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aus dem Gerichtssaal

Hundehalter haftet für Verletzungen von Radler

Tier wurde von Auto angefahren und gegen Radfahrer geschleudert. Halter muss laut Gerichtsurteil auch 10.400 Euro Schmerzensgeld bezahlen.

Seff Dünser

Ein Schäferhund lief am 1. Juni 2008 in Feldkirch auf die Ketschelenstraße. Ein Auto erfasste das Tier auf der Landesstraße 60. Der Hund wurde gegen einen Radfahrer geschleudert. Der Radler kam zu Sturz und verletzte sich dabei.

Der Radfahrer aus Rankweil erlitt dabei laut Urteil des Bezirksgerichts Feldkirch neben einer Kieferhöhlenwandfraktur und einer Gehirnerschütterung auch eine Nervquetschung im Gesicht, die einen Dauerschaden darstelle. Der Verletzte sagt, alle 14 Tage habe er einen Nervenschmerz im Gesicht, der bis zu drei Stunden anhalte.

Erst seit 26. August 2012 liegt das Urteil des Bezirksgerichts Feldkirch im Zivilprozess zwischen dem klagenden Radfahrer und dem beklagten Hundehalter vor, das bereits rechtskräftig ist. Demnach muss der Hundehalter dem durch Claudia Bogensberger anwaltlich vertretenen Radfahrer noch ein Schmerzensgeld von 10.400 Euro bezahlen und dessen Prozesskosten von 6600 Euro übernehmen. Zudem haftet der Beklagte für alle künftigen Schäden aus dem ungewöhnlichen Verkehrsunfall.

Haftung übernommen

Der Hundehalter aus Feldkirch hatte schon vor Prozessbeginn die Haftung für die Unfallfolgen übernommen. Er hat allerdings die Höhe der Forderungen bestritten. Der Radfahrer hat 14.700 Euro Schmerzengeld gefordert. Vor dem Prozess hatte er 1900 Euro erhalten. Der beklagte Hundehalter argumentierte auch damit, der Radfahrer hätte sich nicht so schwer verletzt, wenn er einen Fahrradhelm getragen hätte. Ihm komme daher ein Mitverschulden zu. Das Gericht sah das anders. Dass ein Sturzhelm „zu einer Verringerung des Beschwerdebildes geführt hätte, kann nicht positiv festgestellt werden“, schreibt der Richter in seinem Urteil. Außerdem: „Für eine Anspruchskürzung wegen Nichttragens eines Fahrradhelms“ gebe es derzeit keine „gesetzliche Grundlage“.

Drei Gutachten

Dass erst vier Jahre nach dem Unfall ein Urteil gefällt wurde, erklärt das Gericht auch mit drei notwendig gewordenen Gutachten aus verschiedenen medizinischen Fachrichtungen. Die dabei vom sachverständigen HNO-Facharzt geäußerte Kritik am Gutachten der Neurologin teilte das Gericht nicht.

„Der Hund“, merkt Klagsvertreterin Bogensberger von der Feldkircher Kanzlei Pitschmann & Santner an, „hat zwar den Unfall überstanden, aber ob das Tier nach der langen Zeit das Urteil noch erlebt hat, ist zweifelhaft.“

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