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„Umsetzung eigener Ideen ist spannend“

Die Technik ist weiblich. Elisabeth Kostal (23) studiert Mechatronik. Die Harderin ist eine von sechs Studentinnen im dritten Semester des Bachelor-Studiengangs Mechatronik. Gemeinsam mit drei Kommilitonen war sie im vergangenen Semester „sportlich“ unterwegs.

Heidrun Joachim

Zugegeben – es könnten noch ein paar junge Frauen mehr sein, die sich technischen Studien stellen. Trotzdem ist der Trend erkennbar: Technik ist längst keine Männersache mehr. Frauen schaffen neue Sichtweisen und Zugänge. Ein hohes Maß an logischanalytischem Denkvermögen verbinden sie mit sozialer Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit. Damit geben die Damen der Technik neue Impulse.

Elisabeth Kostal ist ein Beispiel für die „weibliche Seite“ der Technik. Begeistert erzählt die hübsche 23-Jährige über das Studium und ihr Faible für die Mechatronik. Jenen Technikzweig, der klassische Grenzen zwischen Elektronik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechanik überwindet und einen ganzheitlichen Blick auf technische Systeme gestattet.Elisabeth ist von Kindesbeinen an fasziniert von allem, was sich dreht, bewegt, zu bewegen ist. Kein Wunder, dass sie nach der Matura mit einem Technik-Studiengang geliebäugelt hat. „Eigentlich wollte ich Luftfahrttechnik in Graz studieren. Da habe ich mich dann doch nicht drüber getraut. Ich habe die Matura am Gymnasium abgelegt, eine HTL-Ausbildung hätte da wohl bessere Voraussetzungen geboten“, erzählt die sympathische Studentin. Nun, der Weg führte sie zunächst an die Uni Innsbruck. Dort hat sie Betriebswirtschaft studiert. Aber – die Technik hat sie wohl doch gelockt. Und – das Gute lag ja ganz nah: So hat sie 2011 mit dem Mechatronik-Studium an der Fachhochschule Vorarl-
berg begonnen.

Enge Verbindung

Hier ist es wirklich super. Ausbildung und Betreuung sind ausgezeichnet. Die Themen werden interessant aufbereitet. Und besonders gefällt mir die enge Verbindung von Theorie und Praxis. Wird etwa Analogtechnik in der Vorlesung behandelt, geht es dann ins Labor und es wird alles ausprobiert“, schwärmt die junge Frau von dem Lernen an der FHV. Das Spannendste an der Technik ist für die Harderin, dass eigene Ideen umgesetzt werden können und die Möglichkeiten schier unendlich sind, immer wieder Neues zu entwickeln. „Ist doch toll, wenn beispielsweise Kleidung mit LED besondere Akzente erhält“, sagt sie und lacht. Nun, da spielt noch ein klein wenig Zukunftsmusik mit.

Aber ein Projekt hat sie im zweiten Semester bereits erledigt: eine Aufgabe, die der Kennelbacher Sportartikelproduzent Head gestellt hatte. „Das ist eben auch fein, dass wir reale Probleme für die Unternehmen beleuchten.“ Im Fall Head ging es um Tennisschläger. Festgestellt werden sollte, wie sich ein Tennisschläger beim Schlag am Platz verhält, ob und wie dieser sich dabei verformt. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob diese Ergebnisse mit denen in der Head-Qualitätskontrolle übereinstimmen. Natürlich hatte Elisabeth diese Arbeit nicht allein zu leisten. „An den Projekten arbeiten immer Teams. Manuel Rohmoser und ich waren im zweiten, Andreas Hosp und Alexander Banyasz im vierten Semester. Letztere agierten auch als ,Kopf‘ unserer Gruppe.“

Die Zusammensetzung von älteren und jüngeren „Semestern“ wird bewusst gewählt. „Es ist notwendig, zusammenzuarbeiten. Denn der Kenntnisstand der Zweitsemester-Studenten ist bei weitem noch nicht so hoch wie der von jenen, die im vierten Semester studieren. Da muss sich ergänzt werden. Das fördert und fordert“, sagt die Studentin.

Betreut wurde das Team seitens der FHV von Professor (FH) Horatiu Pilsan, der auch dem Department of Engineering vorsteht. Von Head war Da­niel Lau mit der Begleitung des Vierer-Teams beauftragt. „Der hat auch an der FHV studiert“, erzählt Elisabeth. Ein Beispiel mehr für die enge Vernetzung zwischen Fachhochschule und Unternehmen – zwischen Theorie und Praxis.

250 Stunden

Insgesamt 250 Stunden waren für das Projekt veranschlagt, während denen die vier Studenten die notwendigen Tests, Messungen, Vergleiche zu erledigen und die Ergebnisse in den Computer zu tippen hatten. Zunächst gab es mehrere Besprechungen, beispielsweise um zu diskutieren, wo die Dehnmessstreifen anzubringen waren, bevor der Schläger dann an den Messverstärker angeschlossen wurde. Getestet wurde das „Verhalten“ des Tennisschlägers beim Fallen oder beim Draufschlagen.

Spannender Test

„Spannend war auch der Ovaldeformationstest“, berichtet die Studentin. Dieser Test werde standardmäßig in der Qualitätssicherung von Head durchgeführt. „Dabei wird der Schläger eingespannt, es wird eine Prüfkraft F von oben eingeleitet, wobei die Krafteinleitung von Null Newton (N) bis zur definierten Messkraft F erfolgt.Gemessen wurde mit einer Kraft von 500 N, 750 N und 1000 N.“ Schlussendlich sei der Tennisschläger bis zum Werkstoffversagen belastet worden. „Beim Bruch war der Schläger mit 2471 Newton belastet. Das entspricht etwa einer Belastung von 250 Kilogramm“, erzählt Elisabeth und ist immer noch voller Begeisterung über diesen Test.

Fakt ist, die Studenten haben ihre Aufgabe zur Zufriedenheit des Projektgebers Head erfüllt. Messdaten, Dokumentation Fotos sind in den Händen der Verantwortlichen. „Vielleicht gibt es da ja ein Folgeprojekt“, meint die 23-Jährige. Welche Projekte sie nach dem Abschluss der Studien in Innsbruck und Dornbirn verfolgen will, das weiß sie noch nicht. „Ich teste noch, bevor ich mich auf eine Richtung festlegen werde“, sagt die sympathische Harderin.

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