Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Metos: Großküchenhersteller gibt auf

Nach fünf Jahren mit einem kumulierten Verlust von fast fünf Millionen Euro wird das Unternehmen stufenweise geschlossen.

Dem Markt der Großküchenhersteller steht insbesondere in Tirol und Vorarlberg eine weitere Bereinigung bevor. Denn die seit 2007 am Markt tätige Metos GmbH muss dem Wettbewerb und dem Preisdumping in der Branche nach aufgehäuften Verlusten in Millionenhöhe ihren Tribut zollen. Das Unternehmen, das über die finnische Metos-Gruppe zum italienischen Ali-Konzern in Mailand gehört, wird sich vom österreichischen Markt zurückziehen. Die Niederlassungen in Lustenau und Wien wurden per Anfang Oktober 2012 geschlossen, die Zentrale in Innsbruck folgt in etwa in den kommenden zwei Jahren.

Die Metos GmbH wurde 2007 im Rahmen der Filetierung der Geschäftssparten der auf Elektro, Gastro und Großküchen spezialisierten und wirtschaftlich angeschlagenen Rein GmbH in Dornbirn gegründet. Damals übernahm Metos im Zuge eines Asset Deals von Rein die Entwicklung und den Vertrieb von Großküchen für professionelle Anwender (Hotels, Kantinen etc.) mit 70 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von rund zehn Millionen Euro.

Doch von Beginn an verbuchte das Unternehmen im Durchschnitt einen Jahresverlust von einer Million Euro. Auch die Übersiedlung in den Millennium Park und der Abbau von mehr als 30 Mitarbeitern bis Ende 2010 änderte daran wenig. Die Bilanz der Metos GmbH für 2010/11 zeigt einen Bilanzverlust, also einen kumulierten Verlust seit der Gründung des Unternehmens, in Höhe von 4,8 Millionen Euro.

Patronatserklärung

In den Vorjahren sorgte stets eine unbegrenzte Patronatserklärung der Ali-Gruppe, dass das Unternehmen bei einem millionenschweren negativen Eigenkapital nicht in völlige Schräglage geriet. In der jüngsten Bilanz schossen die Eigentümer diesbezüglich schlussend-
lich sogar 5,5 Millionen Euro für Kapitalrücklagen zu.

Christian Carbonare, Metos-Verkaufsleiter für Österreich und Gebietsleiter für Vorarlberg, bestätigte, dass Metos die beiden Standorte Lustenau und Wien geschlossen habe. Dort sind insgesamt noch sieben Mitarbeiter beschäftigt. Die Verkaufsmitarbeiter in Vorarl-berg würden ab jetzt vom Home Office aus den Markt betreuen, die Service-Mitarbeiter werden von der Zentrale in
Innsbruck gesteuert. Carbonare erklärte, dass der Markt „beinhart umkämpft“ sei und man sehr stark mit Dumpingpreisen agiere. Davon wolle er auch die Metos-Gruppe nicht ausnehmen. Bei der öffentlichen Hand als Auftraggeber spiele es sich zwischen 85 und 95 Prozent nur über den Preis ab. „Dieser Markt wird eine Bereinigung erfahren.“ Die Metos-Gruppe habe den Markt in Österreich von Beginn an nicht richtig eingeschätzt. „Die Zielsetzung der Marktführerschaft war eine komplette Fehleinschätzung.“ Zudem sei der eine oder andere „Fehler“ bei der Übernahme des Geschäftsbereiches Großküchen der Rein GmbH passiert.

Jukka Rinner, Geschäftsführer der Metos GmbH in
Innsbruck erklärte, dass der Alleineigentümer, die finnische Metos-Gruppe, sich zu einer strategischen Neuausrichtung in Skandinavien, dem Baltikum und Russland entschieden habe. „Der deutschsprachige Raum wird zukünftig nicht mehr bedient.“ Laufende Projekte sollen noch ordnungsgemäß abgeschlossen werden. „Wir werden unsere Firma hier in Österreich stufenweise zurückfahren und dann schließen. Das wird jedoch ohne Insolvenz abgehen, wir ziehen uns einfach vom Markt zurück und erfüllen dabei alle Verpflichtungen.“

27 Mitarbeiter betroffen

Von der Firmenschließung betroffen seien auch sämtliche derzeit noch 27 Mitarbeiter. Für die weitere Betreuung von Kundenprojekten suche man eine Partnerfirma, die sich um Garantien, Gewährleistung sowie Service kümmern solle.

Artikel 1 von 11
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.