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Altersrabatt: Nur noch vier Jahre Haft für 72-Jährigen

Oberlandesgericht Innsbruck verringerte Haftstrafe für Vorarlberger Anlagebetrüger um ein Jahr – wegen seines fortgeschrittenen Alters.

Seff Dünser

Einen Altersrabatt gewährte das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) einem Vorarlberger Millionenbetrüger. Es verringerte die Haftstrafe für den 72-Jährigen von fünf auf vier Jahre. Das wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs erfolgte Urteil ist damit rechtskräftig. Das Berufungsgericht begründete die Herabsetzung der Freiheitsstrafe mit dem fortgeschrittenen Alter des Täters.

Um den alten Mann vor weiteren Straftaten zu bewahren, sei die vom Landesgericht Innsbruck am 26. März in erster Instanz verhängte Haftstrafe eine zu hohe gewesen.

Der Vorarlberger Finanz­agent hat nach den Feststellungen des Erstgerichts zwischen 2002 und 2008 16 Anleger um insgesamt 1,2 Millionen Euro betrogen. Die meisten Geschädigten sind Vorarlberger. Einige von ihnen waren mit dem ehemaligen Autohändler befreundet und kamen um ihre Ersparnisse. Deren Gelder hat er nicht in englischen Finanzgesellschaften mit monatlichen Renditen von bis zu fünf Prozent angelegt, sondern laut Urteil für sich oder andere behalten.

Zu jenen Anlegern, die wenigstens nicht ihre gesamte Investition verloren, zählt ein von German Bertsch anwaltlich vertretener Schweizer. 50.000 von 88.000 Euro erhielt der Anleger vor dem Prozess zurück. Der Oberste Gerichtshof wies die Nichtigkeitsbeschwerde des zuletzt in Tirol wohnhaften Vorarlberger Angeklagten zurück. Der Angeklagte bestritt ohne Erfolg, in Betrugsabsicht gehandelt zu haben. Selbst seine Kinder hätten noch im Jahr 2008 ihr eigenes Geld in die Beteiligungen angelegt. Auch noch zu diesem Zeitpunkt sei er davon ausgegangen, dass es sich um eine sinnvolle Anlage handelt. Zudem habe er ja Anleger ausbezahlt – aber nicht mit erwirtschafteten Anlagegewinnen, sondern mit den Geldern anderer geschädigter Anleger, konterten die Gerichte.

Komplize

Ein Komplize des verurteilten Anlagebetrügers war nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Innsbruck ein selbstständiger Vermögensberater aus Bludenz. Der 56-jährige Familienvater starb im Mai 2011 bei einem Verkehrsunfall. Sein Auto prallte auf der S 16 in Innerbraz gegen ein Tunnelportal. Als mutmaßlicher Mittäter gilt auch ein untergetauchter Luxemburger Rechtsanwalt. Den Gesamtschaden durch den Anlagebetrug beziffert die Staatsanwaltschaft Innsbruck mit fünf Millionen Euro. Zu den Geschädigten zählt sich auch ein Vorarlberger Rechtsanwalt.

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