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Archäologische Funde als Beleg für Raubbau

Extensive Bewirtschaftung der Landschaft war der Grund für Naturkatastrophen während der Bronze- und Eisenzeit.

Forscher und 25 Studierende der Goethe-Universität in Frankfurt am Main haben bei Ausgrabungen in Bartholomäberg Beweise für massiven Raubbau an der Natur während der Bronze- und Eisenzeit gefunden. Demnach sei die Landschaft im ersten und zweiten Jahrtausend vor Christus von deren Bewohnern massiv verändert worden. Extensiver Bergbau sowie weiträumige Brandrodung seien der Grund für mehrere Naturkatastrophen gewesen. So seien bereits vor 3500 Jahren in Bartholomäberg ganze Hänge abgerutscht und Siedlungen von den Erdmassen verschüttet worden.

„Wir können zweifelsfrei nachweisen, dass solche katastrophalen Ereignisse Folgen menschlichen Tuns waren“, erklärte Grabungsleiter Rüdiger Krause. Schon die Menschen der Bronze- und Eisenzeit hätten die Umwelt mit den begrenzten technischen Möglichkeiten ihrer Zeit maximal ausgebeutet.

Rekonstruktion

Bei der Arbeit im Montafon sei ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt worden. So seien auch die Bodenkundlerin und Geomorphologin Astrid Röpke sowie die Botanikerin und Vegetationshistorikerin Astrid Stobbe an der Forschung beteiligt gewesen. Sie haben die prähistorischen Siedlungsverhältnisse und die durch Menschen hervorgerufenen Umweltveränderungen rekonstruiert.

Doch nicht nur Siedlungen seien durch den Raubbau in Mitleidenschaft gezogen worden. „Auch für das Vieh mussten neue, weniger ertragreiche Weidegründe in höheren Lagen gefunden werden.“

Angesichts des Ausmaßes der sichtbar gewordenen Naturzerstörung der Antike plädierte Krause für einen behutsamen Umgang mit der Landschaft. „Die charakteristische Kulturlandschaft dieser Region ist aufgrund ihrer Beschaffenheit sensibler, als dies auf den ersten Blick sichtbar wird. Es ist eine Illusion zu glauben, diese erhalte sich in ihrer heutigen Form gleichsam von selbst.“ Besonders wichtig sei dabei eine moderate Bewirtschaftung und ein sanfter Tourismus.

Die interdisziplinären Forschungen im vergangenen Sommer wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und den Vorarlberger Illwerken unterstützt.

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