Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Abschiebung am Flughafen in Wien vorerst gestoppt

Tschetschenen demonstrierten am Mittwoch in Bregenz gegen Abschiebung eines Landsmanns.

Die Abschiebung eines Familienvaters aus Tschetschenien wurde gestern am Flughafen Wien-Schwechat gestoppt. „Angeblich hat es Proteste gegeben. Auch habe sich der Mann gegen seine Abschiebung gewehrt. Diese Informationen haben wir von seinen Verwandten“, berichtete am Mittwochnachmittag Martin Fellacher, Fachbereichsleiter der Caritas Flüchtlingshilfe. Das bestätigte auch Susanne Dilp vom Landeskriminalamt. Nach ihren Angaben weigerte sich der Mann, in das Flugzeug zu steigen. Er sei anschließend in das Polizeianhaltezentrum in Wien gebracht worden und sitze dort in Schubhaft. Laut Dilp soll die Abschiebung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Derzeit gebe es keine Chance für den Verbleib des Mannes in Österreich. Landesrat Erich Schwärzler sagte: „Die Dinge sind relativ klar. Der Asylgerichtshof hat seine Entscheidung getroffen. Auch wir müssen uns an Gesetze halten.“ Eigentlich sei er auch ein Anhänger humanitärer Lösungen in solchen Fällen. „Diese hat der Mann jedoch aufgrund seines Verhaltens verspielt“, stellte Schwärzler fest. Im Falle einer Abschiebung könne es sein, dass gegen den Tschetschenen ein Einreiseverbot verhängt werde. „Er hatte das Angebot, das Land freiwillig zu verlassen. Dieses hat er jedoch nicht angenommen. Bei einer Abschiebung könnte es nun sein, dass die Behörden ein Einreiseverbot verhängen“, erklärte Schwärzler.

Das befürchtet auch Fellacher. Dies würde bedeuten, dass die Familie sobald nicht wieder vereint sein werde – auch nicht einem anderen Land. „Ein Einreiseverbot kann für den gesamten Schengenraum gültig sein“, erklärte Fellacher. Die schwangere Ehefrau wiederum dürfe, da sie den Status eines Konventionsflüchtlings hat, nicht nach Russland einreisen.

FPÖ-Klubobmann Dieter Egger vertritt die Meinung, „wer unser Gast- und Asylrecht missbraucht und kriminelle Handlungen setzt, der hat sein Recht, ein Teil unserer Gesellschaft zu werden, eindeutig verwirkt“. Hier sei auch kein Platz für falsch verstandene Toleranz.

Nicht nur in Wien protestierten gestern Menschen gegen die drohende Abschiebung des Familienvaters. Auch in Bregenz versammelten sich rund 80 Tschetschenen, um ihren Unmut kundzutun.

Dunja Gachowetz

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.