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51.000 Stimmen für Ö 1

Schon 51.000 Radiohörer haben eine Petition gegen den Autonomieverlust des Kultursenders Ö 1 unterzeichnet. ORF-Spitze wiegelt ab.

Ist die Unabhängigkeit des ORF-Kultursenders Ö 1 durch die angekündigte Übersiedlung aus der Wiener Argentinierstraße in das zentralisierte neue Newscenter auf dem Küniglberg gefährdet?

Eine stattliche Anzahl an Radiohörern scheint davon überzeugt: Bis gestern Abend hatten bereits gut 51.000 Hörer eine entsprechende Petition auf der Online-Plattform Avaaz unterzeichnet. Ihre Befürchtung: Trotz gegenteiliger Beteuerungen der ORF-Spitze könnte Ö 1 durch den Umzug seine Autonomie und damit seine Identität als Kultur- und Reportagenradio einbüßen. Auch, weil mit der Zentralisierung Kürzungen bei Mitarbeitern und Ressourcen im Raum stünden.

„Viel zu oft wird an der Meinung und den Anliegen der Menschen vorbeiregiert und -verwaltet“, argumentiert Initiator Johannes Stritzl seine Motive für den Start der Kampagne. „Radio Ö 1 muss selbstständig bleiben und die Programmplanung darf keinesfalls von einer zentral agierenden Instanz im Newscenter erfolgen.“ Die Beibehaltung der Senderidentität und des eigenen Standorts für Ö 1 sind weitere Forderungen der Initiative, die es demnächst auf 55.000 Unterschriften bringen will. Dann möchte Stritzl die Petition an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz übergeben.

Der war gestern auf Klausur in Sachen Unternehmensstruktur in Reichenau an der Rax; bereits vorab versicherte er, es denke „niemand auch nur eine Sekunde daran, Ö 1 in seiner Bedeutung, Qualität und in den Möglichkeiten einzuschränken. Auch wenn wir Standorte verlagern, heißt das nicht, dass wir die Kompetenz des Senders schmälern.“ Im Gegenteil: „Ö 1 soll in jedem Fall gestärkt werden“, so Wrabetz.

Daran gibt es aber auch ORF-intern Zweifel. Schon fast ein Jahr lang – seit Bettina Roithers Abgang im März 2014 – wird Ö 1 interimistisch vom Feature- und Literaturchef Peter Klein geleitet. Offiziell ausschreiben will Wrabetz den Posten des Ö 1-Chefs aber erst, wenn die neue Unternehmensstruktur endgültig feststeht. Einen konkreten Zeitrahmen dafür gibt es derzeit aber noch nicht.

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