Kultur

Kurzfilme zwischen Virtual Reality, Animation und Horror

03.08.2022 • 18:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die unsichtbare Grenze_Alpinale
Die unsichtbare Grenze_Alpinale

60 internationale Kurzfilme werden im fünftägigen Kurzfilmfestival in Bludenz großteils Open Air vorgeführt. Darunter auch drei österreichische Produktionen.

Nächste Woche startet das 37. Alpinale Kurzfilmfestival in Bludenz. Von 9. bis 13. August werden Filme aus den Kategorien Animationsfilm, Kurzspielfilm, Vorarlberg-Shorts, Virtual Reality, Kinderkurzfilm und Horror gezeigt.

Auswahl

Aus 970 Einreichungen hat ein großes Team von Vorjurymitgliedern in Zweierteams die Filme gesichtet und eine Vorauswahl getroffen, aus welcher der Alpinale Vorstand das Programm zusammenstellte. Alle Kurzfilme sind maximal zwei Jahre alt und dauern zwischen 10 und 30 Minuten. Wichtiges Kriterium dabei war eine narrative Erzählstruktur, wodurch Dokumentarfilme und experimentelle Filme in der Alpinale nicht vertreten sind. Von den eingereichten V-Shorts, den Kurzfilmen mit Vorarlbergbezug werden, werden alle Filme gezeigt, die die Anforderungen erfüllen.

Erstmals werden auch interaktive, animierte Virtual Reality Kurzfilme und 360°-Kurzfilme für Besucher zu erleben sein. In den letzten zwei Jahren waren diese Filme aufgrund von Corona-Einschränkungen nur der Jury vorbehalten. Durch VR-Brillen können Besucher die Kurzfilme immersiv erleben und finden sich mitten im Geschehen wieder.
Im internationalen Wettbewerb laufen Kurzfilme aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Belgien, Schweden, Polen, Niederlande, Deutschland, Norwegen, Iran und China. Auch drei österreichischen Produktionen sind vertreten: Im Film „Neuzeit von Stefan Langthaler gehen Vater und Sohn gemeinsam auf eine Wanderung, in „Die unsichtbare Grenze“ von Mark Gerstorfer wird eine Familie abgeschoben und mit „Steh auf du Sau!“ zeigt Florian Moses Bayer, wie Geschlechterrollen funktionieren.

Gesellschaftspolitisch

Besucher erwartet ein bunt gemischtes Programm. Wie Intendantin Manuela Mylonas beschreibt, gibt es keine thematischen Vorgaben oder inhaltliche Schwerpunkte. Jedoch handelt es sich bei Kurzfilmen oft um ernste oder emotionale Filme, die zum Nachdenken anregen.
Durch ihre kürzere Produktionszeit sind Kurzfilme flexibler und können schneller auf Ereignisse in der Welt reagieren, weshalb viele Filme im Programm auch gesellschaftspolitisch aktuelle Themen, wie Abtreibung und Flucht aufgreifen, aber auch unbedarfte Themen wie Generationen oder Beziehungen widerspiegeln. In einem Film zum Thema Migration verkauft eine Mutter ihren Körper, um für ihr Kind zu sorgen. Die Flüchtlingsthematik wird kindgerecht in einem Kinderfilm gezeigt.
Pro Abend werden zwischen sechs bis acht Filme gezeigt. Am fünftägigen Festival werden auch über 40 Regisseure und Filmschaffende anwesend sein und es wird Filmgespräche und viel Raum für Austausch und Diskussionen mit dem Publikum geben.