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Einer, der Sozialgeschichte geschrieben hat

02.03.2022 • 20:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Einer, der Sozialgeschichte geschrieben hat
…Fredy Mayer war einer der prägendsten Persönlichkeiten des Landes.RK

Langjähriger Rotkreuz-Präsident und früherer Landespolitiker Fredy Mayer ist am Mittwoch 85-jährig verstorben.

Der langjährige Rot Kreuz-Präsident und ehemalige Landesrat Fredy Mayer ist tot. Der gebürtige Bregenzer ist in der Nacht auf Mittwoch, kurz vor seinem 86. Geburtstag, verstorben. „Das Rote Kreuz verliert einen großen Humanisten, der die Organisation mit seiner Persönlichkeit bereichert und wie kein Zweiter geprägt und vorangebracht hat“, teilte Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer am Mittwoch mit. Alfred „Fredy“ Mayer war von 1999 bis 2013 Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes.
Gleichgültigkeit gegenüber menschlicher Not duldete Mayer ebenso wenig wie ihre rein bürokratische Verwaltung. Er drängte stets auf ein stärkeres internationales Engagement des Roten Kreuzes. Der ökonomischen Stärke Österreichs würde die moralische Verpflichtung entspringen, „einen entsprechenden Teil unseres Vermögens denen zuteilwerden zu lassen, die ihn dringend brauchen“.

Würdigung von Landeshauptmann Wallner

Vor seiner Zeit als Rotkreuz-Präsident war Mayer als ÖVP-Landesrat von 1974 bis 1993 Mitglied der Vorarlberger Landesregierung. „Vorarlberg trauert um einen großen Pionier und Gestalter unseres Sozial- und Gesundheitswesens, der als Mitglied der Landesregierung sowie als Präsident des Roten Kreuzes eine der prägenden und populärsten Persönlichkeiten unseres Landes war und auch weit über Vorarlberg hinaus Sozialgeschichte geschrieben hat“, würdigte ihn Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) in einer ersten Stellungnahme. In seiner 18-jährigen Regierungstätigkeit hat er für Vorarlberg neue Modelle entwickelt, die später von anderen Ländern und vom Bund übernommen worden sind – unter anderem das europaweit einzigartige Modell des Pflegezuschusses. Weitere Meilensteine Mayers waren unter anderem die Schaffung eines professionellen Managements für die Vorarlberger Landeskrankenhäuser, die Einführung des ersten österreichischen Familienzuschusses sowie die Entwicklung eines ersten Vorarlberger Geriatriekonzeptes. Als weitere sozialpolitische Initiativen Mayers gelten unter anderem der Ausbau der sozialen Dienste zu einem flächendeckenden sozialen Netz und das Vorarlberger Modell der Hauskrankenpflege.

Vielfach ausgezeichnet und geehrt

Mayer wurde 1993 mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg ausgezeichnet, 2006 erhielt er das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. 2008 verlieh ihm der Souveräne Malteserorden das Kommandeurkreuz des Verdienstordens Pro Merito Melitensi, schon 1995 wurde ihm das Großkreuz des Ordens de Isabel la Católica verliehen.

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