Dieses Stück über die Liebe geht direkt unter die Haut

Drei Schauspielerpaare zeigen die verschiedenen Stadien einer Liebe – frisch, vertraut und schmerzhaft ehrlich.
Wenn Theater-Gäste nach einer Aufführung sich gegenseitig ihr Herz ausschütten oder aus dem Kopfkino scheinbar gar nicht mehr herausfinden, dann ist etwas Magisches im Gange. Diese Szenen offenbarten sich nach der Uraufführung von Bernhard Studlars „Halten, Bleiben, Leben – Fragmente einer Liebe“, die am Donnerstag, dem 19. Februar, im Bregenzer Theater Kosmos gefeiert wurde.

Zweite Bühne im Kopf
Die Handlung folgt einer einfachen Prämisse: zwei junge Menschen verpassen den Bus, lernen sich kennen und lieben. Passagen aus 40 Jahren Beziehung erscheinen in nicht linearer Abfolge. Durch diese Struktur gewinnt das Stück an universellem Charakter, der die Besucher mit ihrem eigenen Leben konfrontiert. Das schlichte Bühnenbild von Stefan Pfeistlinger ist ideal gewählt, denn eine entscheidende Ebene des Stücks spielt sich im Gedächtnis der Zusehenden ab.

Konkret sind die einzelnen, sich überlappenden, besser gesagt begegnenden, Abschnitte in drei Lebensphasen geteilt. Hannes Kainz und Julia Reisser spielen die jungen Verliebten überzeugend frisch. Gabriel Marrer und Michaela Vogel sind als Paar im mittleren Alter zu sehen, wobei sie eine unglaubliche Intimität ausstrahlen. So auch Hubert Dragaschnig und Sabine Lorenz, deren tragisch-humorvolles Spiel auch bei geschlossenen Augen die Seele regt.

Aufwühlende Erfahrung
Wer sich nur an den Schmerz des eigenen Liebeslebens erinnern kann, dem könnte das intensive Stück gefährlich nahe gehen. Dafür eignet es sie wie kaum eine andere Inszenierung für Paarbesuche. Als Makel kommt die Länge in Betracht, wobei sich die Handlung schlecht kürzen lässt.
Die nächste Aufführung findet am 21. Februar um 20 Uhr statt. Als vorerst letzter Termin ist der 13. März fixiert.