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Vier Jahre für Millionen-Betrug mit gefälschten Potenzpillen

Vier Jahre Haft für 62-Jährigen, der als Mitglied einer Bande mehr als eine Million Euro ergaunert hat. Acht Monate bedingte Haft für Gattin.

Seff Dünser

Fünf Millionen Euro beträgt nach Ansicht von Staatsanwalt Manfred Melchhammer der vom 62-jährigen Angeklagten zu verantwortende Schaden bei den Betrügereien mit gefälschten Pillen. Von „zumindest mehr als einer Million Euro“ ging gestern das Landesgericht Feldkirch aus. Ein Schöffensenat verurteilte den unbescholtenen Bregenzerwälder wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs im Rahmen einer kriminellen Vereinigung zu vier Jahren Gefängnis. Für ihre Mitwirkung an der internationalen Bande in einer untergeordneten Rolle kam seine ebenfalls unbescholtene Gattin mit acht bedingten Haftmonaten davon. Die Urteile, die von den beiden geständigen Angeklagten angenommen wurden, sind nicht rechtskräftig.

18 Millionen Euro hat laut Anklage die internationale Bande in Europa mit dem Internet-Versandhandel von minderwertigen Potenz- und Diätpillen aus Asien umgesetzt. Davon würden acht Millionen Euro auf nachgemachte Potenzpillen entfallen, sagte Melchhammer. Die Fälschungen von Originalprodukten wie Viagra hätten bis zu 46 Prozent weniger an Wirkstoffen enthalten.

Für den Import, Versand und mit für die Annahme von Kundengeldern war zwischen Juni 2008 und Sommer 2010 der ehemalige Betreiber eines Mode- und Sportgeschäfts im Bregenzerwald zuständig, der von Nicolas Stieger verteidigt wurde. Seine 60-jährige Gattin, verteidigt von German Bertsch, hat zwischen Juli und September 2009 3600 Kuverts mit gefälschten Pillen an Kunden verschickt und dafür insgesamt 5400 Euro kassiert.

Sohn untergetaucht

Der untergetauchte Sohn des Ehepaars wird zusammen mit zwei Deutschen zu den Köpfen der kriminellen Organisation gezählt. Er war in der Zentrale in Olmütz in Tschechien tätig. Der Feldkircher Staatsanwalt sprach von der „Pillendienst-Bande“, benannt nach der Homepage der Betrüger. Die betrügerischen Geschäfte mit den Pillen seinen derart gut gelaufen, dass Internet-Webmaster damit 10.000 Euro im Monat verdient hätten. Ein mutmaßliches Vorarlberger Bandenmitglied soll sich in Deutschland in der U-Haft erhängt haben.

Gegen Kaution entlassen

Aus der U-Haft nach mehreren Monaten gegen Kaution entlassen, habe der 62-jährige Angeklagte entgegen den Auflagen seinen Porsche verkauft, kritisierte Richter Norbert Melter. Erschwerend wirke sich auch die Gesundheitsgefährdung aus, der die wohl 100.000 Kunden mit vielen der Pillen mit zweifelhaften Wirkstoffen ausgesetzt gewesen seien.

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