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FH Vorarlberg: Stuhl des Rektors wackelt

FH-Kollegium hat den Rektor nicht fristgerecht bestätigt. Interne Differenzen. Landesrätin Kaufmann: „Frormann ist ein guter Rektor.“

Die Fachhochschule Vorarl­berg (FHV) kommt auf der Führungsebene nicht zur Ruhe. Nachdem vor Kurzem bekannt wurde, dass die Stelle von FH-Geschäftsführerin Hedwig Natter nach massiven Diskus­sionen im Aufsichtsrat nach Ablauf der Amtsdauer jetzt doch neu ausgeschrieben und nicht automatisch verlängert wird, tut sich eine neue Front auf. Nach der auf Wirtschaftspresseagentur.com vorliegenden Informationen wackelt jetzt der Stuhl von FH-Rektor Lars Frormann (44), der dieses Amt nach seiner Wahl durch das Fachhochschulkollegium erst im November 2011 angetreten hat.

Neue Gesetzeslage

Der Grund: Wegen des heuer geänderten Fachhochschulstudiengesetzes des Bundes müssen Rektoren und ihre Stellvertreter, deren Funktionsperioden am 1. September 2012 noch nicht abgelaufen sind, vom jeweiligen Fachhochschulkollegium bis zu diesem Zeitpunkt in ihrer Funktion bestätigt werden. Doch genau diese Bestätigung von Rektor Lars Frormann durch das FH-Kollegium ist bislang nicht erfolgt. In diesem Fall sieht dieses Bundesgesetz vor, dass der Rektor neu gewählt werden muss. Der Erhalter der Fachhochschule, das Land Vorarlberg, muss dem Kollegium also einen neuen Dreier-Vorschlag an Kandidaten zur Wahl des Rektors vorlegen.

Im FH-Kollegium sitzen neben Rektor Lars Frormann und Vizerektor Oskar Müller die sechs Leiter und Leiterinnen der Studiengänge, sechs Vertreter des Lehr- und Forschungspersonals sowie vier Studenten. Insgesamt hat das Kollegium also 18 Mitglieder. Das Kollegium agiert bei seinen Entscheidungen unabhängig von der Geschäftsführung oder dem Erhalter der FH.

Interne Spannungen

Dass Frormann nicht fristgerecht vom FH-Kollegium bestätigt worden ist, führen Insider nicht ursächlich auf die relativ knappe Frist für diese Bestätigung zurück. Die Änderung des Bundesgesetzes in Bezug auf diese Bestätigung wurde erst am 2. August 2012 im Bundesgesetzblatt und damit genau in der Sommerpause einen Monat vor Ablauf der Frist veröffentlicht. Vielmehr stecken hinter der Nicht-Bestätigung deutliche Auffassungsunterschiede innerhalb des FH-Kollegiums über die Arbeit von Lars Frormann, heißt es.

„Vieles im Umbruch“

Martin Hefel, Pressesprecher der FH Vorarlberg, bestätigte auf Anfrage, dass Frormann nicht fristgerecht als Rektor vom FH-Kollegium bestätigt wurde. „Derzeit gibt es eine Menge an offenen Fragen innerhalb der FH, die zuerst noch geklärt werden müssen. Die Mitglieder des Kollegiums haben nämlich teils deutlich unterschiedliche Ziele und Vorstellungen, was die FH anbelangt. Es ist ein Faktum, dass nicht alles wirklich rund läuft. Vieles ist im Umbruch“, sagte Hefel. Deshalb gebe es Anfang November ein klärendes Gespräch mit allen Beteiligten bei der zuständigen Landesrätin und FH-Aufsichtsratsvorsitzenden Andrea Kaufmann.

„Erst nach dieser Sitzung wird sich entscheiden, ob es einen gemeinsamen Weg gibt oder nicht“, sagte Hefel. Bei dieser Besprechung werde sich entscheiden, ob man mit Frormann weiter zusammenarbeiten werde oder es eine völlig neue Ausschreibung für die Stelle des Rektors brauche.

Qualifizierte Mehrheit

Bei seiner Wahl im Vorjahr sei Frormann mit einer qualifizierten Mehrheit, also mit weit mehr als zwei Dritteln aller Stimmen der FH-Kollegiumsmitglieder, zum Rektor gewählt worden. Für die Bestätigung hätte nach Darstellung von Hefel eine einfache Mehrheit genügt. „Doch offenbar ist sich keines der Lager sicher, wie diese anonyme Entscheidung ausgehen würde.“

Die zuständige Landesrätin und FH-Aufsichtsratsvorsitzende Andrea Kaufmann gab ebenfalls an, dass Frormann bislang vom Kollegium noch nicht bestätigt worden ist. Sie führt dies auch auf die „sehr knappe Zeit“ zwischen Gesetzes­erlass und Fristablauf zurück. Allerdings bestätigte sie indirekt auch die internen Spannungen im FH-Kollegium: „Immer wenn sich in einem System Veränderungen ergeben, dann gibt es natürlich Bedenken und interne Widerstände. Vor allem dann, wenn eine Führungsperson von außen neu dazu kommt. Es herrscht also eine gewisse Unruhe“, erklärte Kaufmann.

Gemeinsames Gespräch

Aus diesem Grund habe sie zu diesem Gespräch mit allen Beteiligten geladen. „Dort wollen wir klären, wohin wir uns zukünftig gemeinsam an der Fachhochschule entwickeln wollen und was die Ziele sind“, sagte die Landesrätin.

Es sei jedoch auch ein Faktum, dass nach dem Fristablauf das Land als Erhalter der FH per Gesetz dazu verpflichtet sei, dem FH-Kollegium einen neuen Dreier-Wahlvorschlag für die Funktion des Rektors zu unterbreiten und eine reine Bestätigung nicht mehr genüge. Sie geht „nicht zwingend“ davon aus, dass die Position von Frormann damit automatisch völlig zur Disposition stehe. „Frormann ist ein guter Rektor, der inhaltlich gute Ideen hat. Ich gehe also davon aus, dass er auch zukünftig der Rektor der Fachhochschule Vorarlberg bleiben wird. Aber das alles soll Anfang November gemeinsam besprochen werden“, erklärte Kaufmann.

„Es gibt eine Menge offener Fragen innerhalb der FH.“ Martin Hefel, Sprecher der FH Vorarlberg

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