Kultur

Bus als Schauplatz für Performance

31.08.2022 • 18:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bus als Schauplatz für Performance
Eine Performancefahrt mit dem Bus. Romaric Seguin

Die Festspiele Bregenzerwald erleben heuer ihre zweite Auflage. Zahlreiche Workshops und drei öffentliche Veranstaltungen stehen auf dem Programm.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr gibt es heuer im September eine Fortsetzung der Festspiele Bregenzerwald. Die von der in Berlin lebenden Krumbacherin Elena Bechter und Viatcheslav Kushkov, der an mehreren Schauspielschulen lehrt, ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe widmet sich schwerpunktmäßig der Performance – als Zusammenspiel von Akteurinnen und Akteure verschiedener Genres.
„Wir schauen, dass wir immer mindestens drei darstellende Künste zusammenbringen“, sagt Bechter zum Konzept. Die 27-Jährige, die auch eine Tanzausbildung hat, ist freischaffende Opernsängerin und lebt seit einiger Zeit in Berlin. In die deutsche Hauptstadt ist sie über die Stationen Stuttgart, Nürnberg und Frankfurt gekommen.

Festivalleiterin Elena Bechter. <span class="copyright">Daniel Nartschick</span>
Festivalleiterin Elena Bechter. Daniel Nartschick

Podiumsdiskussion

Bei den diesjährigen Festspielen Bregenzerwald gibt es drei öffentliche Veranstaltungen. Begonnen wird am kommenden Sonntag, 4. September, am Abend mit einer Podiumsdiskussion im Frauenmuseum in Hittisau. Miriam Steinbock (IG Kultur), Winfried Nußbaummüller (Kulturabteilung Land Vorarlberg), Philipp Fasser (Bürgermeister Lingenau), Veronika Sutterlüty (Kulturbüro Bregenzerwald), Claudia Grava (Künstlerin) und Jonas Humpeler (Schüler) diskutieren unter der Moderation von Schauspielerin Sabine Lorenz darüber, was offene, spartenübergreifende Kulturformate bringen.
Eine Drive-in-Performance wird dann am kommenden Mittwoch, 7. September stattfinden. Die Inhalte dafür werden allerdings erst in Workshops entwickelt. „Es ist ein partizipatives Projekt, das sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzen wird“, erläutert Bechter. Schauplatz des Geschehens ist ein Bus, der durch verschiedene Bregenzerwälder Gemeinden fahren wird. Gestartet wird bei der Bushaltestelle Bränden in Krumbach. Das ist jener Platz, auf dem der japanische Architekt Sou Fujimoto sein „Bushäuschen“ errichtet hat, ein skulpturenartiges Gebilde aus weißen Stangen. Die Reise geht dann über Lingenau nach Andelsbuch und wieder zurück nach Krumbach. Tanz, Maskenspiel, Poetry Slam, Klangerlebnisse und noch anderes mehr wird versprochen – aufgeführt von Workshop-Teilnehmenden und den Künstlerinnen und Künstlern der Reihe.

Wurzelsuche

„Verwurzelt“, ein szenischer Abend mit Musik, Tanz und Theater, an dem auch Bechter selbst auftreten wird, ist am Samstag, 11. August in der Zimmerei Nenzing in Hittisau und am Tag darauf im Moorbad in Sulzberg zu sehen. Dabei handelt es sich um eine Uraufführung. Gesang, Cello, Harfe und auch Texte kommen dabei zum Einsatz. Gesucht wird „nach den Wurzeln des menschlichen Seins“.
Begleitend zu den Aufführungen gibt es von 2. bis 7. September sieben Workshops, darunter eine Einführung in das Spiel mit der Handpan, einem mit den Händen gespielten Blechklanginstrument. Maskenspiel, Tanz und Stimme sind weitere Inhalte der Workshops.

Festivalleiter Viatcheslav Kushkov. <span class="copyright">Viatcheslav Kushkov</span>
Festivalleiter Viatcheslav Kushkov. Viatcheslav Kushkov

Verbindungen

Die erste Auflage der Festspiele Bregenzerwald im Vorjahr sei gut angekommen, erzählt Bechter. Derzeit sei man mit dem Land und den Bregenzerwälder Gemeinden in Gesprächen für eine langfristige Finanzierung. Ihr Plan ist es, die Veranstaltung jährlich in verschiedenen Gemeinden der Region durchzuführen. „Damit kommen die einzelnen Gemeinden auch in kultureller Hinsicht in Kontakt und schaffen Verbindungen“, sagt sie.
Das Zusammenführen verschiedener Künste in einer Aufführung hat für sie auch den Zweck, das Publikum auf die Vielfalt aufmerksam zu machen. „Es gibt vielleicht Leute, die nur ins Theater oder nur zu Klassikkonzerten gehen und so kommen sie auch mit anderen Genres in Kontakt“, erklärt die Festivalleiterin. Und nicht zuletzt sei diese Art von Projekten auch für die Künstlerinnen und Künstler spannend, ist sie überzeugt.

Infos und Workshop-Anmeldung unter www.art-2020.info

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