Kultur

Punk-Allüren in der Poolbar

27.07.2022 • 18:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Thees Uhlmann und seine Band am Poolbar Open Air. <span class="copyright">DAniel Furxer</span>
Thees Uhlmann und seine Band am Poolbar Open Air. DAniel Furxer

Am Dienstag war der Indie-Rock von Thees Uhlmann im Poolbar Open Air zu erleben. Der Musiker gab sich lebensfroh und schaffte eine Nähe zum Publikum.

Thees Uhlmann spielte mit seiner Band Open Air auf der Poolbarbühne und bewies, wie hipp Deutschrock sein kann.
Der deutsche Musiker ist wohl ein klassisches Original der „Hamburger Schule“. Diese musikalische Kategorisierung der 1990er und 2000er Jahre ist zwar schon etwas aus der Zeit gefallen und die Bands, die darin gruppiert wurden, vertraten sehr unterschiedliche Stile. Wer jedoch Tomte kennt, weiß sehr wohl um die textsicheren und romantischen Lyrics von Gründungsmitglied und Sänger Thees Uhlmann.

Drive und Comedy

Diese unverkennbaren Lieder, die immer etwas mit Freiheit und Punk zu tun haben, präsentierte Herr Uhlmann gekonnt und mit viel Drive beim Poolbar Open Air. Viele Bands spielen ihre Songs trocken runter, Thees Uhlmann garnierte jeden Song mit einer prickelnden Einleitung, die so selbst zu einer Geschichte wurde. Einfach sympathisch.

Er war ein Geschichtenerzähler, der an diesem Abend den unbedingten Willen zeigte, mit dem Publikum in Kontakt zu treten. Auch vor Stand-Up Comedy schreckt er nicht zurück. Da wurden nicht nur Gratis-Shirts verschenkt und Menschen zum Mitsingen auf die Bühne geholt, sondern seine lebensfrohe Art übertrug sich auch auf seine Zuhörer. Komplimente wie solche, dass es im Publikum sehr viele schöne Menschen gäbe, nahm man wohlwollend auf.

Rock und Punk im Herzen

Musikalisch glänzte er mit „Das Mädchen von Kasse 2“, das in echt ein Slayer T-Shirt trug. Selbst schmückte sich Thees Uhlmann mit einem „St. Pauli“ Fanleibchen, und zeigte so eindeutig, dass er zwar rockige Lieder singt, aber den Punk im Herzen trägt.

Romantiksongs und Durchhalteparolen, auch wenn man einmal ganz unten ist, goss die Band in wunderschön nachdenkliche Lieder. Das Stück dazu kannten die Fans auch: „Avicii“. Gegen Ende packte er seinen Tomte All Time Klassiker „Ich sang die ganze Zeit von dir“ aus. Wer wohl danach alles eine Wand in Feldkirch suchte, um den Namen seiner Angebeteten draufzuschreiben, bleibt bislang unbekannt. Die Zuschauer wussten es zu schätzen, dass Uhlmann nach all den Jahren noch die Energie versprühte, die an die Zeit erinnert, als man noch Tomte im Jugendzimmer rauf und runter spielte.

Oskar Haag zeigte mit seinen jungen 16 Jahre einen eleganten Hüftschwung à la Harry Styles und stellte seine Künste als Singer/Songwriter vor dem Hauptact voll und ganz unter Beweis.

Poolbar Festival: bis 14. August im Hallenbad/Reichenfeld, Feldkirch; Termine und Infos unter: www.poolbar.at

Von Daniel Furxer