Kultur

Eine große Sammlung voller Schätze

25.06.2021 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Ausstellung begeisterte die ersten Besucher bei der Präsentation. <span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Die Ausstellung begeisterte die ersten Besucher bei der Präsentation. Philipp Steurer

KUB-Schau zeigt Druckgrafik-Werke aus der Sammlung König-Lebschik.

Ein „Fest der Farben, Formen und der Fantasie“ nennt Kurator Rudolf Sagmeister die Ausstellung im KUB-Sammlungsschaufenster, die ausgewählte Werke aus der äußerst umfangreichen Druckgrafik-Sammlung König-Lebschik zeigt. Und tatsächlich bieten sich hier dem Auge zahlreiche Schätze, an dem es sich kaum sattsehen kann. Der aus Bregenz stammende Thomas König und seine mittlerweile verstorbene Frau Erika Lebschik sammelten über vier Jahrzehnte hinweg Originalgrafiken. Die 3000 Objekte umfassende Sammlung wurde dem Kunsthaus Bregenz als Schenkung übermittelt – zur großen Freude des KUB-Teams, und wohl auch den Kunst- und Grafikfreunden in der Region. Denn dieser Ausstellung sollen noch weitere folgen, hieß es ges­tern bei der Präsentation im Bregenzer Postgebäude.

Thomas König. <span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Thomas König. Philipp Steurer

Zuerst habe der in Wien lebende, über 70-jährige König, der hauptberuflich in der Wasserwirtschaft tätig war, die Sammlung an die Albertina übergeben wollen, wie er erklärte. Diese habe sich schlussendlich aber zu zögerlich darum bemüht, und so kam das KUB zum Zug. Direktor Thomas D. Trummer zeigte sich sehr dankbar, und Sagmeis­ter merkte an, dass König sogar noch die Inventarisierung der Objekte übernehmen würde: ein Glücksfall für das Haus.

Zeitgenossen und ihre Wegbereiter

Internationale, österreichische und Vorarlberger Kunst vereinen sich in der Sammlung, ein Schwerpunkt bildet die zeitgenössische Kunst und ihre Wegbereiter in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aus diesem Fundus wurden nun einige Werke von 58 Künstlern hervorgeholt und in zweireihigen Wandfriesen platziert, sowie in zwei Vitrinenreihen im Hauptraum.

Künstlerinnen kommen in der Schau nicht zu kurz. <span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Künstlerinnen kommen in der Schau nicht zu kurz. Philipp Steurer

Hier weiß der Besucher kaum, wo er zuerst hinsehen soll: Linksseitig sind Originalgrafiken aus der Künstleredition „Derrière le miroir“ zu sehen. Diese Editionen brachten von 1946 bis 1982 erschwingliche Original-Werke namhafter Künstler einem breiten Publikum näher. Vertreten waren unter anderem Joan Miró und Jean Arp (ein Farbenfest!), Saul Steinberg oder Antoni Tàpies. Wie Sagmeister betonte, geriet die Druckgrafik beim Kunstpublikum vor einigen Jahrzehnten zu Unrecht ins Hintertreffen: Solch satte Farben wie in diesen Editionen könnten nur mit der Technik der Lithografie erzeugt werden. Doch auch Radierungen, Holzschnitte und Serigrafien haben dort ihren Platz.

Verspielt

Um die Künstlerinnen sichtbarer zu machen, sind einige davon in den mittigen Vitrinen versammelt, wie Maria Lassnig, Elke Krystufek, Valie Export oder Birgit Jürgenssen, die mit ihrem „Schulheft“ neben der „Luxusschachtel“ von Pipilotti Rist eine verspielte Ecke gestaltet – in welche sich auch ein kleiner Miró dazugesellt. Zwei Vorarlbergerinnen können zudem ein Auftragswerk im stadtseitigen Raum präsentieren: Liddy Scheffknecht zeigt uns unterschiedliche Farbstufen des Nachthimmels, während Claudia Larcher sich dem analogen und digitalen Druck widmet. Aus dem Ländle vertreten sind etwa auch Tone Fink und Erich Smodics – Letzterer ist ein guter Freund Königs, auch wurde gelegentlich zusammen gedruckt, erzählt König.

Hans Sturn wird dem Interessierten Publikum die Drucktechnik näherbringen. <span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Hans Sturn wird dem Interessierten Publikum die Drucktechnik näherbringen. Philipp Steurer

Da gibt es auch noch eine Gruppe mit verschiedenen Drucken von Max Oppenheimer, die sich allesamt mit dem bekannten Rosé-Quartett befassen. Im seeseitigen Raum breiten sich die Editionen der Erker-Galerie St. Gallen aus. Künstler wie Fritz Wotruba, Günther Uecker, Max Bill oder Otto Dix begegneten dort bekannten Autoren: eine beeindruckende Verbindung von Text und Bild. Auch in dem Raum zu finden ist eine Tiefdruck-Presse, auf welcher der Maler und Grafiker Hans Sturn aus Hörbranz dem interessierten Publikum die Techniken der Radierung und Lithografie näherbringen wird. Obwohl nicht zu überladen, gibt es in der Schau zahlreiche weitere starke Werke zu sehen: eine absolute Empfehlung.

Zur Ausstellung

Sammlung König-Lebschik. Bis 29. August im KUB-Sammlungsschaufenster im Bregenzer Postgebäude. Erweiterte Eröffnung heute, 15 bis 20 Uhr. Am Samstag ab 10 Uhr gibt es ein Jazzkonzert und Gespräch im Gasthaus Kornmesser (Reservierung: 05574/54854). Heute und morgen freier Eintritt, danach gilt die KUB-Eintrittskarte.