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Banker soll 585.000 Euro veruntreut haben

25.03.2021 • 19:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Gelder wurden in einem Schließfach in Konstanz verwahrt. <span class="copyright">APA</span>
Die Gelder wurden in einem Schließfach in Konstanz verwahrt. APA

Am Dienstag muss sich ein 74-Jährigen Ex-Angestellter einer Unterländer Bank verantworten.

Der damalige Angestellte einer Unterländer Bank hat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Feldkirch zwischen Dezember 1997 und Oktober 2016 insgesamt 585.000 Euro veruntreut. Dabei soll es sich um Gelder eines Kunden gehandelt haben, die ihm anvertraut worden sind. Wegen des Verbrechens der Veruntreuung wurde der 74-jährige Ex-Banker angeklagt.
Der Schöffenprozess unter dem Vorsitz von Richter Thomas Wallnöfer findet am 30. März am Landesgericht Feldkirch statt. Für den Fall eines Schuldspruchs sieht das Strafgesetzbuch ein bis zehn Jahre Gefängnis vor. Der Angeklagte bestreitet den Tatvorwurf. Wie Gerichtssprecher Norbert Stütler der Anklageschrift entnimmt, hatte der Angeklagte bei der Polizei ausgesagt, dass er das Geld einem Notar überbracht und in einen Familienfonds einbezahlt habe. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
Laut Anklageschrift sollen sich Bankangestellte und ein deutscher Unternehmer in der Bank, in der der Angeklagte tätig war, kennengelernt haben. Der Deutsche habe dem Vorarlberger Bankmitarbeiter im Laufe der Jahrzehnte immer wieder Bargeld zur Veranlagung übergeben. Die Rendite für die veranlagten Gelder hätte vier bis sieben Prozent betragen sollen. Der Unternehmer habe dem Banker insgesamt 640.000 Euro anvertraut. Das gehe aus handschriftlichen Aufzeichnungen des Deutschen über die Geldflüsse hervor. 2017 ist der Deutsche verstorben.

Geld verschwunden

Der Angeklagte hat das viele Bargeld nach Darstellung der Anklagebehörde aber nicht veranlagt, sondern für sich selbst verwendet. Ursprünglich habe er die Gelder des Kunden in einem Schließfach in Konstanz verwahrt. Der deutsche Anleger habe die Vereinbarung mit dem Angeklagten letztlich aufgekündigt, aber sein Geld nicht mehr zurückbekommen. Das Schließfach in Kons­tanz sei aufgelöst worden und das Geld verschwunden.
In einem Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch, verweist Stütler auf die Anklage, habe sich der Beklagte in einem Vergleich dazu verpflichtet, der klagenden Erbin des verstorbenen Deutschen die eingeklagten 280.000 Euro zukommen zu lassen. Davon habe er ihr 55.000 Euro bezahlt. Dieser Betrag sei von der dem Angeklagten vom Unternehmer übergebenen Gesamtsumme von 640.000 Euro abgezogen worden. So habe die Staatsanwaltschaft die angeklagte Veruntreuung von 585.000 Euro errechnet.