Kultur

Förderungsbudget nicht ausgeschöpft

12.07.2022 • 19:18 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Von links: Edgar Eller, Barbara Schöbi-Fink und Winfried Nußbaummüller im Pressefoyer. <span class="copyright">Land Vorarlberg / Alexandra Serra</span>
Von links: Edgar Eller, Barbara Schöbi-Fink und Winfried Nußbaummüller im Pressefoyer. Land Vorarlberg / Alexandra Serra

Mit dem Kulturbericht 2021 thematisierten Barbara Schöbi-Fink und Winfried Nußbaummüller geförderte Kunst- und Kulturprojekte und Kulturförderungen

Seit einer Woche gibt es den neuen Kulturbericht 2021, gestern wurde er von Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink und Winfried Nußbaummüller, Vorstand der Abteilung Kultur, im Landhaus Vorarlberg präsentiert.
Wie Schöbi-Fink betont, sei es ihr wichtig, dass Förderungen in Kunst und Kultur „nachvollziehbar und transparent“ seien. Der Kulturbericht soll dazu dienen, die Vielfalt der Kulturangebote in Vorarlberg abzubilden und zudem auch als Kunstwerk funktionieren. „Die Drucksorte muss eine künstlerische Handschrift haben“, so Nußbaummüller. Auf dem Umschlagmotiv des Kulturberichts ist eine Arbeit der Künstlerin Bella Angora zu sehen, welche im Vorjahr neben Erika Lutz die Ehrengabe für Kunst erhalten hat.
Gestaltet wurde das Buch von der Grafikerin Yvonne Rüscher, sie „setzt auf ein Konzept, das sehr stark mit Bildern arbeitet“, sagt Nußbaummüller. So soll die kuratierte Bildstrecke Vielfalt verdeutlichen und nicht nur Zahlen, sondern auch geförderte Projekte und Vorhaben in den Fokus setzten.

Mehr Anträge von Männern

Neu ist der erweiterte Gender-Report, dieser soll die bereits seit Jahren gesetzten Akzente spürbar machen, so Nußbaummüller. Die Förderzusagen von Antragstellerinnen entwickelte sich vom Jahr 2015 mit 36 Prozent bis zum Jahr 2019 mit 50 Prozent signifikant nach oben. Im Jahr 2021 sei ein Ungleichgewicht zugunsten der Männer zu verzeichnen, da von diesen „weit mehr Anträge gestellt wurden“.

Insgesamt hat die Vorarlberger Landesregierung für den Bereich Wissenschaft und Kultur im Jahr 2021 48,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wovon 23,5 Millionen Euro als Kulturförderungen geplant waren. Wie Schöbi-Fink mitteilte, wurde das Budget nicht ausgeschöpft, da aufgrund der schwierigen Umstände während der Pandemiezeit einige Projekte und Veranstaltungen nicht durchgeführt werden konnten.

Dennoch habe es insgesamt mehr Förderanträge gegeben, und es konnten zahlenmäßig mehr Künstlerinnen und Künstler gefördert werden. So seien die Instrumente Atelierförderung, Arbeitsstipendium, Impulsprojekte und auch „Kultur im Jetzt“ genutzt worden, um Künstlern „in einer Zeit, wo wenig bis gar keine Veranstaltungen möglich waren“ zu unterstützen, trotzdem in einem gewissen Ausmaß weiterzuarbeiten, sagt Schöbi-Fink. Im Rahmen dieser „Covid-19-Akzente“ hat das Land 725.474 Euro bereitgestellt.

Regionale Kulturentwicklung

Im Rückblick auf letztes Jahr hebt Schöbi-Fink einige Schwerpunkte und neue Impulse heraus, wie zum einen der Walgau-Kulturentwicklungsprozess, ein umfassendes Impulsprojekt, das seit 2019 vermehrt auf die Entwicklung der Kultur und auf ein kulturelles Selbstverständnis in der Region setzt und zum anderen die Barockbaumeister im Bregenzerwald, welche einige der prachtvollsten Barockkirchen im Bodenseeraum errichtet haben.

Neben dem Kulturbericht wurde auch die Publikation der Kunstankäufe des Landes vorgestellt. In einer reliefartigen Oberfläche sind die Namen der Künstler vertreten. Mit den Ankäufen werden unter anderem auch junge Künstler durch Erst­ankäufe gefördert und Werke unter anderen Umständen bewertet, zudem soll das Verhältnis zum Museum hinterfragt werden. Für den Zeitraum 2019 bis 2021 wurden Herta Pümpel und Erhard Witzel als Ankäufer bestellt. Aktuell sind Andrea Fink und Isabella Marte mit einem Budget von 130.000 Euro für die Kunstankäufe beauftragt.

„Zusammenarbeit

Nach sieben Jahren wird am 13. Oktober wieder eine Kulturenquete „in einem sehr breiten Rahmen“ stattfinden, um die Situation der Künstler zu analysieren und zukünftige Schwerpunkte abzuleiten. Neben den vorgegebenen Themen „Zusammenarbeit, Impulse setzen und Grenzen überschreiten“ sind auch die teils prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen von Künstlern und eine Fair-pay-Strategie im Fokus.

Im Vorfeld werden mit den Einladungen ein Booklet als eine Art Leistungsbericht und acht bis zwölf kurze Statements in Form von Kurzfilmen, in denen die Projekte vorgestellt werden, versendet. 400 Personen aus Kunst und Kultur, Verwaltung und Politik können in einen direkten Austausch treten, sich vernetzen und über die besten Prozesse der Projekte debattieren, sagt Edgar Eller, Kulturmanager, Kulturenquete Vorarlberg 2022.