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Contacta

Zwei Experten für „Töpfe auf Deckelsuche“

Vor 30 Jahren gründete Richard „Ritschi“ Elsler die Partnervermittlung Contacta. 2006 übernahm Wolfgang Posch nach und nach die Agenden des Unternehmens.

Sonja Schlingensiepen

Ins Büro der Partnervermittlung ist ein Kunde zum ersten Beratungsgespräch gekommen und fragt: „Sie, Herr Posch, haben Sie auch normale Leute in Ihrer Kartei?“ Über eine solche Frage muss Wolfgang Posch dann schon ein wenig schmunzeln und sagt schließlich: „Na ja, Sie sind doch auch hier.“

Die Klienten der Agentur Contacta sind völlig unterschiedlich. Von unter 20 Jahren bis über 80 Jahren. Sie sind ziemlich klein, andere sehr groß, der eine etwas dicker, der andere dünner. Doch eines haben sie gemeinsam: Die Menschen sind alleine. Sie sehnen sich nach einer langfristigen Beziehung, sind ungebunden. In den Kreisen, in denen sie sich bewegen, haben sie den richtigen Partner nicht gefunden. „Sie kommen nicht zu uns, weil sie niemanden kennen, sondern weil sie eine langfristige Beziehung wollen. Kein einmaliges Abenteuer. Das ist schneller zu finden“, erklärt Posch.

Richard Elsler, der die Agentur im Oktober 1982 gründete, kennt dieses Problem nur zu gut. „Ich hatte in meinem Bekanntenkreis sehr viele Menschen, die unzählige Bekannte hatten. Doch der Lebenspartner war nicht dabei.“ Dies bewog den Speditionskaufmann vor 30 Jahren dazu, eine Partnervermittlung ins Leben zu rufen. „Es gab damals zwar schon zwei Institute. Dennoch habe ich den Schritt in die Branche gewagt – und auch Erfolg gehabt.“ Sein Rezept: Eine intensive Inseratenkampagne verbunden mit optimaler Kundenbetreuung.

Nachfolger gesucht

Im Jahr 2006 macht sich der damals 59-jährige Elsler auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger. „Nein, einen Partnervermittler habe ich nicht kontaktiert, als ich mich in die Pension zurückziehen wollte“, sagt Elser und lacht. „Aber ein Inserat habe ich aufgegeben.“

Fündig wurde der Bregenzer in Tirol, wo er Wolfgang Posch kennen und schätzen lernte. Der damals 37-Jährige war im sozial-psychiatrischen Bereich als Koordinator von intra- und extramuralen Einrichtungen beschäftigt. „Wir haben viele Gespräche geführt. Ritschi hat mir die Regionen nach und nach anvertraut“, berichtet Posch. Für ihn sei es ideal gewesen, den Experten mit im Boot zu haben. „Mit ihm konnte ich viele Dinge besprechen. Er hat so eine Art Beraterfunktion eingenommen.“

Auch nach sechs Jahren harmoniert das „Verkuppler-Duo“ bestens. Während Posch inzwischen die Geschicke in Tirol, Südtirol, Vorarlberg und der Ostschweiz lenkt, ist Elsler immerhin noch Liechtenstein geblieben – ein überschaubares Gebiet, das der Pensionist gerne betreut. „Ich denke, dass uns beiden die perfekte Firmenübergabe geglückt ist. Auch privat haben wir ein gutes Verhältnis, treffen uns ab und zu, tauschen uns aus, gehen gemeinsam segeln“, sagt Elsler.

Und wie wird bei Contacta gearbeitet? „Es ist so, dass die Kunden bei uns anrufen und wir sie zu einem persönlichen Gespräch einladen“, erklärt Posch. Es sei wichtig, den Menschen kennenzulernen, zu sehen, ob seine Vorstellungen stimmig sind. Das erste Gespräch ist kostenlos. Wer in die Kartei aufgenommen werden will, muss dann seine Daten, die genauen Wünsche und Erwartungen angeben. „Wir legen ein Profil an und schauen, wer zu wem passt.“

Zeit zum Kennenlernen

Ein bis zwei Kontaktvorschläge werden den Kunden im Monat per Post zugeschickt. So erhält Susanne das Profil und die Kontaktdaten von Stefan, Stefan im Gegenzug die von Susanne. „Es wäre auch nicht sinnvoll, fünf oder sechs Vorschläge zu schicken. Da bliebe zu wenig Zeit, um sich kennenzulernen.“

Um das Date müssen sich die Klienten dann selbst bemühen. „Wir stehen aber gerne mit Rat und Tat zur Seite. Denn es gibt genügend Menschen, die nicht die geborenen Flirtprofis sind“, wissen Posch und Elsler. Wer meine, dass für das erste Treffen ein Café am besten sei, müsse nicht unbedingt richtig liegen. „Wenn beide gerne laufen, würde ich – wenn sie sich in Bregenz treffen – einen Spaziergang am See vorschlagen. Da gibt es viele Außenreize und Gespräche fallen leichter. Es ist etwas anderes als vis-à-vis im Café zu sitzen und zu sagen: Ja, du suchst, ich suche auch …“, berichtet der Tiroler.

Nach zwei bis drei Monaten hätten die meisten Kunden in der Regel einen Partner gefunden. Die beiden können dann ihren Auftrag bei Contacta unterbrechen und haben zwölf Monate Zeit, den jeweiligen Partner näher kennenzulernen. „Jeder Mensch hat seine Ecken und Kanten, seine Eigenheiten und Vorstellungen vom Sexualleben. Wir wollen, dass sich die Kunden wirklich Zeit nehmen. Sollte die Verbindung in einem Jahr wieder auseinandergehen, suchen wir gerne eine Alternative und arbeiten weiter“, erklärt Posch.

Schwarze Schafe

Ob die vielen Angebote im Internet das Überleben in dieser Branche nicht erschwert hat? „Ich denke nicht. Zum einen arbeiten wir vor Ort. Zum anderen wissen die Leute, dass sie nur mit jemandem zusammentreffen, der ernsthaft interessiert ist. Im Internet gibt es viele Schöne und Reiche, die dann gar nicht so schön und reich sind“, weiß Elsler. Viele Kunden, die es zuerst über das Internet versucht hätten, aber nicht fündig geworden seien, wären zu ihnen gekommen.

Als „nicht vermittelbar“ werde im Prinzip niemand eingestuft. „Fernsehsendungen wie ,Bauer sucht Frau‘ spiegeln die Realität nicht wider. Das fällt eher unter Kuriositäten“, erklärt Elsler.

Und Posch ergänzt: „Wenn ich einen Mann von 1,60 Meter Größe habe, ist es natürlich schwieriger, die passende Partnerin zu finden. Da ist es wichtig, dem Kunden ehrlich zu sagen, wie seine Chancen stehen und dass die Suche länger dauern wird.“

Doch oft sind es auch die eher „schwierigeren Fälle“, die entgegen den Erwartungen ein gutes Ende finden. „Ich kann mich an eine 40-jährige Witwe mit vier kleinen Kindern erinnern, die einen neuen Partner gesucht hat“, berichtet der Seniorchef. Sehr schnell habe sich der passende Ehemann und Vater gefunden. Die Kinder hätten ihn über alles geliebt.

Wieviele Kontakte Elsler in den vergangenen 30 Jahren vermittelt hat, weiß er nicht. „Es ist schwierig, Zahlen zu nennen. Wären wir schlecht, wären wir wohl nicht schon so lange am Markt. Ich denke, dass wir zu Recht behaupten können, viele Erfolge gehabt zu haben. Gerade in den Anfangsjahren war ich oft auf Hochzeiten eingeladen. Das war aber auch nicht so optimal. Denn ab und zu bin ich von Gästen gefragt worden, wer ich bin und woher ich das Brautpaar kenne. Da wusste ich nie, ob ich sagen kann, dass ich von der Partnervermittlung bin.“

Posch sollte vor einiger Zeit sogar Taufpate werden. „Das habe ich aber abgelehnt, da ich kein näheres Verhältnis zu dem Paar hatte. Als Taufpate hat man doch auch eine gewisse Verantwortung.“

Doch der 43-Jährige hat seine Berufung gefunden. Er mag den „supertollen“ Job, bei dem so viele Menschen mit den verschiedensten Wünschen und Erwartungen an ihn herantreten. Und: Ja, er hat „ganz normale“ Menschen in seiner Kartei. „Das Problem ist eher, dass niemand gerne zugibt, auf Partnersuche zu sein – auch wenn die Partnersuche via Agentur oder Internet schon fast ein bisschen zum Zeitgeist dazu gehört.“

Contacta

Richard Elsler gründete die Partnervermittlungsagentur Contacta mit Sitz in Bregenz im Jahr 1982.

Ab 2006 übergab er das Unternehmen nach und nach an den Tiroler Wolfgang Posch.

Contacta ist in Vorarlberg, Tirol, Südtirol, Liechenstein und in der Ostschweiz tätig.

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