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Der Lohn ist die Freude über das Geschaffene

Die Weihnachtszeit beginnt in St. Gallenkirch seit 15 Jahren bereits im August. Dann, wenn noch kein Schnee liegt und es warm ist, starten die Krippenbaukurse des Vereins. Die Unikate sollen ja bis Heiligabend fertig sein.

Dunja Gachowetz

Wo bis vor kurzem noch Schulkinder die Kochlöffel geschwungen haben, wird jetzt gehämmert, gesägt, geschliffen, geleimt und gebaut. In der ehemaligen Küche der Volksschule St. Gallenkirch hat der Krippenbauverein Innermontafon seit heuer seine neue Heimat gefunden. Bereits die dritte in der noch jungen Vereinsgeschichte. Marlies Kuster (57), Obfrau des Krippenbauvereins Innermontafon, kennt diese genau. Schließlich ist auf ihre Initiative hin der Verein entstanden. „1987 habe ich bereits zu meinem Mann Klaus gesagt: Ein Krippenbaukurs in St. Gallenkirch, das wäre mein Traum“, erinnert sich die Montafonerin.

Jedoch mussten noch zehn Winter ins Land ziehen, bis der Traum in die Realität umgesetzt werden konnte. „1997 wollte ich für den Frauenbund einen Krippenbaukurs organisieren. Damals fragten wir bei einem Verein, ob dieser nicht einen solchen Kurs für uns veranstalten könnte“, erzählt die Obfrau. Die Antwort war jedoch, dies sei nicht möglich und die Montafoner sollten einen eigenen Verein gründen. Das ließ sich Kuster nicht zweimal sagen. In Werner Hammer, der dann auch der erste Obmann des neu gegründeten Krippenbauvereins geworden ist, war rasch ein Mitstreiter gefunden. Bereits ein Jahr nach der Vereinsgründung veranstalteten die Mitglieder den ersten Krippenbaukurs. Bis 2005 hatte Hammer das Amt des Obmanns inne. Dann folgte ihm Marlies Kuster nach und leitet seit damals die Geschicke.

Heute hat der Verein 58 Mitglieder und bietet jedes Jahr an drei verschiedenen Abenden in der Woche Krippenbaukurse an. „Das Interesse ist so groß, dass wir leider auch Leute abweisen müssen. Aber diese kommen auf eine Warteliste für das nächste Jahr.“

Lebensgroße Figuren

Im Laufe der vergangenen 15 Jahre gibt es so manchen Höhepunkt zu erzählen. Der Montafonerin fallen gleich mehrere ein: „2005 haben wir eine Dorfkrippe für St. Gallenkirch gebaut. Die lebensgroßen Figuren dazu wurden von den Einheimischen gesponsert. Aufgestellt wird das Kunstwerk bereits in der Adventszeit. Aber auch der Bau der Krippe für die Kirche in Gortipohl 2009 war spannend“, berichtet Kuster. Alle Hände voll zu tun hatten die Vereinsmitglieder auch im Sommer 2011. „Damals haben wir sieben Darstellungen der Geburt Jesus für die neue Krippensammlung der Montafoner Museen gefertigt.“ Möglich war dies nur, weil der Verein eine „super Truppe ist, die sich gegenseitig hilft und gut zusammenarbeitet“, ist die Obfrau überzeugt.

Sie selbst hat in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten an die 50 Krippen gebaut oder mitgeholfen, diese zu fertigen. Fasziniert haben sie die Darstellungen von Jesus schon als junges Mädchen. „Meine Großmutter hatte eine ganz einfache Papierkrippe mit Wollschafen. Mit diesen durften wir Kinder immer spielen“, erzählt die St. Gallenkirchnerin.

Viel Wert legen die Vereinsmitglieder auch auf die jeweilig passenden Figuren für eine Krippe. „Richtig schöne und gute Darstellungen sind teuer. Aber es ist auch eine Wertanlage, die man ewig hat. Gute Figuren können eine Krippe aufwerten“, meint Kuster.

Neben Krippenbaukursen für Erwachsene bieten die Vereinsmitglieder aber auch Kurse für Kinder an. Ebenso Hintergrundmal- oder Botanik- sowie Gipskurse. „Viel Wert legen wir auf die Aus- sowie Weiterbildung unserer Krippenbaumeister und Helfer. Das sind schließlich diejenigen, die helfend eingreifen, wenn die Kursteilnehmer mal nicht weiter wissen. Viele glauben am Anfang, dass ihre Krippe nie fertig werden wird. Denn da haben sie nur die leere Bodenplatte vor sich“, berichtet Kuster. Den „Frischlingen“ stehen jedoch bis zu 18 Helfer zur Seite, um die verschiedensten Modellwelten aus den Platten zu „stampfen“. „Und dann entstehen Krippen in den unterschiedlichsten Stilrichtungen. Es gab schon orientalische oder auch äthiopische. Aber auch eine Slumkrippe hat ein Kursteilnehmer schon gebaut. Am meisten entstehen aber Krippen im Montafoner-Stil. Manche überlegen sich, wie es wohl gewesen wäre, wenn Jesus im Montafon auf die Welt gekommen wäre“, berichtet Kuster. Obwohl die Modellwelten manchmal nach Vorlagen gebaut werden, sind alles Unikate.

Lohn ist die Freude

Lohn für die Helfer, die wie alle Vereinsmitglieder ehrenamtlich tätig sind, ist die Freude der Kursteilnehmer über das geschaffene Werk. „Viele haben Tränen in den Augen, wenn sie ihre Krippe fertig sehen. Es gibt für uns nichts Schöneres als zu erleben, wie stolz sie auf ihre Werke sind.“

Aber natürlich beschränkt sich das Vereinsleben nicht nur auf die Zeit zwischen August und Weihnachten. Das ganze Jahr über sammeln die Vereinsmitglieder Hollunder, Wurzeln, Steine, Alpenrosen und was die Botanik an Dekorationsutensilien für die Krippen sonst noch hergibt. „Auch die Geselligkeit kommt bei uns nicht zu kurz. Ein gemütlicher Hock am Ende des Kursabends gehört immer dazu. Auch Ausflüge, wie Kripperle schauen in Tirol, stehen auf dem Programm“, berichtet die Obfrau.

Information

Kontakt:

Obfrau Marlies Kuster

Adresse: Galgenul 69 a, 6791 St. Gallenkirch

E-Mail: kuster.marlies@aon.at

Krippenausstellung:

Wann: Samstag, 15.Dezember von 14 – 21 Uhr, Sonntag, 16. Dezember von 9 – 17 Uhr

Wo: GemeindesaalSt. Gallenkirch

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