Kultur

Jörg Bach: Ein Meister der Bildhauerei

29.07.2022 • 18:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Blick in die Ausstellung von Jörg Bach in der Galerie Arthouse in Bregenz. <span class="copyright">Wolfgang Ölz</span>
Blick in die Ausstellung von Jörg Bach in der Galerie Arthouse in Bregenz. Wolfgang Ölz

Der Bildhauer Jörg Bach versammelt handwerklich saubere, künstlerisch überzeugende Arbeiten als Festspielausstellung in der Galerie Arthouse in Bregenz.

Galerist Herbert Alber kommt ins Schwärmen, wenn er erklärend die große schwere Stahlskulptur umkreist, die den Glanz von Jeff Koons mit der Abstraktion Hans Arps verbindet und mit 85.000 Euro auf einen besonders betuchten Festspielgast wartet. Sie ist eines der Exponate, die derzeit in der Bregenzer Galerie Arthouse in der Festspielausstellung von Jörg Bach zu sehen ist.

Jörg Bach (Jahrgang 1964) studierte von 1986 bis 1991 an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei den Professoren Walter M. Förderer und Hiromi Akiyama. Heute kann er von seiner Kunst leben. Am Anfang war das schwer, ging irgendwie, zwar nicht in Saus und Braus, wie er schmunzelnd gesteht, aber immerhin. Das war nicht immer so.

Kunstpreise

1988 bis 2001 arbeitete Bach als Lehrer an der Jugendkunstschule Zebra in Tuttlingen am von Bregenz aus gesehen anderen Ende des Bodensees. In den vergangenen Jahren hat er zwei bedeutende Kunstpreise gewonnen. Einerseits erhielt er 2018 den Förderpreis der Heitland Fondation Honneur in Celle, andererseits ist er 2019 Preisträger des Loth-Skulpturenpreis der Art Karlsruhe geworden.

Jörg Bach ist Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg und in der Neuen Gruppe München. Er ist in wichtigen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten und ist schon im ganzen deutschsprachigen Raum sowie international, in Frankreich, Holland, Dänemark und Italien, ausgestellt worden. Auch im südkoreanischen Seoul wurde er schon gezeigt, allerdings nur die Werke. Er selbst will seinen Skulpturen und Bildern nicht hinterherfliegen, weil er in kein Flugzeug steigt, sondern nur mit dem Auto unterwegs ist. Viele Arbeiten hat er auch für den öffentlichen Raum geschaffen.

Keine Vorbilder

Herbert Alber stellt den in Norddeutschland geborenen Künstler das erste Mal in seiner Galerie aus. Er hatte ihn aber auch schon in der mittlerweile eingestellten Art Bodensee auf seinem Messestand gehabt. In der aktuellen Ausstellung gibt es nur Skulpturen zu sehen, wie wohl Bach auch große Zeichnungen und Frottagen im Programm hätte. Vorbilder habe er keine, gibt er zu Protokoll. Es sei nicht einfach, ihn in eine Schublade zu stecken. Und doch gibt es Künstler, die er bewundert, wie zum Beispiel den Megamaler Anselm Kiefer. Wenn er eine Arbeit sieht, kann er schon empfinden, wie toll sie ist, aber auf lange Sicht überzeugt ihn als Künstler niemand, nur er selbst, wie er mit einem Augenzwinkern gesteht.
Jörg Bach arbeitet als Künstler in Serien. Da gibt es die Skulpturen mit glatt polierten Flächen. Wenn ihm das zu langweilig wird, dann macht er wieder etwas Aufgerautes mit satten Farben. Wenn ihn das harmonisch Runde anficht, dann wird es wieder spitzig-eckig. Wenn er genug mit poliertem Edelstahl gebaut hat, dann macht er schon mal wieder etwas versifft Ruppiges.

Komplex

Alber kommt bei den Erläuterungen der großen 85.000-Euro-Skulptur von Bach ins Schwärmen wie selten. Der handwerklich perfekt zusammengeschweißte drei Millimeter dicke Edelstahl hängt in Spannung zusammen und vollführt ganz eigene Bahnen. Dafür muss zuvor mit Karton ein passendes Modell geschaffen werden. Es sieht einfach aus, aber ist ziemlich komplex, wie da die einzelnen Teile zueinanderstehen. Insgesamt tolle Arbeiten, die jetzt in der Festspielzeit bei Herbert Alber feilgeboten werden.


Bis 13. August. Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr, Samstag, 10 bis 12 Uhr. www.arthouse.at