Fremde Hunde im Garten: Freisprüche für Hundehalter

Sie haben laut Urteil den zu einer Axt greifenden Besitzer des Schrebergartens nicht verleumdet und zur Hundeleine nicht falsch ausgesagt.

Seff Dünser

Ihre Hunde hielten sich am 8. August in Lustenau in einem fremden Schrebergarten auf. Was dabei und danach passiert ist, ist unklar. Es führte freilich dazu, dass die beiden Hundehalter angeklagt wurden. Richterin Christine Gstrein sprach am Landesgericht Feldkirch die Angeklagten aber im Zweifel von den Vorwürfen der Verleumdung und falschen Beweisaussage frei. Das Urteil will die zuständige Staatsanwältin bekämpfen.

Ihrer Meinung nach wurde der von der Polizei festgenommene Besitzer des Schrebergartens verleumdet. Die Hundehalter hätten tatsachenwidrig behauptet, er habe „wild herumgeschossen“ und sie bedroht. Zudem hätten sie bei der Polizei angegeben, ihre vier Hunde seien angeleint gewesen, und damit falsch ausgesagt.

Aussage gegen Aussage

Ursprünglich hatte die Polizei nur den Schrebergarten-Besitzer bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, wegen gefährlicher Drohung. Er soll demnach die Hundehalter, eine 29-Jährige und einen 36-Jährigen, beide aus Lustenau, mit einer Axt bedroht haben. Die Staatsanwaltschaft stellte dann jedoch das Strafverfahren gegen ihn ein – und klagte die Hundehalter an. Nach dem derzeitigen Stand der Verfahren gäbe es damit weder Täter noch Opfer.

Der Schrebergärtner habe zwar eine Axt in der Hand ge­habt, damit aber niemandem gedroht, meint die Staatsanwältin. Er habe damit herumgefuchtelt und zu ihnen gesagt, sie sollten herkommen, er werde sie damit erschlagen, gaben hingegen die Angeklagten an. Zuvor hätten sie einen lauten Knall gehört und angenommen, im Schrebergarten sei geschossen worden. Dabei habe der Schrebergärtner nur die ihm und seinen Gästen Angst machenden Hunde mit einem Schweizer Kracher verscheuchen wollen, sagt die öffentliche Anklägerin.

Nur einer von vier Hunden war ihrer Darstellung nach angeleint. Das bestätigten im Prozess mehrere Zeugen. Alle Hunde seien angeleint gewesen, allerdings mit dünnen und daher kaum sichtbaren Leinen, gaben die beschuldigten Hundehalter an. Die Tiere hätten wohl vom öffentlichen Spielplatz durchs Strauchwerk zum Schrebergarten hineingeschnuppert.

Verteidiger für Geldbußen

Ihr Verteidiger Edgar Veith forderte zu Prozessbeginn statt Freisprüchen Geldbußen als Diversion. Denn dadurch wären für seine Mandanten die Kosten immer noch niedrigere als nach Freisprüchen, bei denen der Staat nur einen Teil der Anwaltskosten übernehme.

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