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Athen/Skopje

Mönche gegen Kompromiss

20 Klöster gibt es auf dem Berg Athos. Alle Äbte lehnen den Kompromiss um den Namensstreit um Mazedonien ab. AP

20 Klöster gibt es auf dem Berg Athos. Alle Äbte lehnen den Kompromiss um den Namensstreit um Mazedonien ab. AP

Äbte vom Berg Athos fordern griechische Regierung auf, den Namen „Nord-Mazedonien“ nicht zu akzeptieren.

Die Mönche vom Berg Athos lehnen den Kompromiss im Namensstreit um die Republik Mazedonien ab. Man habe mit „Trauer und Sorge“ auf die Vereinbarung zwischen Athen und der „Nachbarrepublik Skopje“ reagiert, erklärten die Äbte aller 20 Athos-Klöster laut der Wiener Stiftung „Pro Oriente“. Man bete darum, dass die Politiker „erleuchtet“ werden, damit sie „ihre Fehler erkennen“ und „korrigieren“.

Die griechische Regierung dürfe die „vom Volk abgelehnte“ Übereinkunft der Ministerpräsidenten Alexis Tsipras und Zoran Zaev nicht akzeptieren. Die Mönche vom Athos als „Hüter der spirituellen und kulturellen Tradition“ wiederum könnten nicht akzeptieren, dass einer Sprache und einem Volk die mazedonische Identität zugeschrieben wird, die keine Beziehung zum ursprünglichen griechischen mazedonischen Dialekt und zur griechischen Herkunft der antiken Mazedonier hätten.

Vereinbarung. Die Einigung sieht vor, dass die frühere jugoslawische Republik Mazedonien künftig „Nord-Mazedonien“ heißen soll. Die Athos-Mönche wollen stattdessen „eine Vereinbarung erreichen, die die Wahrheit respektiert und die zur Grundlage für Einheit und Frieden zwischen den beiden Völkern wird, die ein und denselben Glauben der orthodoxen Kirche teilen“.

Es sei wünschenswert, den langandauernden Namensstreit zu überwinden und volle Beziehungen wiederherzustellen. Es sei aber nicht zu akzeptieren, dass die Lösung dieses gro­ßen nationalen Problems durch „improvisierte, undurchsichtige und übereilte Vorgänge“ gesucht wird. Dies insbesondere, wenn dabei Positionen eingenommen werden, die der akademischen Wahrheit und der historischen Realität in einer Weise widersprechen, „die das nationale Bewusstsein des griechischen Volkes beleidigt“.

Die Ministerpräsidenten Alexis Tsipras und Zoran Zaev hatten Mitte Juni die Vereinbarung über die Lösung des Namensstreits abgeschlossen. Nach einer für Herbst geplanten Volksabstimmung in Mazedonien soll unter anderem der neue Landesname „Nord-Mazedonien“ in die Verfassung kommen.

In Griechenland ist derzeit keine Volksabstimmung vorgesehen. Nach zuletzt etwa von der Tageszeitung „Ekathimerini“ veröffentlichten Umfragen lehnen aber bis zu zwei Drittel der Griechen den vorgesehenen neuen Namen des Nachbarlandes ab.

Auch Verteidigungsminister Panos Kammenos kritisierte am Dienstag erneut die mit Mazedonien erzielte Vereinbarung. Er akzeptiere den Deal nicht und werde versuchen, ihn zu blockieren, sagte der Chef der Partei Anel und forderte eine Volksabstimmung auch in Griechenland.

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