Kultur

“Beauty” und das Kulturerbe aus Sicht der Kunst

17.12.2021 • 20:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das vorarlberg museum wird sich 2022 mit rund 80 Projekten beschäftigen. <span class="copyright">Mark Mosman</span>
Das vorarlberg museum wird sich 2022 mit rund 80 Projekten beschäftigen. Mark Mosman

Zwei Sonderschauen und weitere Projekte im vorarlberg museum 2022 geplant.

Manches wird im Ausstellungsprogramm 2022 des vorarlberg museums nachgeholt, anderes wiederum verschoben. Zwei Sonderausstellungen sowie zahlreiche Projekte und Kooperationen sind im kommenden Jahr geplant. Rund 80 Projekte sollen 2022 verfolgt werden, wie der Direktor des vorarlberg museums, Andreas Rudigier, im Gespräch informierte. Eigentlich bereits 2020 geplant, soll von 9. April bis 16. Oktober 2022 die „Beauty“-Ausstellung von Stefan Sagmeister und Jessica Walsh ins Museum kommen, und zwar in adaptierter Form. Mit dem Thema Kulturerbe beschäftigt sich die zweite Sonderschau von 3. Dezember bis März 2023.

Andreas Rudigier. <span class="copyright">Roland Paulitsch</span>
Andreas Rudigier. Roland Paulitsch

Finanziell sei man relativ gut durch die Krise gekommen, meint Rudigier. Durch Corona-Hilfen und Rücklagen habe man die Verluste durch die Pandemie abfedern können. Jedoch bedeute das Landesbudget für 2022, das eine Erhöhung von 1,5 Prozent für das Haus aufweist, in Anbetracht etwa der Inflation im besten Falle eine Stagnation. Manche Projekte, wie die Entwicklung eines Buchs für Kinder, würden glücklicherweise vom Bund gefördert werden. Die Frage nach der finanziellen Zukunft nach 2022 stelle sich dennoch. Dieses Jahr werden rund 27.000 Personen das vorarl­berg museum besucht haben. Das sind gut 20 Prozent mehr als im Vorjahr, wenn auch weit entfernt von den 45.000 Gästen zu Vor-Corona-Zeiten.

Krippen aus der Sammlung

Verschoben werden musste heuer die Krippenausstellung. Sie ist nun zu Jahresende 2022 im Atrium geplant. Dort werden nicht nur jene Stücke gezeigt, die die Krippenvereine für das Museum erschaffen haben, sondern auch ältere Krippen aus der Sammlung des Museums.

Verbindung

Der Grafiker Stefan Sagmeister ist mit dem vorarlberg museum verbunden, er erstellte das Corporate Design des Hauses nach dessen Neuaufstellung 2011. Nächstes Jahr wandert nun die Ausstellung „Beauty“ von Sagmeister und Walsh, die etwa schon im MAK in Wien gezeigt wurde, in das Haus. Das „Wertvollste“ für das vorarlberg museum sei daran, dass Sagmeister für die Adaption 80 Objekte aus der Sammlung des Museums in die Schau integrieren werde, erzählt Rudigier. Der Grafiker selbst habe die Objekte ausgewählt, mit denen er teilweise eine persönliche Verbindung habe.

Stefan Sagmeister &amp; Jessica Walsh. <span class="copyright">John Madere</span>
Stefan Sagmeister & Jessica Walsh. John Madere

Das Kulturerbe ist für Rudigier ein „grenzenloses Thema“, es betreffe verschiedenste Bereiche in unserem Leben. Das, was als Kulturerbe definiert und wie damit umgegangen wird, ist nicht statisch, sondern wird in der Gesellschaft immer wieder neu verhandelt. In der Sonderausstellung „Was uns wichtig ist!“ Ende 2022 nähern sich zahlreiche Künstler aus Österreich diesem Themenkomplex. Was soll bleiben, was ist wichtig? Dies soll aus der Perspektive der zeitgenössischen Kunst beleuchtet werden.

Neuauflage

Weitere Projekte stehen auf dem Programm, so soll der Nachlass des 2016 verstorbenen türkischen Dichters Kundeyt Surdum in die Ausstellung „buchstäblich vorarlberg“ integriert werden. Auch eine wissenschaftliche Aufarbeitung seines Werks und eine Neuauflage einer Werkauswahl sei geplant: ein „starker Akzent“ in Bezug auf das Thema Migration, so der Direktor. Weiters ist Nachhaltigkeit ein Thema, das vorarlberg museum strebt das österreichische Umweltzeichen an.

Wie bereits berichtet, nimmt das Museum an der Nichtbesucherforschung teil, um zu eruieren, welche Menschen aus welchen Gründen nicht ins Museum und andere Kulturhäuser gehen. Der Bund stelle für die Studie eine sechsstellige Summe bereit, so Rudigier. Ein neues Buch soll Kindern die Geschichte Vorarlbergs näherbringen, eine Website dazu wird auch entwickelt. In Kooperation mit dem Werkraum Bregenzwerwald widmet man sich dem Architekten Alfons Fritz.

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