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Fantastische Aussichten auf Berg und Tal

Die Geschichtenerzählerin Hertha Glück kennt Wege und Stege und möchte zum Mitwandern anregen. Heute beschreibt sie eine gemütliche Tour in Richtung Klostertal.

Es beginnt schon sehr gemütlich und jeder Wanderer wird den Tipp verstehen: Ab Bahnhof Bludenz geht es mit dem Stadtbus in Richtung Muttersberg-Talstation, ausgestiegen wird an der Bushaltestelle „Daneubrücke“. Damit erspart such der Wanderer an die 100 Höhenmeter und schont die Kräfte. Hertha Glück sagt: „Ich bin immer für die bequemere Seite im Leben, wenn sie einem offenbart wird.“

Blick auf Montikel

Bei der Daneubrücke zweigt der Weg rechts ab in den Ferdinand-Gassner-Weg oder Alter Römerweg in Richtung Radin, Außerbraz. Auf einem Wald- und Wiesenweg mit manch überraschenden Blicken zur Bergwelt geht es über die Hinterebene bis zu einem fantastischen Aussichtspunkt mit dem Blick auf den Montikel (längsgezogener Felssporn aus Muschelkalk über dem Kloster St. Peter und Rungelin).

Hertha Glück erzählt: „Der Montikel (lat. monticulus) ist eine kulturgeschichtliche Besonderheit des Walgaus. Hier haben schon vor einigen tausend Jahren Menschen ins Tal geschaut, als von einer Stadt Bludenz weit und breit nichts zu sehen war. Funde aus der Bronze- und Eisenzeit bezeugen dies (Helmut Tiefenthaler, Wege in die Vergangenheit).“

Schon auf der Ebene vor dem Aussichtspunkt Montikel laden Tische und Bänke zum Rasten ein. Informative Tafeln bieten viel Wissenswertes.

Der Weg oben an der Kante ist mit viel menschlichem und technischem Einsatz dem Felsen abgerungen worden und gut gesichert. So geht es über Stock und Stein, über Forstwege zum Ferdinand-Gassner-Weg, über die Lawilskehre in Richtung Rungelin weiter.

Nach einem schmalen Wald- und anschließendem Forstweg gelangt man zum Gastastigele. Der Wanderer nimmt nun den Forstweg geradeaus in den Wald. Tritt man aus dem Wald heraus, begrüßt einen der imposante Roggelskopf. Ein paar Schritte auf dem Wiesenweg weiter und der Blick ins Klos-tertal öffnet sich.

Steil abwärts

Es geht ein wenig steil abwärts weiter und nach der Heubarge zweigt man gleich links in den Wald ein, dann geht man richtig, wobei die Beschilderung fantastisch ist. Ab hier beginnen die Viehweiden. Hinab in die Schlucht und dann wieder hinauf und schon ist man in Grubs angekommen. Links führt der Weg den Wanderer kurz steil hinauf und dann sollte er sich rechts halten. Nun kommt er oberhalb der 18-Loch-Golfanlage Bludenz-Braz entlang. „Ich habe mir erzählen lassen, dass ein wunderschöner Weg sogar durch den Golfplatz führt. Allerdings nur, wenn nicht Golf gespielt wird. Deshalb empfehle ich, weiter auf dem bisherigen Weg zu bleiben“, berichtet Glück.

Im Herbst erfreuen auf diesem Weg das Stechlaub mit den roten Beeren (absolut geschützt) und die Hagebuttensträucher den Naturliebhaber. Bald verlässt man den Forstweg und kommt nun zu einer geteer­ten Straße. Im Brazer Winkel erreicht man auf der geteerten Straße in ungefähr einer halben Stunde laut Beschilderung beim Hotel Traube die Bushaltestelle, um zurück nach Bludenz zu fahren.

Sagen um die heutige Tour: Die Rutschifenggen zu Braz

Vor vielen Jahren haben im Klostertal die Rutschifenggen gehaust. Das waren kleine Leutlein in rotem Gewand, Männlein und Weiblein, die hatten ihre Wohnungen in Höhlen, die hieß man Rutschifenggenlöcher. Ihre Tische, Bänke und all ihr Küchengeschirr waren künstlich aus Marmelstein gehauen. Einen Hauptplatz hatten diese Leute im Rutschifenggenloch über dem Dorfe Braz. Dort ist noch heute eine große Felsenhöhle mit weitem, buschumwachsenem Eingang. Aus der Höhle stiegen die Fenggen bisweilen auf die Oberwelt in das liebe Sonnenlicht und hängten blustweiße (blütendweiße) Wäsche zum Trocknen aus. Oder sie kamen zur Zeit der Heuernte auf Wiesen und Halden und halfen den Brazern mähen und rechen, und die Arbeit ging ihnen zum Staunen aller flink von Händen. Und wenn sie auch den ganzen lieben Tag unverdrossen gearbeitet hatten, wollten sie abends doch nie einen Taglohn annehmen. Von Zeit zu Zeit unternahmen diese kleinen rothäßigen Leut auch Wanderungen über den Arlberg nach Tirol. Seit ungefähr vier Menschenaltern gibt es keine Rutschifenggen mehr.

Quelle: Die Sagen Vorarl­bergs. Mit Beiträgen aus Liechtenstein, Franz JosefVonbun, Nr. 149, Seite 125

Zur Autorin

Geboren: 9. September 1960

derzeitiger Wohnort: Feldkirch Altenstadt

Beruf: Geschichtenerzählerin, geprüfte Wanderführerinund Autorin

Veröffentlichungen: Kinderbuch „Bena und Beni“, Wanderführer „Vorarlberg. Sagen und Mythen entdecken“, drei Geschichten-CDs. Das neueste Buch „Walgau Wanderungen“ erschien heuer im Mai. Geschildert werden sieben gemütliche Touren, sieben erlebnisreiche Bergwanderungen und sieben fantastische Gipfelwanderungen zwischen Bludenz und Feldkirch. Natürlich informiert sie über Mythen und das Brauchtum dieser Region und erzählt auch in diesem Buch spannende Geschichten. (Mehr unter www.herthaglueck.at)

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