Kultur

Junge Musizierende mit großen Werken

01.09.2022 • 18:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christoph Eberle ist der Gründer und Leiter der Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie. <span class="copyright">MARCEL A. MAYER</span>
Christoph Eberle ist der Gründer und Leiter der Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie. MARCEL A. MAYER

Christoph Eberle Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie spielt Konzerte mit Schubert und Mahler.

Vor sechs Jahren hat der Hittisauer Musiker und Dirigent Christoph Eberle die Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie gegründet – ein Projektjugendorchester, das sich jeweils zu Probentagen trifft und in der Folge eine Konzertreihe spielt. Im Frühjahr in Kammermusik-Formation, im Herbst in voller Orchesterbesetzung.
Nun ist es wieder soweit. Heuer stehen mit Franz Schuberts Musik zum Schauspiel „Rosamunde“ und Gustav Mahlers vierter Symphonie zwei große Werke auf dem Programm, die eigentlich schon 2020 hätten aufgeführt sollen. Corona hat diesem Plan einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Anpassung

Zwar musste in der Folge nur ein Projekt verschoben werden, wie Eberle erzählt. Allerdings war es notwendig, die Programme aufgrund der verschiedenen Maßnahmen und Regelungen in den vergangenen zwei Jahren anzupassen und mit kleinerer Besetzung zu arbeiten. „Die großen Sachen waren nicht möglich, weil es die Regelungen nicht zugelassen haben“, erklärt der Projektleiter.
In diesem Jahr sollten große Konzerte aber wieder möglich sein und seit Mittwochabend wird wieder in der Landwirtschaftsschule in Hohenems geprobt. Rund 75 junge Musikerinnen und Musiker aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein haben sich heuer zusammengefunden. Der Altersdurchschnitt liegt bei 17 bis 22 Jahren, informiert Eberle. Die Jüngsten sind zwölf Jahre alt, die Ältesten doppelt so alt, nämlich 24.

Generationenwechsel

Erstmals ist Eberle bei Quarta auch mit einem Generationenwechsel konfrontiert. Einige der jungen Musikerinnen und Musiker der letzten Jahre seien mittlerweile unter anderem im Ausland oder in Berufsorchestern, erzählt er. Daher habe es zahlreiche Neuanmeldungen gegeben, „viele neue Gesichter, die ich am ersten Probentag das erste Mal gesehen habe“. Ein Problem ist das für ihn nicht. „Die jetzige junge Musikergeneration ist vom Handwerklichen her sehr gut ausgebildet. Die kann fast alles spielen“. Jetzt gehe es nur noch darum, das zusammenzubringen.
Bis Dienstag wird nun geprobt, am Abend ist die öffentliche Generalprobe in Hohenems. Am Mittwoch erfolgt dann der Auftakt zur Konzertreihe im Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg. Weiter geht es dann bis inklusive Sonntag in Bregenz, St. Gallen, Wangen und Feldkirch.

„Schneller, höher, weiter”

Die sehr gute handwerkliche Ausbildung sehr junger Musikerinnen und Musiker sei der einzige Vorteil der „Schneller-höher-weiter“-Mentalität, die sich seit Jahren auch in der klassischen Musik breitmache, sagt Eberle. Dabei werde Wert auf die virtuose Seite gelegt, die inhaltliche aber vergessen, kritisiert er. Genau dem will er mit seiner Arbeit mit der Quarta 4 Länder Jugendphilharmonie entgegenwirken. „Ich sehe es als besondere Aufgabe an, meine Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben“, sagt er.
Das Interesse an den Konzerten ist laut Eberles Informationen groß. „Die Leute wollen wieder Konzerte in großen Rahmen erleben.“ Mit der 1991 in Bludenz geborenen Isabel Pfefferkorn ist zudem eine junge Vorarlberger Sängerin bei diesen Konzerten mit dabei. Sie singt im ersten Teil Schubert-Lieder, im zweiten den Sopran-Part aus „Des Knaben Wunderhorn“.

Quarta

Konzerttermine

Mittwoch, 7. September: Angelika Kauffmann-Saal, Schwarzenberg.

Donnerstag, 8. September: Festspielhaus. Bregenz.

Freitag, 9. September: Tonhalle, St. Gallen.

Samstag, 10. September: Waldorfschule, Wangen.

Sonntag, 11. September: Montforthaus, Feldkirch.

Beginn: 19.30 Uhr, Feldkirch: 18 Uhr.

www.quarta4.org