Kultur

Neuzugänge in der Galerie c.art

17.01.2023 • 19:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Johannes Boch präsentiert die Werke.<span class="copyright"> Wolfgang Ölz</span>
Johannes Boch präsentiert die Werke. Wolfgang Ölz

Die Gruppenausstellung ”New in vol.4” präsentiert die Neuzugänge.

Johannes Boch ist ein Galerist aus Leidenschaft. Sein Kunstempfinden ist lehrreich, wenn nicht legendär, wie das in der Galeristenfamilien Prantl und Boch mit Schwiegervater Kurt Prantl, Gattin Belinda Boch und Sohn Leon Boch, der schon die Galerie am Lindenplatz in Vaduz führt, sozusagen in der Verwandtschaft liegt.

Aktuell stehen drei Neuzugänge im Fokus Doris Piwonka, Laurien Renckens und Christoph Dahlhausen.

Johannes Boch ist ein Galerist aus Leidenschaft.  <span class="copyright">Wolfgang Ölz</span>
Johannes Boch ist ein Galerist aus Leidenschaft. Wolfgang Ölz

Unglück in der Malerei

Doris Piwonka wurde 1968 in Judenburg geboren und lebt seit 1989 in Wien. Sie studierte 1996-2000 Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Ihr Werk wurde 2003 mit dem Preis der Anni-und-Heinrich-Sussmann-Stiftung und 2014 mit dem Staatsstipendium für Bildende Kunst geehrt, seit 2021 bis 2028 nutzt sie ein Bundesatelier in der Westbahnstraße im 7. Wiener Gemeindebezirk.

Die Partnerin des Vorarlberger Künstlers Gerold Tagwerker zeigte zuletzt 2022 Werke unter dem Titel „Der Grund ist das Unglück der Figur“ in der Galerie c.art. Dabei bezieht sie sich auf eine Publikation aus dem Jahr 2017, die sich „Der Grund ist das Unglück der Figur – Die Figur ist das Unglück des Grunds“ nennt, die Doris Piwonka herausgegeben hat. Der ­abendländische Glückanspruch wird hier mit Fragen der Malerei, nach Figur und Grund verknüpft.

Glückseligkeit (Eudaimonia), wie sie Aristoteles als höchstes Ziel des menschlichen Lebens definiert, wird damit zur Disposition gestellt, denn „das Glück erwählen wir uns stets um seiner selbst willen und niemals zu einem darüber hinausliegenden Zweck“ (Nikomachische Ethik) – also auch nicht aufgrund von Zwecken der Malerei.

Die Werke in der Galerie c.art in Dornbirn ausgestellt. <span class="copyright">Wolfgang Ölz</span>
Die Werke in der Galerie c.art in Dornbirn ausgestellt. Wolfgang Ölz

Alles ist Drang

Laurien Renckens ist Jahrgang 1966 und lebt und arbeitet in Nijmegen unter der Devise „Everything ist urgent and urgency ist everything“. Zu Deutsch etwa: Alles ist Drang und Drängen ist alles. So nimmt er für die Totalität des Seins eine grundsätzliche Kraft aus. Diese Kraft drückt sich in der Kunst aus, was diese Kraft aber genau ist, lässt sich aus einem kreativen Prozess schwer heraus­destillieren.
Christoph Dahlhausen, geboren 1960, lebt und arbeitet in Bonn und Melbourne.

Sein Werk wurde hoch ausgezeichnet und seine farbintensiven Objekte in der Galerie in Dornbirn stehen in der Tradition der großen Farbexperimente der Kunstgeschichte, die einen ihrer Kumulationspunkt in der Color field Painting und darin in den monochromen Bildmeditationen eines Mark Rothko haben.
Gezeigt werden aber auch neue Arbeiten der Künstler der Galerie.

Unter den Vorarlberger Positionen sind Alexandra Wacker mit einem großformatigen Schwarz-Weiß Landschaftsbild, Gerold Tagwerker mit einem charakteristischen Gitternetz und Miriam Prantl mit spezifischen Klebebandbildern zu nennen. Auch eine Krachmaschine von Hubert Dobler steht im Regal.

”New in vol.4”: Bis 28. Jänner in der Dornbirner Galerie c.art.

Wolfgang Ölz

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