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OLG: 3,5 statt vier Jahre Haft für Vergewaltigung

Bartänzerin mehrfach vergewaltigt: Oberlandesgericht verringerte Strafe um ein halbes Jahr.

Seff Dünser

Eine Tänzerin aus einem Hohenemser Tabledance-Lokal hat der 35-Jährige nach Ansicht des Landesgerichts Feldkirch am 28. Juli 2009 in seine Wohnung in der Kummenbergregion gezerrt und dort mehrfach vergewaltigt. Dafür wurde der unbescholtene Angestellte am 22. September 2011 in erster Instanz von einem Schöffensenat zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Das Oberlandesgericht Innsbruck setzte gestern die Strafe mit dreieinhalb Jahren Haft fest. Das teilte auf Anfrage Richard Freyschlag als Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck mit. Das Urteil ist nun rechtskräftig.

Der Strafrahmen für Vergewaltigung beträgt sechs Monate bis zehn Jahre Gefängnis. Strafberufung habe nur der Angeklagte erhoben, berichtete Freyschlag. Der Angeklagte bestritt den Tatvorwurf. Nach seinen Angaben war der Sex einvernehmlich. Das Landesgericht hat aber nicht ihm geglaubt, sondern der 22-jährigen Slowakin.

Die als Tänzerin arbeitende Studentin war am fraglichen Abend mit dem ledigen Mann privat ausgegangen. Zuvor hatte sie für den Stammgast der Tabledance-Bar an ihrem Arbeitsplatz auch nackt getanzt. Er habe sie dabei an ihren Brüsten berühren und küssen dürfen, hat sie als Belastungszeugin angegeben. Gegen ihren Willen habe er sie im Separee im Genitalbereich berührt.

Die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten wegen Verfahrensfehlern wies der Oberste Gerichtshof am 12. Juni zurück. Die Nichtigkeitsbeschwerde hatte der Verteidiger mehr als einen Monat nach Zustellung des Urteils und damit verspätet eingebracht. Das Höchstgericht ließ das Rechtsmittel dennoch zu – wegen eines „unvorhersehbaren Ereignisses“. Seine Kanzleileiterin habe ihren Weihnachtsurlaub zwar am letzten Tag der Rechtsmittel-Frist unterbrochen, im offiziell geschlossenen Büro am 28. Dezember 2011 das versandfertige Rechtsmittel-Schreiben jedoch übersehen, hatte der Dornbirner Verteidiger angegeben.

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