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Würdigung für Luthers Weggefährten

Ausstellung beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken Georg Spalatins. Er war einer der engsten Weggefährten Martin Luthers.

Die Reformation in Deutschland ist eng mit dem Namen Martin Luthers verbunden, doch war Luther auf Mitstreiter angewiesen. Einer seiner engsten Weggefährten war Georg Spalatin. Angesichts seiner Verdienste um die Reformation hat Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) Georg Spalatin (1484–1545) als „einen herausragenden Mann“ gewürdigt. „Ohne Spalatins Einflussnahme auf die fürstlichen Entscheidungen wäre Luthers Bibelübersetzung auf der Wartburg undenkbar, ja wäre der Reformationsprozess ins Stocken geraten“, sagte die studierte Theologin am Samstag in Altenburg. Anlass war die Eröffnung der Ausstellung „Georg Spalatin – Steuermann der Reformation“, die seit Sonntag regulär für Besucher zugänglich ist.

1800 Federzeichnungen

Die Schau im Residenzschloss und in der Kirche St. Bartholomäi zeigt mehr als 300 Objekte, darunter eine lateinische Bibel aus dem Besitz Spalatins sowie Original-Bände der Geschichte der Sachsen und Thüringer, die der Theologe im kurfürstlichen Auftrag um 1515 verfasst hatte. Diese sind mit rund 1800 kolorierten Federzeichnungen illustriert. Es ist den Angaben nach das erste Mal seit der Reformation vor fast 500 Jahren, dass sich ein so umfangreiches Ausstellungsprojekt dem Leben und Wirken Georg Spalatins widmet.

Spalatin sei Vermittler zwischen Kurfürst Friedrich III. und Luther gewesen und damit zwischen weltlicher Macht und geistiger Erneuerung, erläuterte Lieberknecht. „Reformation ist Politik“, betonte die Landesbischöfin der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann. Daher habe christlicher Glaube politische Konsequenzen. Die Gesellschaft brauche Menschen, die sich aus der Freiheit des Glaubens heraus engagierten, die darauf achteten, wenn die Würde von Menschen missachtet werde, hob Junkermann hervor. Es gehe – etwa beim Einstaz für Flüchtlinge – darum, nicht zuerst nach Leistung und Effizienz zu fragen, sondern im anderen das Ebenbild Gottes zu sehen.

Nach Worten von Kultusminister Christoph Matschie (SPD) ist die Ausstellung einer der Höhepunkte im Themenjahr „Reformation und Politik“. Unter Spalatins Regie sei die Grundlage für ein öffentliches Bildungswesen gelegt und eine moderne Verwaltungsstruktur geschaffen worden, erklärte Matschie. Dies sei Vorbild für die protestantischen Länder gewesen.

In Wittenberg studiert

Spalatin hieß eigentlich Georg Burkhardt, hatte sich aber nach seinem Geburtsort Spalt bei Nürnberg umbenannt. Er studierte in Erfurt und Wittenberg und brachte mit seinem diplomatischen Geschick Luthers reformatorisches Wirken entscheidend voran. Zu seinen geheimen Missionen gehörte etwa Luthers Aufenthalt auf der Wartburg, wo der Reformator das Neue Testament der Bibel ins Deutsche übersetzte.

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