Kultur

„Die Kinder haben uns im letzten Jahr gefehlt“

16.11.2021 • 19:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Die Kinder haben uns im letzten Jahr gefehlt“
Die Szenenfotos sind nicht mehr aktuell: Statt David Kopp spielt Sebastian Schulze den Anton. Mit dabei ist Maria Lisa Huber. Anja Köhler

„Pünktchen und Anton“ soll am Samstag Premiere feiern .

Verschiebungen, Umbesetzungen, und über allem schwebend die Fragezeichen künftiger Verordnungen: Wie schwer es sein kann, in der Pandemiezeit ein Stück auf die Bühne zu bringen, ist aktuell an „Pünktchen und Anton“ zu sehen. Bereits im Vorjahr musste die Produktion am Vorarlberger Landestheater verschoben werden, nun wird auch dieser Premierentermin um einen Tag nach hinten gelegt: Statt Freitag, den 19., soll das Familienstück nun am 20. November Premiere feiern. Nach dem aktuellen Stand werde dieser Termin aber halten, wie Intendantin Stephanie Gräve im Gespräch sagt. Sie informierte über die Situation am Theater mit Blick auf die Pandemie.

„Die Kinder haben uns im letzten Jahr gefehlt“
Intendantin Stephanie Gräve. Anja Köhler

Ein Krankheitsfall im Team machte eine weitere Umsetzung im Ensemble notwendig. Bo-Phyllis Strube springt bereits für Irene Benedict ein, die sich in Karenz befindet. Nun wird auch noch eine Hauptrolle umbesetzt: David Kopp wird durch Sebastian Schulze ersetzt, welcher am Freitag aber noch am Luzerner Theater auf der Bühne stehen wird, deshalb auch die Premierenverschiebung. Schulze lerne seit vergangenem Wochenende den Text des Antons, so Gräve – eine große Herausforderung.

Schulvorstellungen

Ein wichtiger Punkt beim Familienstück Ende des Jahres sind die Schulvorstellungen. Viele Schulen haben laut Gräve bereits einen Besuch im Dezember gebucht. Noch bis Ende November sind außerschulische Exkursionen für Schulklassen verboten – ob daran anschließend ein Theaterbesuch möglich sein wird, ist fraglich.

Zum Stück

„Pünktchen und Anton“ von Erich Kästner. Premiere am Samstag, 20. November, 19.30 Uhr im Vorarlberger Landestheater, Bregenz. Es gibt Abendvorstellungen und ab Dezember Nachmittags-Termine. Ticktes: www.landestheater.org.

Dies mache einerseits eine Planung anderer Ersatztermine schwierig: Ein Teil des „Pünktchen und Anton“-Ensembles ist auch Teil des Teams der Produktion zum Annenaltar, für die Ersatztermine gesucht werden. Werde der Große Saal für nachgeholte Schulvorstellungen gebraucht, könne wiederum kein „Polke“-Nachholtermin stattfinden. „Die Situation ist fast komplizierter als vor einem Jahr, wir haben noch weniger Klarheit, wie es weitergeht“, so Gräve.

Zum anderen hofft die Intendantin, dass Schulvorstellungen bald möglich sein werden, da mit diesen auch Kinder erreicht werden könnten, in deren Familie das Kulturangebot eine geringere Rolle spiele. Familien könnten jedenfalls jederzeit mit ihren Kindern ins Theater kommen.

Neue Maßnahmen

Weiters wackelt ein in Bizau geplantes Gastspiel. Die Unsicherheit über die nahe Zukunft im Kulturbetrieb ist groß, zumal Landeshauptmann Markus Wallner weitere Verordnungen im Veranstaltungsbereich in den Raum gestellt hat (siehe Seiten 12/13). Sollten sich die gerade in Pfüfung befindlichen möglichen Maßnahmen durchsetzen, plädiert die Intendantin im Sinne der Sinnhaftigkeit der Verordnungen für dieselben Regeln in der Nachtgastronomie. Dass ab Freitag auch während der Vorstellungen wieder eine FFP2-Maskenpflicht herrschen soll, hält sie für angebracht.

Gut besucht

Trotz der Pandemie sei das Landestheater im September und Oktober dieses Jahres gut besucht gewesen – besser als beim Beginn der Saison im Vorjahr, informiert Gräve. Nun hoffe sie darauf, dass auch wieder viele Kinder ins Theater kommen, denn: „Die Kinder haben uns im vergangenen Jahr sehr gefehlt“.