Kultur

Robbie Williams gepaart mit Soul-Klassikern

01.11.2021 • 21:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der diesjährige Musiksalon ging mit Tanquoray zu Ende. <span class="copyright">Renata Olivo</span>
Der diesjährige Musiksalon ging mit Tanquoray zu Ende. Renata Olivo

Starker Abschluss des heurigen Musikprogramms in der Villa Müller.

Es war das letzte Konzert des Jahres in der Feldkircher Villa Müller, und es war das letzte Konzert der Herbstournee von Tanquoray. Das Soul-Trio aus der Oberpfalz gab am Sonntagabend an ihrem letzten Halt noch einmal richtig Gas: Mit einer Mischung aus Soul-Klassikern, eigenen Songs, Rock, Country und berührenden Balladen konnten sie das Publikum ganz einnehmen, am Ende wurden auch noch die letzten Stühle beiseitegeschoben, und das beschauliche Wohnzimmer des Hauses wurde zur Tanzfläche. Die drei Musiker schaffen es, bekannten Hits in ihrer eigentümlichen Besetzung einen neuen Twist zu verleihen. Ihre Live-Qualitäten lebten sie an diesem Abend voll aus.

Sänger „Dolo“ Lee. <span class="copyright">Renata Olivo</span>
Sänger „Dolo“ Lee. Renata Olivo

Eigentlich wollten sie ihre Formation „Tangerine“, also Nektarine, nennen, doch der Name war bereits besetzt, wie Toby Mayerl am Keyboard erklärte. Was blieb, war die orange-farbene Kleidung als Markenzeichen. Seit etwa sechs Jahren besteht die Band, die zwar keine Bassgitarre dabei hat, dafür mit Michael „Michon“ Deiml aber einen singenden Schlagzeuger. Die starke Soulstimme bringt der aus Georgia stammende Ashonte „Dolo“ Lee mit, der mit seinem Gesang Geschichten erzählt von Liebe, Leidenschaft und Freundschaft, aber auch von Trauer und Einsamkeit – eine Portion Blues war also auch dabei. Dolo ist einigen wohl durch seinen Auftritt bei der TV-Show „Voice of Germany“ bekannt.

Soulkultur

Die drei Bayern gaben Nummern aus ihrem ersten, in Liechtenstein aufgenommenem Album „analogue x orange“ zum Besten, spielten aber auch ein paar extra-Hits wie Shalamars „A Night To Remember“, oder Robbie Williams‘ „Real Love“ – letztere Nummer sei Teil seines Songbooks „Songs Brother‘s don‘t sing“, wie Sänger Lee erklärte. Neben diesem Exkurs gehört das Hochleben afroamerikanischer Soulkultur zum Programm dazu, wenn etwa mit Brenda Russells „If Only For One Night“ eine bedeutende Pianistin und Songwriterin gewürdigt wird.

Freundschaft

Manchmal heiter und tanzbar, manchmal schwermütig und berührend zeigen sich die Interpretationen und Eigenkompositionen der Band. Das Trio vermag es etwa, einem Rob-Thomas-Song einen neuen, herzzerreißenden Charakter zu verleihen, aber auch mit Humor die Geschichte zu erzählen, wie ein junger Mann in der Disko die Gunst einer Frau zu gewinnen versucht („Lust“). Mit einer Interpretation des allseits bekannten „I‘ll Be There“ der Jackson Five wurde der Abend beschlossen – da hat das Trio schon lange Freundschaft geschlossen mit dem Publikum, das mit einem warm-wohligen Gefühl entlassen wurde.

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