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aus dem Gerichtssaal

Acht Jahre Gefängnis: Mordversuch an Freundin

17-Jähriger fügte der 18-Jährigen in Bludesch 16 Messerstiche zu, bis die Klinge brach, nachdem sie die Beziehung beendet hatte.

Seff Dünser

Mit 8:0-Stimmen entschieden die Geschworenen auf versuchten Mord. Dafür wurde der unbescholtene 17-Jährige gestern am Landesgericht Feldkirch zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil, das der Angeklagte gefasst aufnahm, ist nicht rechtskräftig. Für Jugendliche ab 16 gilt ein Strafrahmen von ein bis 15 Jahren Haft, für jüngere strafmündige Jugendliche einer von ein bis zehn Jahren. Für Erwachsene beträgt die Mindeststrafe für Mord zehn Jahre Gefängnis. Als Erschwerungsgrund nannte die Vorsitzende Richterin Claudia Hagen die „besondere Brutalität“ der Tat.

Verteidigerin Olivia Lerch hatte auf (absichtliche) schwere Körperverletzung plädiert. Er habe sie nicht töten wollen, sagte der Angeklagte. Die Laienrichter folgten aber der Argumentation von Staatsanwalt Christoph Larcher: Der von seinem Vater verlassene 17-Jährige hatte ihr und auch Kollegen gegenüber angekün­digt, seine Freundin umzubringen, sollte sie ihn verlassen. Am Abend des 2. März hatte die Bludescherin die Beziehung mit dem Ludescher beendet, wieder einmal. Sie habe seine grundlose Eifersucht und seine Kontrollsucht nicht mehr ausgehalten, sagte die 18-Jährige.

In der Nacht auf den 3. März läutete der arbeitslose Maurer sie kurz vor 1 Uhr aus dem Bett. An der Wohnungstür stach der 17-Jährige mit einem Filetiermesser aus der Küche seiner Oma 16 Mal auf den Oberkörper der jungen Erwachsenen ein. Er stach so lange und mit solcher Wucht auf seine am Boden liegende Traumfrau ein, bis die Klinge des Messers abbrach.

Es sei „einem sehr großen Zufall zu verdanken gewesen, dass sie überlebt hat“, sagte der Innsbrucker Gerichtsmediziner Walter Rabl. Das Opfer kam mit tiefen Weichteilverletzungen davon und konnte nach sechs Tagen das Krankenhaus verlassen.

Drogenkonsument

Gerichtspsychiater Reinhard Haller bescheinigte dem Angeklagten eine deutlich verminderte Zurechnungsfähigkeit. Der 17-Jährige sei unreif, hyperaktiv, ein Drogenkonsument und daheim als lediges Einzelkind verwöhnt worden.

Der Angeklagte hatte sich den Vornamen seiner Freundin auf den Arm tätowieren lassen. Er habe auch am Tattag zu ihr gesagt, er werde ihr das Genick brechen, sollte sie ihm das Herz brechen, sagte seine Ex-Freundin als Prozesszeugin aus. Wenn er sie nicht haben könne, solle sie auch kein anderer haben können. Denn was Gott zusammengeführt habe, könne nur Gott trennen.

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