Kultur

Neuer Verein Double Check ist gestartet

07.10.2021 • 20:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
V.l.: Der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger, Andreas Kappaurer, Melanie Greußing, Barbara Schöbi-Fink und Winfried Nußbaummüller. <span class="copyright">Daniel Furxer</span>
V.l.: Der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger, Andreas Kappaurer, Melanie Greußing, Barbara Schöbi-Fink und Winfried Nußbaummüller. Daniel Furxer

Kooperationen zwischen Kultur und Bildung sollen erweitert werden.

Double Check ist seit Beginn des Monats mehr als eine Initiative: Im Oktober hat der neu gegründete gleichnamige Verein mit Geschäftsführerin Melanie Greu­ßing seine Arbeit aufgenommen. Was damals in Projektform vonstatten ging, soll nun zur dauerhaften Anlaufstelle und zum zentralen Netzwerk für Akteure aus Kultur, Bildung und Politik werden, wenn es um die Präsenz von Kunst und Kultur im Bildungsbereich geht. Hauptziel des Vereins ist, die Kooperation von Bildungsreinrichtungen, Künstlern und Kulturinstitutionen zu erweitern und zu verstärken. Beim Pressegespräch im Gemeinschaftsbüro mit netzwerk:literatur in Hohenems informierten die Verantwortlichen über die zukünftigen Tätigkeiten. Das Büro von „Double Check. Netzwerk für Kultur und Bildung in Vorarlberg“ soll in das künftige Literaturhaus Hohenems wandern, sobald dieses fertiggestellt ist.

Geschäftsführerin Melanie Greußing. <span class="copyright">Daniel Furxer</span>
Geschäftsführerin Melanie Greußing. Daniel Furxer

Double Check fungierte bislang als Förderprogramm, das vom Land Vorarlberg ausgeschrieben wurde. Dieses wird beibehalten, derzeit ist „Double Check_8“ ausgeschrieben, wobei zehn Projekte mit jeweils 3000 Euro unterstützt werden. Darüber hinaus gibt es nun eine permanente Anlaufstelle, das Büro ist an allen Schultagen erreichbar. Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink, die als Bildungs- und Kulturreferentin gleich beide beteiligten Ressorts verantwortet, bewertete den Startschuss als „guten Tag für Bildung und Kunst und Kultur“. „Die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur gehört zur Menschwerdung dazu“, stellte Schöbi-Fink klar. Nicht nur würden mit dem Verein alle beteiligten Kräfte gebündelt, auch finanzielle Mittel könnten damit einfacher lukriert werden. Landes-Kulturabteilungsleiter Winfried Nußbaummüller, der auf die Einhaltung von Transparenz hinwies, bezifferte den Budgetentwurf 2022 mit 250.000 Euro. Finanziert wird der Verein durch Land, Bund, Sponsoren, sowie durch den Projektpartner OeAD – Agentur für Bildung und Internationalisierung.

Niederschwellig

Weitere Partner sind netzwerk:literatur sowie die involvierten Landesabteilungen und die Bildungsdirektion Vorarlberg. Andreas Kappaurer, pädagogischer Leiter der Bildungsdirektion, sieht in der Tatsache, dass Schulen nun einen permanenten Ansprechpartner haben, einen großen Mehrwert. Die Hoffnung bestehe, dass damit auch Schulen das Kulturangebot nutzen, die dieses bislang noch nicht in Anspruch genommen haben. Niederschwelligkeit und weniger bürokratischer Aufwand käme dem entgegen.

Erfahrung

Greußing kann für ihre Aufgabe auf Erfahrungen als Studentin, Künstlerin und Lehrende zurückgreifen, wie sie erzählte. 1987 in Au geboren, hätte sie schon im Gymnasium Egg als Schülerin einen „engagierten Kunstunterricht“ erfahren. Greußing studierte an der Kunstuniversität Linz, wo sie danach als Lehrende Projekte mit Studenten realisierte – auch in Vorarlberg. Anschließend wechselte sie zum Salzburg Museum, wo sie unter anderem als Kuratorin tätig war.
„Geerbt“ hat Greußing laufende Projekte wie das bereits genannte Förderprogramm, „Freie Fahrt zur Kultur“, sowie das Förderprogramm „Kulturmomente“, das sich an elementarpädagogische Einrichtungen richtet. Weiters betonte die Geschäftsführerin, dass sich unterschiedliche Akteure gemeinsam und einzeln mit Anliegen an sie wenden könnten – auch Künstler sollen gehört werden. Zudem sei ihr der Zugang zu Lehrlingen, Berufsschulen und pädagogischen Hochschulen wichtig. Alle Kunstsparten sollen in ihrer Breite den Weg in die Schulen finden, so Greußing weiter.

Der Vorarlberger Kulturservice (VKS) wird noch seine laufenden Projekte beenden und dann eingestellt werden, informierte Nußbaummüller.

Infos und Online-Formulare: www.double-check.at.