als zukünftiger Begleiter des SOV eingeführt. McFall habe nach eigenen Angaben ein sehr persönliches Verhältnis zu Bruckners Werk und freue sich bereits auf die Herausforderung. Und Hazod freut sich zudem auf weitere Projekte, wie etwa die Teilnahme an „Texte und Töne“ im November oder an den Bregenzer Festspielen. Infos und Abos gibt es unter www.sov.at.

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