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„Bregenz ist blind“ am Tag des Augenlichts

Eine Aktion von „Licht für die Welt“ beim Anton-Schneider-Denkmal sollte auf den Welttag des Augenlichts hinweisen.

Matthias Rauch

Zwei Dutzend Jugendliche stolpern einem Klangball hinterher. Sie sehen nichts, denn jeder trägt eine Augenbinde. Auf einen Pfiff hin erstarren die Schüler für einen Moment. Mit diesem Flashmob zwischen Hauptpostamt und Kunsthaus in Bregenz wollten gestern die Organisatoren von „Licht für die Welt“ auf die Ziele von
Vision 2020 aufmerksam machen. Stadtrat Michael Rauth, Diözesanadministrator Benno Elbs und die Schüler der Klasse 3HE der HTL Bregenz schlüpften dafür beim Anton-Schneider-Denkmal in die Rolle von Blinden. Auch der Statue des Vorarlberger Freiheitskämpfers aus der Zeit der napoleonischen Kriege wurde eine Augenbinde umgelegt.

Welttag des Augenlichts

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den zweiten Donnerstag im Oktober zum Welttag des Augenlichts erklärt. Dieser Tag wurde gestern um 10 Uhr in elf Ländern mit ähnlichen Aktionen von „Licht für die Welt“ begangen. In Öster­reich wurde in jeder Landeshauptstadt bei einer Statue von einer berühmten Persönlichkeit der gleiche Flashmob organisiert. Andere teilnehmende Städte waren beispielsweise Brüssel und Prag, aber auch afrikanische Städte wie Addis Abeba (Äthiopien) und Ouagadougou (Burkina Faso).

Aktion „Bregenz ist blind“

Die Aktion „Bregenz ist blind“ wurde von Manuela Kräuter (Teamleitung Afrika) und Johanna Quatmann (Alliance Building) von „Licht für die Welt“ organisiert. Sie stellten gemeinsam mit der Vorarlberger Augenärztin Ulrike Röser den Schülern vor dem Flashmob kurz die Ziele der Organisation vor.

Rauth betonte der Klasse gegenüber die Bedeutung solcher Aktionen. „Ich wünsche mir für uns Sehende, dass wir nicht blind durch die Welt gehen.“ Auch Elbs begrüßte die Initiative und erinnerte an die Geschichte der Heilung des blinden Bartimäus durch Jesus. Hilfsbedürftigen solle jede notwendige Unterstützung zukommen.

Der Flashmob selbst wurde von den Jugendlichen positiv aufgenommen. „Es war schon ghörig. Eigentlich hätten alle Schüler kommen sollen“, zeigten sich die HTLler Dominik Schwärzler und Konstantin Streißberger von der Freistunde begeistert.

Vision 2020

Vision 2020 wurde vor zehn Jahren von der WHO und verschiedenen Organisationen ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, vermeidbare Blindheit zu bekämpfen. „Licht für die Welt“ setzt sich für blinde und behinderte Menschen und deren Rechte vor allem in Entwicklungsländern ein.

Laut „Licht für die Welt“ leben 90 Prozent der 39 Millionen Blinden weltweit in Entwicklungsländern. 80 Prozent aller Erblindungen bei Erwachsenen wären heil- oder vermeidbar. Knapp die Hälfte sei altersbedingt an Grauem Star erkrankt. 2011 seien durch Spenden allein 41.369 Operationen von Grauem Star von „Licht für die Welt“ ermög­licht worden. Diese koste um die 30 Euro und dauere zirka eine Viertelstunde. Dabei wird die getrübte Linse durch eine künstliche ersetzt. Laut WHO gehört diese Operation damit zu den kosten-effizientesten medizinischen Eingriffen weltweit. Bisher habe „Licht für die Welt“ über 350.000 Operationen ermöglicht.

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