Kultur

Österreichs größtes Festival ist gestartet

30.07.2021 • 20:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Drei Hauptacts gab es am ersten Tag des Szene Openair.  <span class="copyright">Daniel Furxer</span>
Drei Hauptacts gab es am ersten Tag des Szene Openair. Daniel Furxer

Bei sonnigen Temperaturen begann am Donnerstag das Szene Openair.

Das Szene Openair ist heuer das größte Festival in Österreich. Das hätte sich vor ein paar Jahren auch noch niemand gedacht. Auf dem aktuellen Szene-T-shirt steht „Ein Sommer wie damals“ und ja, es fühlt sich auch wirklich so an. Massenhaft Leute, keine Abstandsregeln und natürlich auch keine Masken. Nur die 3G-Kontrolle am Eingang, die reibungslos und schnell vonstatten ging, erinnerte daran, dass da doch irgendetwas war. Aber das war schnell vergessen, wenn man die chilligen Bands hörte, die am Nachmittag spielten.

An Festivalstimmung fehlte es nicht. <span class="copyright">Daniel Furxer</span>
An Festivalstimmung fehlte es nicht. Daniel Furxer

Vor dem Abend spielten Einzelkünstler, die alleine oder mit kleiner Bandverstärkung ihr Programm gestalteten. Der Lustenauer Noah Bono Küng alias Enbikey, seines Zeichens Starmania-Teilnehmer 2021, schien etwas verloren auf der großen Bühne und konnte, begleitet nur durch seine Loop-Einspielungen, noch nicht richtig überzeugen. Richtig los ging es mit Saltatio Mortis, die mit einem Mix aus Mittelaltermusik, Irish Folk und Hardrock das Publikum aufmischten und zum ersten „Circle Pit“ des Tages einluden, dem einige bereitwillig nachkamen. Dudelsack-Alarm inklusive Schalmei war angesagt. Mit einer krassen Feuershow, die optimal zum Sound harmonierte, rundeten sie ihren Auftritt perfekt ab. Die Lieder waren auf Deutsch gesungen und Leadsänger Jörg Roth erfreute mit seinem kraftvollen Auftritt wohl viele Metalfans. Nur sein Mittelaltername Alea der Bescheidene will da nicht recht dazu passen. Das Sahnehäubchen war das „Schrei nach Liebe“-Cover (Die Ärzte), das wirklich jeder mitschreien konnte.

Eine Feuershow gab es auch. <span class="copyright">Daniel  Furxer</span>
Eine Feuershow gab es auch. Daniel Furxer

Das nächste Highlight auf der Hauptbühne war Russkaja. Der Balkansound mit vielen Ska- und Punkelementen und dem rauen, russischen Akzent von Sänger Georgij Alexandrowitsch Makazaria ist in Österreich schon seit vielen Jahren Kult. Nicht zuletzt, weil Russkaja mit Leib und Seele die Showband von „Willkommen Österreich“ ist. Gerade bei ihnen merkte man, dass die Vollblutmusiker die Bühne und die großen Menschenmengen vermisst hatten. So riefen sie auch zur kollektiven Love Revolution auf und animierten zu Umarmungen. Die Nebenbühne konnte nicht mit ähnlichen Krachern aufwarten. Lisa Pac blieb mit ihrem Dancehall-Pop leider etwas glanzlos. Einzig die Vorarlberger Band Juleah stach mit rockigem und treibendem Sound heraus.

Russkaja in Topform. <span class="copyright">Daniel Furxer</span>
Russkaja in Topform. Daniel Furxer

Um 23.30 Uhr trat DJ und Mas­termind Parov Stelar hinter die Turntables. Mitgebracht hatte er seine ganze Band inklusive Sängerin. Die Bläsersets waren gekonnt zum Sound von Parov Stelar arrangiert und getimt, die Musik war höchst tanzbar – bis in den weiten dunklen Nachthimmel hinauf. Als Latenight Act war diese Elektrojazz Fusion genau das Richtige. Der momentan beste österreichische DJ-Export bewies, wie geschmeidig er die Plattenteller drehen kann. Die Bläsertruppe und die Sänger taten das übrige dazu und beschlossen einen guten ersten Festivaltag.

Daniel Furxer