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Sieben Jahre Haft für vorbestraften Betrüger

17 Jahre Gefängnis umfasst das Vorleben des 43-Jährigen, der nun wegen Betrugs zu sieben Jahren und acht Monaten verurteilt wurde.

Seff Dünser

Der bei den Betrügereien mit einer Kaffeeautomaten-Firma entstandene Gesamtschaden belaufe sich auf „nicht wesentlich mehr als 50.000 Euro“, sagte der Vorsitzende Richter Peter Mück. Wenn die Schadenssumme mehr als 50.000 Euro beträgt, erhöht sich der Strafrahmen auf ein bis zehn Jahre Gefängnis. Dennoch wurde über den Angeklagten am Landesgericht Feldkirch eine Gesamtstrafe von sieben Jahren und acht Monaten Haft verhängt. Das Urteil wurde schon in der Verhandlung rechtskräftig.

Der Schöffensenat setzte die Freiheitsstrafe wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs und Widerstands gegen die Staatsgewalt mit fünf Jahren und zehn Monaten fest. Dazu kommen 22 Monate aus einer bedingten Haftentlassung nach einer Vorstrafe wegen Untreue.

Wegen der massiven Vorstrafenbelastung setzte das Gericht die Strafe so hoch an. Zu insgesamt 17 Jahren Gefängnis war der nunmehr 43-Jährige zuvor bereits verurteilt worden – dreieinhalb und acht Jahre jeweils wegen schweren Raubes, fünfeinhalb Jahre wegen Untreue.

Nicht nur deshalb handelte es sich um „ein ungewöhnliches Verfahren“, wie Staatsanwalt Markus Fußenegger anmerkte. Sieben Verhandlungen wurden notwendig, erst in der letzten legte der am Ende von Frank Philipp verteidig-te und seit knapp eineinhalb Jahren einsitzende Untersuchungshäftling ein Geständnis ab.

Geld im Casino verspielt

Der Geschäftsunterlagen fälschende Mann aus dem Bezirk Dornbirn hatte Anleger betrogen, denen er über Zeitungsinserate und einen Stand auf der Dornbirner Messe stille Beteiligungen an seiner Kaffeeautomaten-Firma versprochen hatte. 80.000 Euro aus Anlegergeldern soll der HAK-Absolvent im Casino in Luzern verspielt haben. Auch dort trat der Hochstapler als promovierter Manager auf, der bei Auslandsgeschäften mit Milliarden jongliere. Tatsächlich aber war er ein über keine finanziellen Rücklagen verfügender Automatenhändler. Er bot auch verdeckten Ermittlern der Polizei gebrauchte Kaffeeautomaten an, über die er gar nicht verfügte.

Würden auch andere Angeklagte so viele Beweisanträge stellen wie der im Gefängnis juristische Kommentare studierende 43-Jährige, „wäre das Gericht lahmgelegt“, sagten Verfahrensbeteiligte. Auf sein Betreiben hin wurde mitten im Strafprozess sein Pflichtverteidiger ausgewechselt, mit seinem Ablehnungsantrag gegen Prozess-Schriftführerin Gülcay Erdem scheiterte er jedoch.

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