Kultur

Grünes Licht für “Haus des Humanismus”

20.05.2021 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Derzeit im Palais Liechtenstein zu sehen: Die Wolf-Huber-Schau. <span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Derzeit im Palais Liechtenstein zu sehen: Die Wolf-Huber-Schau. Philipp Steurer

Ab 2022 wird das Palais Liechtenstein ein Ort des Diskurses.

Mit Zustimmung der Feldkircher Stadtvertretung wurde am Dienstag die Richtung für die zukünftige Nutzung des Palais Liechtenstein vorgegeben: „Palais Liechtenstein – Erbe und Vision“ lautet der angenommene Grundsatzbeschluss, der die Entwicklung des Palais zu einem „Haus des Humanismus“ skizziert. „Ich freue mich sehr über die Zustimmung, nun kann die Arbeit beginnen und wir können Nägel mit Köpfen machen“, sagte Kulturstadträtin Laura Fetz im Gespräch, bevor sie sich in ebendieses Palais zur Eröffnung der Wolf-Huber-Schau begab. Ab 2022 sollen in dem Haus in der Schlossergasse jedoch nicht nur mehr Ausstellungen zu besuchen sein. Bürgerbeteiligung zeigt sich nämlich als zentraler Punkt in dem „Haus des Dialogs, des Diskurses und der Auseinandersetzung“, wie in dem der NEUE vorliegenden Beschluss erläutert wird.

Vermächtnis und Zukunft

Die Montfortstadt zeigt sich oft stolz ob ihrer weit zurückreichenden Tradition humanistischer Bildung. Dieses historische Vermächtnis soll nun für gesellschaftliche Fragen der Gegenwart und Zukunft fruchtbar gemacht werden. Jedes Jahr oder Halbjahr soll ein Thema behandelt werden, das „für die Zukunft der Stadt, für die Zukunft einer solidarischen Gesellschaft und für ein ,gelingendes Leben‘ im Sinne des Humanismus relevant“ ist, heißt es in dem Beschluss. Bürger aus allen sozialen Schichten und Generationen sind eingeladen, an dem Diskurs teilzunehmen. Als mögliche Themen-Beispiele führt Fetz etwa den Klimaschutz oder die Pflege an – dies seinen aber nur persönliche Ideen. Alle Interessierten könnten sich laut dem Schreiben bereits an der Themenfindung beteiligen. Diese gesellschaftlichen Fragestellungen sollen unter anderem auch in künstlerischen Interventionen behandelt werden, die ein „entscheidendes Mittel“ seien, um zu „zukunftsfähigen Ergebnissen“ zu gelangen. Das Programm zu dem jeweiligen Thema könne auch mit Veranstaltungen im öffentlichen Stadtraum ergänzt werden.

Laura Fetz. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Laura Fetz. Klaus Hartinger

Verantwortlich für die Realisierung des „Haus des Humanismus“ ist, wie berichtet, neben der Stadtbibliothek und dem Kulturamt ein „Impulsgeber von außen“, der entweder aus einer anderen Region oder einem anderen Land hinzukommt. Dieser erhalte „klare Kompetenzen und finanzielle Ressourcen“, um „mit größtmöglichen Freiheiten innerhalb des Gesamtkonzepts und des Budgets und in enger Abstimmung mit Stadtbibliothek und Kulturabteilung die Behandlung des jeweiligen Themas so attraktiv, vielseitig und öffentlichkeitswirksam wie möglich zu gestalten“.

Mut

An der Ausarbeitung des Konzepts waren mehrere Arbeitsgruppen beteiligt, teilweise mit Vertretung aus dem Land Vorarlberg. An der ursprünglichen Idee eines „Hauses des Humanismus“ hat auch Edgar Eller, unter anderem ehemaliger Leiter des Montforthauses, mitgewirkt. Es habe der Stadtvertretung Mut abverlangt, sich mit diesem Beschluss in „neue Gewässer“ zu wagen, so Fetz. Sie hofft, dass dieser Mut bei der Verwirklichung des Konzepts erhalten bleibt. „Es kommt nun darauf an, was man damit macht.“