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Puppen sollen Kinder begeistern

Mit Hilfe von Handpuppen erzählt Angelika Heinzle-Denifle Bilderbücher nach. Seit mehreren Jahren gibt sie ihr Wissen auch an andere weiter.

Michael Steinlechner

Emma trägt orange Schuhe, türkise Haargummis und ein gelbes T-Shirt mit Blumen. Dazu eine grüne Latzhose. Und sie sitzt auf dem Schoß von Angelika Heinzle-Denifle (54). „Sie darf sagen, was sie will“, meint die 54-Jährige und lacht. Denn Emma ist eine Handpuppe und in gewisser Weise auch Sprachrohr für die Frastanzerin.

Vor knapp 19 Jahren hat sie das Puppenspiel für sich entdeckt. Mit Hilfe ihrer „Assistenten“ aus Stoff spielt sie Geschichten aus Bilderbüchern nach. „Egal ob in Spielgruppen, Bibliotheken oder Kindergärten. Die Buben und Mädchen sind immer konzentriert, wenn die Puppen ihnen etwas erzählen.“ Auf diese Weise will die Mitarbeiterin der Medienstelle der Katholischen Kirche den Kleinen unterschiedliche Themen näher bringen. Bei der Geschichte vom Karlinchen von Annegert Fuchshuber beispielsweise. In dieser geht es darum, wie es ist, seine Heimat zu verlieren und auf der Flucht zu sein.

Wissen weitergeben

Die Kommunikation soll jedoch nicht eingleisig verlaufen. Daher spricht die Puppenspielerin die Kinder auch direkt an. „Eine Dreijährige hat dann angeboten, dass sie Karlinchen ihr Bett überlässt. Wieder andere haben die Puppe in den Arm genommen. Es ist immer wieder eine unglaubliche Erfahrung, solche Reaktionen zu erleben.“ Darum will die Frastanzerin ihr Wissen in Kursen weitergeben: an Kindergartenpädagoginnen, Spielgruppenleiterinnen, Eltern, Großeltern oder sogar an Zauberer und Clowns. „Der Beruf spielt keine große Rolle. Wichtig ist, dass die Menschen Spaß am Puppenspiel haben und sich mit den Kindern beschäftigen wollen.“

Praktische Übungen

Die Kurs-Teilnehmer dürfen auch ihre eigenen Erfahrungen sammeln. So sucht sich jeder eine Handpuppe aus, mit der er schließlich ein wenig übt. „Das Faszinierende dabei ist, dass beinahe jeder Teilnehmer eine zu ihm passende Figur auswählt. Jemand, der die Dinge eher gemütlich nimmt, spielt beispielsweise oft einen Bären, der dann ganz langsam und mit tiefer Stimme spricht“, erzählt die 54-Jährige und lacht.

Für die Frastanzerin war es nicht leicht, ihr Handwerk zu erlernen. Vieles musste sie sich selbst mit Hilfe von Büchern beibringen. Erst später absolvierte sie mehrere Ausbildungskurse beim deutschen Sozial- und Theaterpädagogen Olaf Möller. „Mein Mann hat unter meinen Übungen wohl am meisten gelitten. Ein wichtiger Punkt beim Spielen ist es, den Augenkontakt mit dem Publikum zu halten. Also bin ich zuhause in der Küche gesessen und habe meinen Mann mit der Puppe regelrecht verfolgt. Egal, wo er hingegangen ist. Er hat sich dabei ein bisschen unwohl gefühlt“, erzählt Heinzle-Denifle und lacht.

Eigene Puppe gefüttert

Die Arbeit mit den Kindern bereitet der Frastanzerin Freude. Und zu Puppen hatte sie immer schon ein besonderes Verhältnis. „Meine Kindheit ist nicht immer so verlaufen, wie ich das gerne gehabt hätte. Aber eines war mir immer wichtig, dass es meiner Puppe gut geht. Nachdem ich von der Schule nach Hause gekommen bin, habe ich sie erst einmal ‚gefüttert‘ und ihre Windeln gewechselt.“ Besonders geprägt wurde die Pädagogin von ihrer Tante. „Sie war Hebamme. Und von ihr habe ich gelernt, was Kinder so alles brauchen. Das habe ich dann bei meiner Puppe umgesetzt“, erinnert die 54-Jährige sich.

Heute nutzt sie ihre Handpuppen auch, um „unbequeme“ Meinungen kundzutun. „Dinge also, die ich als Angelika eigentlich nicht sagen sollte.“ Als nächste Puppe wünscht sie sich einen Wolf im Schafspelz. „Denn die gibt es überall“, sagt sie.

Infos zu den Workshops unter www.elternbildung-vorarlberg.at

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