Unberechenbar wie das Leben

Eine „seltsame autobiografische Trilogie“ nennt Mike Markart seine Romane „Calcata“, „Der dunkle Bellaviri“ und „Ich halte mir diesen Brief wie einen Hund“. Autobiografische Details dürften zwar eine gewisse Rolle spielen, im dritten Band sind sie aber kaum mehr zu identifizieren. Zunächst mit einer Familienchronik beschäftigt, in der von Kochrezepten die Rede ist, erweist sich Markarts Protagonist zusehends als solipsistische Figur, in deren Schriftstellerleben eigentlich kaum aufregende Momente des Alltags zunehmende Bedeutung erfahren. Als wäre es ein Tristram Shandy, reißt Markart in fein poetisierender Sprache etliche Begebenheiten an, um gleich darauf die Neben- als Hauptsache zu behandeln: „Und jedes Mal habe ich sofort das Gefühl, mich beinahe an etwas zu erinnern dadurch. Aber ich komme nie ans Ziel mit meinem Denken.“

Dann entschließt er sich, der Ex-Geliebten einen Brief zu schreiben. Anstatt ihn aber abzusenden, wird er ihn fortan in der Tasche tragen. Mit dem Brief geht es ihm, stellt er fest, wie dem Nachbarn, der seinen Hund an der Leine führt. WM

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