Kultur

Neue Kunst, gemalt, aufgeblasen oder leuchtend

28.12.2021 • 19:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Galerist Johannes Boch zwischen Werken von Ty Waltinger und Alexandra Wacker. <span class="copyright">Wolfgang Ölz</span>
Galerist Johannes Boch zwischen Werken von Ty Waltinger und Alexandra Wacker. Wolfgang Ölz

Spannende neue Kunstwerke sind in der Galerie c.art in Dornbirn zu sehen.

Die Galerie c.art zeigt bis Ende Jänner neue Arbeiten. Neben Vorarlberger sind es österreichische und internationale Positionen, die bestaunt und gekauft werden können. Eine Vorarlbergerin, die in der Schau in der Dornbirner Galerie c.art vertreten ist, ist die Enkelin von Rudolf Wacker, Alexandra Wacker. Sie wurde 1958 in Bregenz geboren, lebt heute auch in Wien und ist durch zwei großformatige Gemälde vertreten. Der Blick auf den Bodensee und die Ansicht einer alten Hütte präsentieren sich in kontrastreicher Farbigkeit. Fotorealistisch und unspektakulär führen die Bilder zur intensiven Wahrnehmung scheinbar unscheinbarer Bildmotive.

Neue Arbeiten von Johannes Steininger. <span class="copyright">Wolfgang Ölz</span>
Neue Arbeiten von Johannes Steininger. Wolfgang Ölz

Mathias Garnitschnig ist Absolvent der Kunstklasse von Erwin Wurm und arbeitet als Lehrer für Bildnerische Erziehung im Gymnasium Mehrerau in Bregenz. Seine absurd von Bleistiften durchstoßenen Kissen gemahnen an Professor Wurm. Garnitschnig hat unlängst einen Wettbewerb für die Möblierung der Fachhochschule Dornbirn gewonnen. Die Vorarlberger Leuchten-Künstlerin Miriam Prantl (Jahrgang 1965) hat heuer bereits eine Einzelausstellung in der Galerie gehabt und ist durch schicke Lichtinstallationen vertreten. Der in Wien lebende Künstler David Ölz (geboren 1977 in Lustenau) ist durch zwei Schichtenbilder präsent, die im Zuge der Auseinandersetzung mit dem Wechsel von Eingesperrt-Sein und Spazieren in diversen Corona-Lockdowns entstanden sind.

Fibonacci-Prinzip

Die Österreicherin Doris Piwonka verarbeitet bemalte Klebebänder zu Streifenbildern. Ihre analytische Malerei spielt mit vertikaler Abstraktion und Naturalismus und war vor Kurzem im Kunstforum Montafon zu sehen. Hellmut Bruch ist ein berühmter Tiroler, der seine selbstleuchtenden Lichtskulpturen im Fibonacci-Prinzip baut und sich auf den Vater des Konstruktivismus, Kasimir Malewitsch, bezieht. Markus Hofer spielt mit den Erwartungen der Wahrnehmung, indem er einen Strahl aus einem Wasserhahn materialisiert und so die Naturgesetze scheinbar auszuhebeln scheint. Ty Waltinger lässt flüssiges Silber in seinen Hydropaintings zu einem eigentümlichen Bildraum werden. Johannes Steininger rahmt aufblasbare, grellfarbene ballonartige Plastikhüllen, die einen kühl-minimalistischen Ausstellungs- oder Wohnraum bunt erhellen können.

Fließender Autolack

Zwei deutsche Künstler sind Stefan Faas und Babak Saed. Während Faas gefärbte Blöcke aus Acrylglas in aufwendiger Handarbeit zu anthropomorphen Köpfen gestaltet, spielt Saed mit Wörtern, deren Buchstaben er originell spiegelnd an die Wand heftet. Seine Arbeit „Es ist wie es ist“ gemahnt in ihrer Einfachheit an den Altmeister der Wortkunst Lawrence Weiner und im Text an den Dichter Erich Fried, der einst schrieb: „Es ist, was es ist, sagt die Liebe“. Cédric Teisseire aus Frankreich lässt Autolack über den Bildkörper rinnen und stellt damit den physischen Prozess des Fließens in den Mittelpunkt. Jus Juchtmans aus Belgien operiert mit monochromen Bildflächen, die jenseits aller Gegenständlichkeit an die große Tradition der Abstraktion im 20. Jahrhundert anschließen.

Wolfgang Ölz

„New in“. Bis 29 Jänner, Galerie c.art, Dornbirn. Mi. bis Fr., 10 bis 18 Uhr, Sa. 10 bis 13 Uhr geöffnet.

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