Kultur

Ein würdiger Act für den poolbar-Auftakt

09.07.2021 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
James Hersey spielte am Donnerstagabend im Pool. <span class="copyright">Daniel Furxer</span>
James Hersey spielte am Donnerstagabend im Pool. Daniel Furxer

Erfolgreiche Eröffnung des poolbar-Festivals mit James Hersey.

Der Anblick war noch etwas unvertraut: Im Pool tummelten sich Menschen, lachten, tanzten und shakten auf engstem Raum zur Musik ab. Und das alles ganz ohne Masken. Die neuen Regeln machen es möglich, dass das Poolbar-Festival fast wie in alten Zeiten zu erleben ist. Die Ausnahme blieb die Beschränkung auf 75 Prozent der Auslastung im Innenraum. Der locker gefüllte Pool war aber sehr angenehm, eine Atmosphäre ganz ohne Gedränge. Ursprünglich war das Opening in der großzügig gestalteten Open-Air-Anlage geplant, der Dauerregen machte aber eine Verlegung in den Pool höchst sinnvoll.

Große Newcomerin

Sängerin Nadja Bodlak von Why-Y zog mit ihrer ausdrucksstarken Stimme sofort die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Mit ihrem Körper ging sie jede Phrasierung ihres Gesangs mit, lebte mit ihrem Körper förmlich die Musik. Der Stil ist geprägt von langsamen Popsongs, die elektronisch verwoben werden und Klangsphären schaffen, die einen in einen Traum abgleiten lassen. Mathias Eidenberger (Komposition, Produktion, E-Gitarre), Nadja Bodlak (Texte, Komposition, Vocals), Tobias Wöhrer (Komposition, Produktion, E-Bass), Philipp Wohofsky (Keyboard) und Patrick Pillichshammer (Schlagzeug) schufen eine gut hörbare Einheit mit feinen musikalischen Nuancierungen. Erst 2019 gegründet, zählen sie wohl jetzt schon zu den großen österreichischen Newcomern.

Die  Hersey-Fans waren begeistert. <span class="copyright">Matthias Rhomberg</span>
Die Hersey-Fans waren begeistert. Matthias Rhomberg

Hauptact James Hersey betrat um 21.30 Uhr die Bühne. Das Trio legte in Sachen tanzbare Musik deutlich einen Gang zu. Der Wiener mit amerikanischen Wurzeln nahm die Zuhörer auf eine musikalische Reise zwischen Pop, Rock und Funk mit. Natürlich stand Hersey mit seinem Gesang und der Gitarre im Vordergrund. Herausragend an diesem Abend war aber gleichberechtigt die Bassistin, die mit ihren kraftvollen Funkrhythmen die Bude anheizte. Der Schlagzeuger hielt sich hingegen dezent im Hintergrund.

Gut gefüllt, aber nicht zu eng war es im Pool.<span class="copyright"> Matthias Rhomberg</span>
Gut gefüllt, aber nicht zu eng war es im Pool. Matthias Rhomberg

Hersey ist mittlerweile nicht nur in Österreich, sondern auch in England, Kanada und in den USA eine große Nummer. Mit „Miss you“ schaffte er 2016 den Durchbruch. Und im gleichen Jahr sprang er mit dem Song „Coming over“ sogar auf Platz eins der Billboard Dance Club Songs (in Kooperation mit Dillon Francis & Kygo). Vom Singer-Songwriter mit Akustikgitarre wandelte er sich zum Elektro-Popmusiker mit großen Ambitionen.

Emotional

Emotional wurde es, als er solo ein paar Lieder auf der Akustikgitarre vortrug und das Cover „Black Bird“ von den Beat­les auspackte. Sein aktueller Hit „Closer“ krachte dann nochmals ordentlich rein und brachte die Menge in Wallung. Die Mischung machte es an diesem Abend aus – und ein sichtlich gerührter James Hersey, der zwischen den Songs gestand, wie unglaublich froh er sei endlich wieder ein normales Konzert spielen zu können. Mit seinem Hit „Miss you“, den er in Dauerschleife und zum Mitsingen vortrug, ging ein würdiges Auftaktkonzert zu Ende.

Daniel Furxer