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Kompetenzen von Einzelnen unter einem Dach vereint

Im Team sind Experten, die viel über jeweils eine Nuance der Sozial- und Organisationswissenchaften wissen. Sie sind in der Lage ihre spezifischen Kompetenzen mit anderen Kollegen und den Studenten auszutauschen und zu teilen.

In der Früh wird der Mensch (meist) durch einen Radiowecker aus seinen Träumen gerissen. Die Radiostation ist eine Organisation. Das Licht wird eingeschaltet. Der Strom dafür kommt zwar aus der Steckdose, wird aber durch Kraftwerke, auch Organisationen, produziert. Und so geht es weiter durch das ganze Leben: Organisationen sind allgegenwärtig. Fast alle Funktionen bei der Produktion von Gütern und Dienstleistungen, der Daseinsvorsorge und der staatlichen Ordnung werden inzwischen in und durch Organisationen ausgeführt. Ihr Funktionieren ist von enormer Wichtigkeit für das Leben.

Dieses Funktionieren ist jedoch von vielen Faktoren abhängig, unter anderem auch davon, wie gut Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Hintergründen zusammenarbeiten können. Dafür ist es notwendig, geeignete Organisationsstrukturen und –prozesse zu entwerfen sowie umzusetzen, damit es zur Zusammenarbeit kommt und Fehler möglichst ausgeschaltet werden. Bei den Organisationswissenschaften geht es daher um die Analyse und das Erklären von Prozessen und Strukturen aus sozialwissenschaftlicher Perspektive.

Sozialwissenschaften umfassen jene Forschungen, die Phänomene des gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen theoriegeleitet oder empirisch untersuchen. Analysiert werden Struktur und Funktionen sozialer Verflechtungszusammenhänge von Institutionen und Systemen. Ebenso auch deren Wechselwirkung mit Handlungs- und Verhaltens­prozessen der einzelnen Individuen.

Unter einem Dach

Zwei Wissenschafts-Bereiche, die eng verbunden sind. Dem entspricht auch das Departement für Sozial- und Organisationswissenschaften an der FHV. „Hier sind Experten aus beiden Wissenschaftszweigen unter einem Dach. Damit wird interdisziplinäre Forschungskompetenz gesichert“, sagt Professor (FH) Horst Otto Mayer (54). Seit zehn Jahren leitet der gebürtige Götzner das Departement. Erziehungs-, Sozialwissenschaften und Psychologie standen auf seinem „Studienplan“. Heute ist er Fachmann für Wahrnehmungs-, Lern- und Werbepsychologie sowie empirische Markt- und Sozialforschung. 2003 wurde der FH-Professor für die Entwicklung einer „Akustik Lern-CD“ mit dem österreichischen Multimedia-Staatspreis in der Kategorie Wissen und eLearning ausgezeichnet.

Nach „Ausflügen“ in Lehre und Forschung an der Universität Linz und anderen Bildungsstätten folgte Mayer 1998 dem Ruf an die FH Vorarlberg.

Das Departement Sozial- und Organisationswissenschaften rekrutiert sich aus 20 Frauen und Männern, die wie Mayer ebenfalls als Wissenschaftler und Hochschullehrer über spezifische Kompetenzen verfügen und diese weitergeben: in der Lehre und in einem hohen Umfang an Publikationen. „Da werden natürlich auch die Studierenden einbezogen“, erklärt Mayer.

Schwerpunkte sind die Bereiche Diversity (etwa die Unterschiedlichkeit der Mitarbeiter eines Unternehmens) und Empirie (subjektive und objektive Sinneswahrnehmungen, die als Erfahrungen abgespeichert werden). Weiter geht es um die Forschung hinsichtlich Mitarbeiterführung, Organisa­tionsberatung, Personalmanagement und Soziale Arbeit sowie den Zusammenhang zwischen menschlichem Verhalten in Organisationen. „Ziel dabei ist nicht nur eine Beschreibung, kritische Analyse und wissenschaftliche Erklärung dieser Wechselbeziehungen, sondern auch die Erforschung relevanter Veränderungsstrategien“, sagt Horst Otto Mayer.

Vernetzungen untersucht

Was hochkompliziert klingt, fasst der gebürtige Götzner vereinfacht zusammen: Untersucht werden etwa Vernetzungen innerhalb von und zwischen den Organisationen. Wie lässt sich Zusammenarbeit herstellen, welche Vereinbarungen müssen zu diesem Zweck getroffen werden und wie kann die Zusammenarbeit verbessert und aufrecht erhalten werden, auch wenn sich das Umfeld ändert? Und dazu braucht es natürlich auch sozialwissenschaftliche Betrachtungen.

Drei Bereiche

Das Betätigungsfeld, in dem sich die etwa 20 Wissenschaftler und Hochschullehrer des Departements bewegen, gliedert sich in drei Kompetenzbereiche: Zum einen ist dies die Führung, Organisation, Beratung und Intervention (FOBI). Führungskräfte wollen wissen, wie sie in den verschiedensten Situationen ihre Ziele mit Erfolg ansteuern können.

„Dafür werden im ersten Kompetenzschwerpunkt Wege für ein gezieltes, konstruktives Handeln im Rahmen von verschiedenen Kontexten entwickelt und aufgezeigt. Vor allem geht es da auch um den doppelten Bedeutungskern von ,sozialem Handeln‘: Gefördert werden soll die Hilfe zur Selbsthilfe für Einzelne oder Gruppen sowie die Mitgestaltung von Situationen, in denen sich Menschen begegnen“, erklärt der FH-Professor. Als zweiten Schwerpunkt seines Departement nennt Mayer „Diversity and Language“. Dabei gehe es – grob umrissen – darum, sich mit Themen wie Chancengleichheit, Gleichbehandlung, Gerechtigkeit, Fairness und Anti-Diskriminierung auseinanderzusetzen. „In Zeiten der wachsenden Globalisierung ist es wichtig, Marktdynamiken und Kundenbedürfnisse in unterschiedlichen Kulturen besser verstehen und dadurch potenziell größeren wirtschaftlichen Erfolg erzielen zu können.“

Wachsende Bedeutung

Dritter Kompetenzbereich des Departements ist die Markt- und Sozialforschung, ein „Mosaiksteinchen“, das wachsende Bedeutung für eine Region und da lebenden Menschen gewinnt. Die Lebensverhältnisse wandeln sich zunehmend schneller, die Grundlagen des Zusammenlebens verändern sich, und Märkte werden unübersichtlicher. „Gesicherte Informationen über Gesellschaft und Wirtschaft werden da als Orientierungshilfe für individuelle Entscheidungen und die Tätigkeit von Organisationen benötigt. Diese Informationen können durch empirische Studien bereitgestellt werden“, erklärt Mayer.

Ein Departement also, das Antworten auf sehr viele Fragen sucht, findet – und natürlich nicht auf dem Wissen und den Erfahrungen „sitzen bleibt“. Da ist zum einen die die Studiengänge übergreifende Lehre. Und zum anderen eben die Publikationen. „Jüngstes Kind“ ist der erste Band einer Schriftenreihe, den Mayer mit zwei weiteren Autoren veröffentlich hat: „design2product. Beiträge zur empirischen Designforschung“. Empirische Designforschung wird als Vermittler zwischen Designern und Rezipienten beziehungsweise Kunden gesehen. Beiträge zu der Bedeutung für die Lehre und Beispiele anhand verschiedener Projekte sind im ersten Band enthalten.

Heidrun Joachim

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