Kultur

Literarische Ausflüge in die “Geliebte Ukraine”

05.12.2022 • 13:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Dietmar Grieser liebt es, in der Vergangenheit zu blättern
Dietmar Grieser liebt es, in der Vergangenheit zu blättern APA/HANS PUNZ

Autor Dietmar Grieser bringt einen Reportagenband heraus.

Dietmar Grieser hat seine literarischen Spurensuchen, die ihn in all den Jahrzehnten seines Schaffens immer wieder einmal mit der Ukraine verbanden, in einem Band herausgegeben: „Geliebte Ukraine“ versammelt Reportagen aus sechs Jahrzehnten.


Grieser grub tief, als er 1979 nach Donezk reiste, um sich in der „Stadt des Arbeitsruhms“ auf die Spuren von Alexej Stachanow zu begeben: Dieser Stachanow übertraf in der Nacht „vom 30. zum 31. August des Jahres 1935 (…) auf Anhieb und im Alleingang, seine Arbeitsnorm ums Vierzehnfache“. Das machte den einfachen Arbeiter in der Sowjetunion berühmt. Grieser begibt sich aber auch auf die Suche nach dem echten Milchmann Tewje: die von Scholem Alejchem geschriebene Geschichte wurde später als „Anatevka“ in ein Musical verwandelt. Während die frühen Reportagen dank Grieserscher Anekdoten-Fülle glänzen, vermisst man leider bei der letzten Geschichte über die ukrainische Opernsängerin Zoryana Kushpler das Verweilen – die Geschichte bricht zu verfrüht ab. Dennoch ein lohnenswerter Ausflug in die „Geliebte Ukraine“.

Dietmar Grieser. Geliebte Ukraine. Amalthea, 156 Seiten, 22 Euro
Dietmar Grieser. Geliebte Ukraine. Amalthea, 156 Seiten, 22 EuroFotograf

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