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Klage: Gesichtsnarbe vermindert Heiratschancen

Verletzter Discjockey mit sieben Zentimeter langer Narbe fordert vom Präsidenten der „Black Jackets“ auch eine Verunstaltungsentschädigung.

Seff Dünser

Aschenbecher und Gläser flogen am 28. September 2010 durch eine Tabledancebar in Dornbirn. Dabei wurde der Discjockey des Lokals im Gesicht getroffen und erlitt auch einen Jochbeinbruch. Seitdem ist der Hohenemser an einer Wange mit einer sieben Zentimeter langen Narbe verunstaltet. Allein dafür fordert der 37-Jährige in einem Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch vom Präsidenten der Straßengang „Black Jackets“ und einem 30-jährigen Türken eine Verunstaltsentschädigung von 2500 Euro.

Die beiden Beklagten hätten mit den Gegenständen auf seinen Mandanten geworfen und müssten nun solidarisch für die so entstandenen Verletzungen mit einem Betrag von 14.000 Euro haften, sagte Klagsvertreter Daniel Vonbank bei der gestrigen letzten Verhandlung, nach der nun Richterin Sieglinde Stolz ein Urteil fällen wird. So werde durch sein „äußeres Erscheinungsbild“ mit der langen Narbe für den unverheirateten Kläger eben „eine vorteilhafte Eheschließung oder ein beruflicher Aufstieg verhindert“.

Durch die Narbe entstehe dem Discjockey „kein Nachteil“, weder beruflich noch privat, meinte hingegen Hanno Lecher, der den beklagten türkischen Dornbirner Barbetreiber anwaltlich vertritt. Zudem treffe den Kläger ein „erhebliches Mitverschulden“ an seinen Gesichtsverletzungen, weil er den Streit provoziert und begonnen habe. Er habe zuerst mit einem Messer gedroht, dann mit einem Schlagring und mit einem Elektroschocker und habe eine Whiskyflasche geworfen. Mit all dem habe sich der Kläger nur gewehrt, entgegnete dessen Anwalt.

Strafrechtlich verurteilt wurden im Vorjahr am Landesgericht die beiden nunmehrigen zivilrechtlich Beklagten. Der unbescholtene Türke kam mit einer Geldstrafe von 2400 Euro davon, wovon er die Hälfte zu bezahlen hatte. Über den mehrfach vorbestraften Chef der Vorarlberger „Black Jackets“ verhängte Strafrichter Othmar Kraft wegen schwerer Sachbeschädigung, gefährlicher Drohung und versuchter Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von vier Monaten.

Für die gestrige Zivilverhandlung wurde der seit heute 38-jährige Dornbirner aus der Justizanstalt vorgeführt, in der er wegen einer anderen Haftstrafe einsitzt. Die Schadenersatzklage des Betreibers der beschädigten Tabledancebar gegen ihn wurde inzwischen zurückgezogen – weil der arbeitslose Deutsche ohnehin nicht zahlen könne.

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