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Austausch unter Lehrenden ist sehr wichtig

Lokführer war einer der ersten Berufswünsche von Karl-Heinz Weidmann. Dann stand er vor der Entscheidung: Kochlehre oder die HTL für Nachrichtentechnik und Elektronik. Er entschied sich für Letzteres, schloss noch ein Informatikstudium an und leitet nun seit beinahe 15 Jahren das Department of Computer Science an der Fachhochschule Vorarlberg.

Dunja Gachowetz

Eine Zehn-Megabyte-Festplatte hielt Karl-Heinz Weidmann am Ende seiner HTL-Schulzeit 1984 in der Hand. „Wir spekulierten damals, ob es jemals 100, 200 oder gar 300-Megabyte-Festplatten geben wird. Und, ob diese überhaupt benötigt werden?“, erinnert sich der heutige Leiter des Departments of Computer Science an der Fachhochschule Vorarlberg (FHV). Die HTL-Schüler kamen damals zu dem Schluss: Frühestens, wenn sie in Pension gehen werden, werde es solche Festplatten geben. Bald war klar: das war eine grobe Fehleinschätzung der Entwicklung.

Doch bis sich der heute 47-Jährige voll und ganz der Informatik verschrieben hatte, hatte er auch noch weitere Jobwünsche. Als junger Bursche wollte Karl-Heinz Weidmann eigentlich in die Fußstapfen seines Großvaters treten und Lokführer werden. Eigentlich kein außergewöhnlicher oder origineller Berufswunsch für einen Acht- bis Zehnjährigen. Viele wollen in diesem Alter im Führerhaus eines tonnenschweren Stahlrosses sitzen. Besonders wird der damalige Berufswunsch des heutigen Leiters des Department of Computer Science an der Fachhochschule Vorarlberg, wenn er den historischen Hintergrund verrät. „Mein Großvater fuhr noch Dampflokomotiven. Und er hat im Frühjahr 1919 Karl und Zita Habsburg-Lothringen mit ihrer Familie im kaiserlichen Hofzug von Vorarlberg ins Schweizer Exil gefahren“, erzählt Weidmann.

Wahl: Kochlehre oder HTL

Vom ersten Berufswunsch kam der Feldkircher jedoch ab. Im Teenageralter stand er vor der Wahl eine Kochlehre oder doch die HTL für Nachrichtentechnik und Elektronik in Rankweil zu absolvieren. „Mit Elektrik und Elektronik habe ich mich immer schon gerne befasst. Aber damals wusste ich nicht, ob der technische Weg nicht doch zu schwer für mich ist“, berichtet Weidmann. Er warf seine Bedenken über Bord. Weidmann entschied, sich der Herausforderung zu stellen und somit für die Ausbildung an der Höheren Technischen Lehranstalt. „Zu jener Zeit war die Elektronik noch sehr instabil. Man berechnete alles, baute es und kam dann darauf, dass es so viele Störquellen gibt, dass es nicht funktioniert“, sagt der Departmentleiter. Nach seiner Ausbildung in Rankweil führte ihn sein Weg zunächst nach Wien. Dort studierte er an der Technischen Universität technische Informatik. Bevor es den 47-Jährigen vor über 15 Jahren an die FHV verschlug, arbeitete Weidmann beim Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel sowie in Wien bei Alcatel und Ericsson.

Private Gründe führten den studierten Informatiker schließlich wieder ins Ländle, zufällig an die FHV. „Schon bevor ich nach Wien gegangen bin, habe ich die Entwicklung am damaligen Technikum Vorarlberg verfolgt. Es hat mich schon immer interessiert, was dort passiert. Ich dachte mir auch, dass es etwas wäre, was mich anspricht. Vor allem ist die Weitergabe von Wissen etwas, was ich sehr gerne tu“, erinnert sich Weidmann. Als sich die Möglichkeit ergab, in dem Bildungstempel an der Dornbirner Ach zu arbeiten, nutze er diese. Das war vor über 15 Jahren, die Mitarbeiter der FHV hatten gerade das Gebäude an der Achstraße bezogen und Weidmann arbeitete in den Studiengängen InterMedia und betriebliches Prozess- und Projektmanagement. „Vor etwa 14 Jahren habe ich dann den Fachbereich Informatik übernommen“, sagt der 47-Jährige.

Austausch ist wichtig

Mittlerweile heißt der Fachbereich Informatik Department of Computer Science. Und was ist das? Weidmann erklärt: „Das Department umfasst Lehrveranstaltungen für alle Studiengänge in den Bereichen Informatik und Mathematik. Daneben spielt aber auch die Forschung und Entwicklung eine große Rolle.“ Das Kernteam besteht sowohl aus Hochschullehrern als auch aus externen Referenten. Da die Themenstellungen im Bereich des Departments of Computer Science sehr breitgefächert sind und Weidmann die Meinung vertritt, dass nicht jeder alles gleich gut auf Hochschulniveau vermitteln kann, ist für ihn ein Austausch unter den Lehrenden sehr wichtig. „Organisatorisch ist dies auch sinnvoll. So können wir auch personelle Ausfälle beispielsweise wegen Krankheit abfedern.“

Als Departmentleiter bleibt Karl-Heinz Weidmann, nach seiner eigenen Empfindung, selbst nur mehr wenig Zeit, sein Wissen weiterzugeben. „Ich bedaure schon, dass ich nicht mehr Zeit dafür habe. Denn Wissen ist etwas schönes. Dieses auszubauen, weiterzugeben aber auch Neues anzusehen, fand ich schon immer schön“, sagt der Leiter des Departments of Computer Science.

Department of Computer Science

Das Department of Computer Science (DCS) ist eine Organisationseinheit an der FH Vorarlberg. Diese bietet Lehre für alle Studiengänge im Bereich Computer Science/Informatik und Mathematik an. Neben dieser zentralen Verankerung in der Lehre ist die Forschung und Entwicklung in den Bereichen Computer Science und Mathematik die wichtigste Aufgabe des DCS.

Aufgabenbereiche, Ziele und Aktivitäten: Das Department bietet Lehre sowie Forschung und Entwicklung im Bereich Computer Science/Informatik an.

Lehre: Vorrangiges Aufgabengebiet des Departments ist die Lehre. Thematisch sind die Inhalte an Computer Science ausgerichtet und mit den Zielen der einzelnen Studiengänge abgestimmt. Großer Wert wird auf eine hohe Qualität in der Lehre gelegt. Gewährleistet soll diese durch innovative Didaktik, individuelle Evaluation, die Berufung von qualifizierten Lehrenden, die Koordination durch den Course Leader sowie der Forschungstätigkeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des DCS werden.

Forschung und Entwicklung: Forschung und Entwicklung wird immer im Zusammenhang mit Lehre gesehen. In Kooperation mit Unternehmen und akademischen Einrichtungen werden praxis­orientierte, theoriegeleitete F&E-Entwicklungsprojekte durchgeführt.

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