Kultur

Landestheater in Bregenz wird saniert

15.07.2022 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zuletzt wurde das Theater vor fast 30 Jahren generalsaniert. <span class="copyright">Hartinger</span>
Zuletzt wurde das Theater vor fast 30 Jahren generalsaniert. Hartinger

Das Vorarlberger Landestheater wird bis 2026 um 9,6 Mio. Euro saniert.

Das Theater am Kornmarkt wurde zuletzt vor 28 Jahren von Stadt und Land generalsaniert. Über die Kostenaufteilung für die dringend nötigen Modernisierungen gab es lange Diskussionen, nun hat man laut dem Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) eine “tragbare Finanzierungslösung” gefunden. Die Stadt beteilige sich in den kommenden 15 Jahren mit rund 128.000 Euro jährlich an den Kosten.

Beteiligung der Stadt

Dass das Theater am Kornmarkt eine millionenschwere Investitionsbugwelle vor sich her schiebt, ist seit langem klar und auch von einem Gutachten untermauert. Seit 2013 sind die Kulturstätte, die nach wie vor der Stadt gehört, und deren Betrieb an die Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft (KuGes) des Landes verpachtet. Das Land trägt neben den Betriebskosten den Erhalt der baulichen und technischen Substanz und zahlt heuer rund 330.000 Euro (300.000 Euro indexiert seit 2013) jährlich, pocht dafür aber auch auf einen Gebäudezustand, der modernes Theaterspiel ermöglicht. Wer anfallende Instandhaltungen übernehmen muss, war lange Zankapfel zwischen den Partnern. Die Stadt hielt anfangs eine Beteiligung von zehn Prozent für “vorstellbar”, das Land bestand auf einer Beteiligung von 20 Prozent.

Laut Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) konnte eine "tragbare Finanzierungslösung"  gefunden werden. <span class="copyright">Hartinger</span>
Laut Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) konnte eine "tragbare Finanzierungslösung" gefunden werden. Hartinger

Nun hat man sich geeinigt. Die Stadt Bregenz werde sich in den nächsten 15 Jahren an den anfallenden Kosten mit maximal 20 Prozent, also 1,92 Mio. Euro beteiligen und auch allfällige Steigerungen des Baukostenindex im Ausmaß von zehn Prozent dieser Summe mittragen, teilte Bürgermeister Ritsch nach der Stadtvertretungssitzung mit. Zugleich werde der Pachtzins während des zehnmonatigen Realisierungszeitraumes um 20 Prozent gekürzt. In der Sitzung sei ein Nachtrag zum bestehenden Pachtvertrag beschlossen worden, laut diesem wird von Herbst 2025 bis Sommer 2026 ein Großteil der Bühnenausstattung und -technik erneuert, dazu gehören unter anderem die Bühnenmaschinerie, die Beleuchtung, die Audio- und Videoanlage, aber auch architektonische Anpassungen zur Verbesserung der Abläufe. “Bregenz ist nicht nur Landeshauptstadt von Vorarlberg, sondern auch Kulturhauptstadt am Bodensee”, betonte Ritsch die Bedeutung des Vorhabens.

“Weder Gewinner noch Verlierer”

Werner Döring, Geschäftsführer der KuGes, bestätigte die Einigung am Freitag und zeigte sich zufrieden. Lange habe es bei der Stadt keinerlei Bewegung gegeben. So hätte das Land auch Interesse an einem Ankauf gezeigt, das Vorhaben sei aber an den Vorstellungen der Stadt gescheitert. Rund 7,5 Mio. Euro sollen nun in die technische Instandhaltung fließen, weitere zwei Mio. Euro in bauliche Anpassungen, so sei etwa die Öffnung des Foyers in Richtung des Karl-Tizian-Platzes angedacht. “Ich freue mich über das Mitmachen der Stadt”, so Döring, der “weder Gewinner noch Verlierer” in der Debatte ausmachen wollte. Bregenz beteilige sich auch an der Baukostensteigerung, wenn auch gedeckelt. Döring erwartete bis 2025/26 bis zu zwanzig Prozent Steigerung. Er sei zuversichtlich, dass die Stadt trotz der nun gefassten Beschlüsse hier weiter gesprächsbereit sein werde.

Werner Döring freut sich über die Einigung <span class="copyright">Ritter/NEUE</span>
Werner Döring freut sich über die Einigung Ritter/NEUE

25 Prozent der auf die KuGes entfallenden Mittel werde man aus eigenem Budget finanzieren, 55 Prozent sollen vom Land kommen. Hier erwarte er demnächst den entsprechenden Beschluss der Landesregierung, erklärte Döring. Im Herbst sollen die Arbeiten dann ausgeschrieben werden. Aufgrund der Sanierung wird das Vorarlberger Landestheater in der Saison 2025/26 geschlossen bleiben, auch ein Teil des Spielplanbudgets fließe dann in die Sanierung, zudem werde man auf die alljährliche Opernproduktion verzichten müssen. Allerdings entwickle Landestheater-Intendantin Stephanie Gräve für diese Zeit bereits Ideen für übers Land verteilte, kleinere Produktionen, verriet Döring.

APA

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