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Schloms Kabelkonfektion gmbh

Planung mit einem klaren Ziel vor Augen

Vor fünf Jahren hat Walter Gohm die Firma Schloms Kabelkonfektion in Frastanz übernommen. Die Finanzkrise haben er und seine Mitarbeiter für Optimierungen genutzt.

Mit 40 Jahren hat Walter Gohm beschlossen, sich beruflich zu verändern. Mehrere Jahre lang war er zuvor für einen Kaffeeautomatenhersteller in unterschiedlichen Ländern unterwegs. Er war dafür verantwortlich, die Märkte in Deutschland, Dänemark und Österreich aufzubauen und die Kunden dort zu betreuen. „Ich hatte jedoch dann einen Punkt in meinem Leben erreicht, an dem ich nicht mehrere hundert Tage im Jahr unterwegs sein wollte. Also habe ich mir einen Arbeitsplatz in der Nähe meines Wohnortes gesucht, um dort mein Know-how einzubringen“, sagt der Frastner. Er wollte möglichst zu Fuß von seinem Haus zur Arbeitsstätte gehen können. Doch das war nicht die einzige Anforderung, die er an seinen neuen Job stellte: „Ich wollte selbstständig sein und ein bestehendes Unternehmen mit guten Zukunftsperspektiven übernehmen.“ So suchte Gohm nach Betrieben, in denen die Nachfolge noch nicht geregelt war. Etwa weil es keine Kinder gab, die die Firma weiterführen wollten.

Bei Schloms Kabelkonfektionen wurde er schließlich fündig. Etwas mehr als einen Kilometer von seinem Heim entfernt. In einem Gespräch legte er Betriebsgründer Dieter Schloms seine Pläne für die Zukunft des Unternehmens dar. „Und nachdem wir beide genug Zeit zum Nachdenken gehabt hatten und die Formalitäten erledigt waren, war die Übernahme perfekt.“

Individuell angepasst

Am 1. Oktober 2007 hat der 46-Jährige offiziell die Geschäftsführung übernommen. Etwa 3500 unterschiedliche Produkte für über 350 Kunden werden in Frastanz gefertigt. Einzelne Kabel und Litzen werden genauso hergestellt wie individuell angepasste Kabelbäume. „Stangenware“ gibt es bei Schloms nicht. „Hinter jedem einzelnen Produkt steht ein Kunde. Denn der Einsatzzweck bestimmt die Beschaffenheit und Ausführung eines Kabels oder einer Litze“, erklärt der Chef.

Die Abnehmer – zu einem großen Teil namhafte internationale Unternehmen – kommen aus vier unterschiedlichen Industriezweigen. Jeweils knapp ein Drittel der Gesamtproduktion entfällt dabei auf die Bereiche Elektronikfertigung (35 Prozent) und Medizintechnik (30 Prozent). Der Rest teilt sich in Weißware von Elektrogeräte-Herstellern (20 Prozent) sowie Maschinen- und Anlagenbau (12 bis 15 Prozent) auf.

Fundament verstärken

„Für uns ist es wichtig, mehrere Standbeine zu haben. Daher streben wir ein gleichmäßiges Wachstum in allen Bereichen an.“ Ein Ziel, das der 46-Jährige bereits bei der Firmenübernahmen vor Augen hatte. Um dieses zu erreichen, wurde ein Qualitätsmanagement eingeführt und der Kundenkreis definiert. Getreu einem Zitat von Mark Twain: „Wer sein Ziel nicht kennt, darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt.“ Und so machte der Neu-Unternehmer sich 2007 ans Werk. Er wollte das solide Fundament, das sein Vorgänger gelegt hatte, weiter verstärken.

Die Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 stellte Gohm jedoch vor seine erste Prüfung. „Rückblickend war diese schwierige Zeit das Beste, was passieren konnte. Sonst hätte ich die Firma wohl nie so gut kennengelernt“, erzählt er. Die Zahl der Aufträge ging während der Krise wie in vielen anderen Unternehmen stark zurück. Allerdings nutzten der Frastner und seine Mitarbeiter die frei werdenden Kapazitäten. „Wir haben uns wirklich jeden Ablauf im Betrieb angeschaut und nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht.“ Zudem wurde in neue Maschinen investiert. Eine Investition, die sich aus heutiger Sicht gelohnt hat. „Unsere Anlagen sind auf dem neuesten Stand der Technik. Wir haben uns quasi während der Krise für das Wachstum danach fit gemacht.“

Vor wenigen Wochen erfolgte der Spatenstich für eine neue Halle. Wenn diese im Frühjahr 2013 fertiggestellt ist, soll mit dem Bereich Assembling ein weiteres Standbein geschaffen werden. Darunter ist zu verstehen, dass Geräte oder einzelne Bestandteile für die Hersteller zusammengebaut werden. Auf diese Weise soll die Bindung zu den Kunden noch verstärkt werden.

„Als Klein-Unternehmen müssen wir mit Zuverlässigkeit, Qualität und Flexibilität punkten“, meint Gohm. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit mit den Auftraggebern notwendig. Immer öfter sind die Mitarbeiter von Schloms deshalb bereits in die Planung neuer Geräte und Anlagen involviert. „Die Firma besteht seit 30 Jahren. Während dieser Zeit ist einiges an Wissen angehäuft worden. Wieso sollen wir das nicht nutzen, um unsere Kunden bestmöglich zu beraten und ihnen bei der Lösung möglicher Probleme zu helfen?“ Den Schritt in die Selbstständigkeit hat der 46-Jährige nicht bereut. „Ich muss zwar immer noch ab und an zu den Kunden reisen. Mittlerweile bin ich nur noch etwa 20 Tage pro Jahr nicht zu Hause. Verglichen mit meinem vorherigen Beruf ist das nichts“, sagt er und lacht. Die auf diese Weise gewonnene Zeit versucht er, mit seiner Familie zu verbringen.

Identifikation mit der Firma

Wobei es einen weiteren Unterschied zu seinem „vorherigen Leben“ als Angestellter gibt. Als Unternehmer wird er nämlich bei der täglichen Arbeit von Ehefrau Marion unterstützt. „Sie hat mich nicht nur zur Übernahme ermuntert, obwohl diese durchaus ein finanzielles Risiko dargestellt hat. Sie identifiziert sich auch vollkommen mit dem Betrieb.“ Und Gohm lässt seine Gattin gerne an seinem Arbeitsleben teilhaben. „Denn so ist sie immer auf dem Laufenden und weiß, welche Probleme mich beruflich gerade plagen. Viele Selbstständige versuchen, sich als Einzelkämpfer durchzuschlagen. Sie lassen ihre Ehefrauen im Dunkeln, was den Job betrifft. Das halte ich für falsch.“ Allerdings sind Beruf und Privatleben in der Familie Gohm strikt getrennt. Zu Hause wird nicht über die Firma gesprochen. Auch nicht mit den beiden Kindern.

Die 13-jährigen Zwillinge Anna und Josef stecken derzeit mitten in der Schul-Ausbildung. Noch ist nicht klar, ob sie das Unternehmen irgendwann übernehmen. „Ich setze sie nicht unter Druck. Wenn sie Interesse haben, im Betrieb mitzuarbeiten, werde ich sie bestmöglich unterstützen. Wenn nicht, dann wird sich eine Lösung finden, wie der Fortbestand gesichert werden kann. Bis zur Pension habe ich ja noch einige Jahre vor mir. Da fließt noch viel Wasser die Samina hinunter“, sagt der Fras­tner und lacht.

Michael Steinlechner

Schloms kabelkonfektion gmbh

Gegründet: 1982 von Dieter Schloms

Geschäftsführer (seit 2007): Walter Gohm

Standort: Im Bradfos 14, 6820 Frastanz

Mitarbeiter: 22

3500 Produkte für 350 Kunden

Internet: www.schloms.at

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